Online-Shop-Optimierung: So zeigen Sie Amazon die Zähne

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Online-Shop-Optimierung

15.000.000.000 – sprich: 15 Milliarden – Euro hat Amazon 2017 allein in Deutschland umgesetzt. Rechnet man die Marktplatzumsätze hinzu, bedeutet das einen Marktanteil im E-Commerce von 53 bis 62 Prozent, die Schätzungen gehen da auseinander. Auf jeden Fall ist er: sehr groß.

Kleinere Online-Shops stellt das vor mehrere Probleme. Dazu zählt nicht nur die Marktmacht von Amazon, sondern auch die Bekanntheit, die mit hohen Werbeausgaben untermauert wird. Zwischen Januar und Oktober 2016 lagen sie allein bei amazon.de bei 141 Millionen Euro. Zwar wächst der Markt insgesamt ebenfalls rasant, 2017 immerhin um 10,9 Prozent. Aber auch wenn es mehr Kuchen zu verteilen gibt, müssen sich kleinere Online-Shops etwas einfallen lassen, um mittelfristig nicht unter die Räder zu kommen. Wo die Entwicklung hingehen könnte, zeigt Google bei der Websuche, wo der Suchmaschinenriese mittlerweile zum Synonym für den Vorgang an sich geworden ist.

Kunden lieben Mehrwert

Kein Grund zur Panik. Es gibt eine Reihe von Strategien und Maßnahmen, um Amazon etwas entgegenzusetzen. Entweder, indem man nach wie vor vorhandene Schwächen des Riesen ausnutzt, oder indem man eine Nische besetzt, in die sich der Konzern noch nicht vorgewagt hat. Oder beides.

Eine gute Möglichkeit ist, (potenziellen) Kunden einen Mehrwert zu bieten. Das können beispielsweise Hintergrundinformationen zu den Produkten sein, die über die Herstellerbeschreibung hinausgehen. Amazon macht sich da wenig Mühe und verlässt sich auf die Anbieter und auf die Community, die Bewertungen schreibt. Handelt man lediglich in einem bestimmten Marktsegment, kann das eigene Know-how auch auf weiteren Kanälen verbreitet werden. Wer beispielsweise Outdoor-Zubehör anbietet, dürfte einen guten Überblick über Vor- und Nachteile der Produkte haben. In einem Shop-Blog können dann beispielsweise Fragen von Kunden, die auch die Allgemeinheit interessieren, beantwortet, neue Produkte oder etwa die ideale Festivalausrüstung vorgestellt werden. Kurz: Es geht um Kundennähe und -service.

Wer eine spannende oder ungewöhnliche Gründungsgeschichte vorweisen kann, sollte diese auch kommunizieren, findet Online-Marketing-Experte Bastian Sens: „Gerade mit einer gut erzählten Geschichte differenzieren Sie sich klar von Ihren Wettbewerbern.“ Die Netzproduzenten schlagen in eine ähnliche Kerbe und heben die persönliche Verbindung gerade kleiner, inhabergeführter Online-Shops zu ihren Kunden hervor. Es schafft Vertrauen, wenn der oder die Macher hinter dem Shop bekannt sind. Dafür braucht es zu Beginn erst einmal nicht viel mehr als ein Foto und ein Statement – man muss nicht gleich Steve Jobs oder Elon Musk nacheifern.

Eine kritische Prüfung des eigenen Portfolios bietet ebenfalls Optimierungspotenzial. Die Idee, sich über den Preis bei Massenprodukten von Amazon absetzen zu wollen, dürfte zum Scheitern verurteilt sein. Vielmehr lohnt es, sein Sortiment spitzer zu gestalten. Das zieht möglicherweise kein Millionenpublikum an, aber dafür eines, das seine Wünsche bei Amazon nicht erfüllt sieht und gerne auch etwas mehr Geld für genau das Produkt ausgibt, das es haben will.

Optimierung heißt Schwächen ausnutzen und Stärken ausspielen

Darüber hinaus gibt es auch Möglichkeiten, Amazon dort anzugreifen, wo es eventuell verwundbar ist. Da es dort mittlerweile von AAA-Akkus bis ZZTop-CDs nahezu alles zu kaufen gibt, kann die Übersichtlichkeit leiden – obwohl das Suchsystem schon sehr ausgeklügelt ist. Trotzdem gibt es nicht wenige Kunden, die lieber in ein gut sortiertes Fachgeschäft gehen als in einen riesengroßen Supermarkt. Ein Grund mehr, den eigenen Online-Shop übersichtlich zu gestalten und intuitiv bedienbar zu machen. Wer sich nicht selbst traut, Hand anzulegen, kann Dienstleister für die Usability-Optimierung in Anspruch nehmen.

