OTT Dienste

Ohne Online-Dienste läuft heute gar nichts mehr. Die Zeiten, als es nur Festnetztelefon und Faxgerät gab, sind längst vorbei. 90 Prozent der Menschen in Deutschland sind online und kommunizieren vielfach mit den sogenannten OTT-Diensten, also „over-the-top“-Diensten wie WhatsApp, Threema oder Telegram, die im Gegensatz zur klassischen Telefonie Audio- und Videoinhalte über das Internet übertragen. Doch wie genau sieht diese Nutzung in Deutschland aus? Antwort auf diese Frage gibt eine Umfrage der Bundesnetzagentur, die dazu Ende des Jahres 2019 mehr als 2.200 Personen ab 16 Jahren in Deutschland befragt hat. Drei der wichtigsten Erkenntnisse:

  • WhatsApp ist der mit großem Abstand am häufigsten genutzte Dienst.

  • Die Mehrheit der Nutzer kommuniziert mehr als vorher.

  • Die klassische Telefonie ist noch lange nicht tot.

Wer nutzt OTT-Dienste?

Insgesamt 83 Prozent der Befragten nutzen einen oder mehrere OTT-Dienste regelmäßig. Diese Zahl lässt keinen Zweifel daran, dass sich diese Dienste längst etabliert haben. Nicht überraschend ist die Altersverteilung. Fast jeder Befragte im Alter von 16 bis 44 Jahren nutzt mindestens einen dieser Dienste. Bei den Befragten, die 75 Jahre oder älter sind, ist es dagegen nicht einmal die Hälfte.

Darstellung der Nutzung von OTT-Diensten nach Altersgruppen, Quelle: Bundesnetzagentur

Abbildung: Nutzung von OTT-Diensten nach Altersgruppen, Quelle: Bundesnetzagentur

WhatsApp wird am meisten und häufigsten genutzt

Bei den verwendeten OTT-Diensten liegt WhatsApp weit vorn: 96 Prozent der Befragten nutzt den Instant-Messaging-Dienst des US-amerikanischen Unternehmens Facebook. Mit dem Facebook Messenger (42 %) und Instagram (30 %) landen zwei weitere Produkte aus dem Hause Facebook auf den Plätzen zwei und drei. Es folgen Skype (18 %), Snapchat (12 %), Telegram (10 %), FaceTime (9 %) und iMessage (8 %). Google Messages, Threema und Signal nutzen jeweils 4 Prozent. Jeweils drei Prozent der Befragten verwenden Google Hangouts und Viber.

Abbildung: Nutzungsanteile OTT-Dienste, Quelle: Bundesnetzagentur

Abbildung: Nutzungsanteile OTT-Dienste, Quelle: Bundesnetzagentur

WhatsApp ist auch der Dienst, der am häufigsten genutzt wird. Die meisten Befragten (85,4 %) gaben an, WhatsApp zu verwenden. Die weiteren Dienste stellen offenbar nur eine Ergänzung dar. Zwei Drittel der Befragten setzen mindestens zwei Kommunikationsdienste ein.

Wofür und wie OTT-Dienste genutzt werden

Bei der Verwendung von WhatsApp & Co. stehen Text-, Bild- und Sprachnachrichten im Vordergrund. Mit 95 Prozent versenden und empfangen fast alle Nutzer Texte und Bilder. 65 Prozent übermitteln und hören Sprachnachrichten. Knapp die Hälfte (48 %) der Befragten setzt auf die Möglichkeit der Internettelefonie und 40 Prozent nutzen die Videotelefonie. Zum Einsatz kommen dabei vor allem Smartphones, die 84 Prozent der Befragten hauptsächlich für OTT-Dienste verwenden.

Klassische Telefonie hat noch nicht ausgedient

74 Prozent der Befragten können sich nicht vorstellen, auf die klassische Mobilfunktelefonie zu verzichten. Stattdessen wird mehr kommuniziert: Mehr als die Hälfte (61 Prozent) gab an, dass sie durch die zusätzliche Verfügbarkeit von OTT-Diensten insgesamt mehr kommuniziert. Die Mobilfunktelefonie hat auch einen entscheidenden Vorteil gegenüber den OTT-Diensten: Sie funktioniert unabhängig vom Anbieter, d. h. jeder neue oder alte Kontakt ist erreichbar. Die Kommunikation mit Ärzten, Behörden oder Unternehmen ist in der Regel auch meist nur über klassische Kanäle möglich. Für die Telefonie werden die OTT-Dienste auch seltener genutzt als Mobilfunk und Festnetz.

Abbildung: Verändertes Kommunikationsvolumen durch OTT-Dienste, Quelle: Bundesnetzagentur

Abbildung: Verändertes Kommunikationsvolumen durch OTT-Dienste, Quelle: Bundesnetzagentur

SMS gibt es noch

Im Jahr 2012 hat die Anzahl der verschickten SMS mit 60 Milliarden ihren Höhepunkt erreicht. Seitdem sank die Zahl und im vergangenen Jahr verschickten die Nutzer nur noch 8 Milliarden SMS. Für 85 Prozent bzw. 88 Prozent der Befragten hat die SMS den großen Vorteil, dass man für jeden erreichbar sei bzw. jeden erreichen könne. 56 Prozent gaben an, dass sie Transaktionsnummern, Buchungsbestätigungen oder ähnliches per SMS erhielten.

Fazit

Die Übermacht von WhatsApp bzw. den Produkten des Facebook-Konzerns überrascht nicht. Als Unternehmer empfiehlt es sich, dass Sie diese Kanäle bei Ihren Marketingmaßnahmen berücksichtigen, ob nun für Werbung, Vertrieb oder Kommunikation. Sie haben gute Chancen, bestehende und potenzielle Kunden zu erreichen. Gleichzeitig sollten Sie Ihren Telefonanschluss und das Faxgerät noch nicht abschaffen. Nach wie vor werden die klassischen Telekommunikationsdienste (vor allem von der älteren Generation) genutzt.

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