Vor allem mit schlechter Presse sieht sich Amazon wiederholt konfrontiert. Mal ist es der Vorwurf, eine Datenkrake zu sein, mal werden die mitunter fragwürdigen Arbeitsbedingungen angeprangert. Der jüngste Skandal drehte sich um Rücksendungen neuwertiger Waren, die der Konzern kurzerhand vernichtet. Der Erfahrung zufolge kehrt die Großzahl der Kunden dem Unternehmen zwar trotzdem nicht den Rücken zu. Aber im eigenen Online-Shop kann man es besser machen und damit werben: etwa mit Datensicherheit, guten Arbeitsbedingungen oder seinem Engagement in punkto Ökologie und Nachhaltigkeit.

Zwei Tipps noch für Betreiber von Online-Shops, die gleichzeitig auch ein Ladengeschäft führen:

  • Zum einen gibt es eine Vielzahl an kleinen Händlern, die den Kundenservice quer über die Medien weiterführen. Eine Metzgerei zum Beispiel kann über die Herstellung ihres Schinkens in einem Videoclip informieren – oder über Facebook in Echtzeit bekanntgeben, dass der Frischeautomat, an dem man 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche Grillfleisch ziehen kann, soeben wieder aufgefüllt wurde. Das ist zwar nur für eine kleine Zielgruppe interessant – für diese aber umso mehr.

  • Zum anderen hat sich mancherorts die Erkenntnis durchgesetzt, dass man gemeinsam stärker ist. So hat man etwa in Wuppertal, Günzburg oder Mönchengladbach das lokale Angebot online gebündelt – und damit eine Plattform für das Shopping vor der Haustür geschaffen. Ob sich dieses Konzept erfolgreich am Markt durchsetzen wird, ist noch offen.

Fazit: Wo Amazon lahmt, können Sie besser sein als der Marktriese!

Wer auf dem Markt bestehen will, sollte nicht versuchen, dort mit Amazon zu konkurrieren, wo der E-Commerce-Gigant klar überlegen ist. Vielmehr bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, die eigene Strategie und seinen Online-Shop so zu optimieren, dass man damit trotz der großen Konkurrenz ein auskömmliches Einkommen erzielt. Die Chancen dazu sind in den vergangenen Monaten eher noch gestiegen, weil Käufer zunehmend für Themen wie Datensparsamkeit oder die Nachteile monopolähnlicher Strukturen sensibilisiert sind.

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By | 2018-07-04T11:34:40+00:00 04.07.2018|Categories: Online Marketing|Tags: , , |2 Comments

About the Author:

David Schahinian
David Schahinian arbeitet als Journalist für Tageszeitungen, Fachverlage, Verbände und Unternehmen. Nach Banklehre und Studium der Germanistik und Anglistik war er zunächst in der Software-Branche und der Medienanalyse tätig. Seit 2010 ist er Freiberufler und schätzt daran besonders, Themen unvoreingenommen und en détail ergründen zu können.

2 Kommentare

  1. Dirk von OMB 13. Juli 2018 um 16:47 Uhr - Antworten

    Hallo David,

    anstatt sich mit seiner Nischenseite oder online Shop von Amazon abhängig zu machen, sollte man nach Alternativen bei anderen Shops mit Partnerprogramm suchen.

    Überall Amazon Buttons. Wie Sand am Meer.

    Gruß Dirk von OMB

    • David Schahinian
      David Schahinian 16. Juli 2018 um 13:11 Uhr - Antworten

      Hallo Dirk,

      meine Rede! Abhängigkeit ist meines Erachtens nie gut, wenngleich es Einzelkämpfer heutzutage sehr schwer haben. Mit der Wahl alternativer Shops mit Partnerprogrammen unterwirft man sich allerdings ebenfalls wieder gewissen Regeln. Solange der Begriff „Partner“ in „Partnerprogramm“ ernst gemeint, kann das aber eine gute Option sein.

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