Websites optimieren

Eine eigene Website ist die digitale Visitenkarte im Netz und noch mehr. Homepages sollen Kunden einen Eindruck geben, welche Produkte oder Dienstleistungen eine Firma anbietet. Sie sollen Vertrauen aufbauen und im Idealfall auch gleich zum Kauf oder zur Kontaktaufnahme führen. Doch wie ist es um den Internetauftritt von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland bestellt? Das wollte der Europäische Branchenverband SIINDA – Search & Information Industry Association wissen und hat für seine SIINDA Landscape Study 2018 auf Basis der Daten von Das Örtliche Service und Marketing GMbH die Websites von 187.627 KMU ausgewertet.

Erstaunlich: 28 % der untersuchten Unternehmen haben keine eigene Website. Hier besteht also massiver Nachholbedarf aus den oben genannten Gründen. Immerhin 72 % der Firmen haben einen eigenen Internetauftritt. Doch auch hier lässt sich optimieren: Die Studie kommt zu dem Schluss, dass 95 % der Websites Optimierungspotenzial haben.

Potenzial 1: Ladegeschwindigkeit

Das fängt bei der Ladegeschwindigkeit an. Man muss bedenken, dass 20 % der Internetnutzer den Besuch einer Website abbrechen, wenn diese länger als 3 Sekunden lädt. Die durchschnittliche Ladegeschwindigkeit der untersuchten Websites am Desktop-PC beträgt 3,3 Sekunden. Schlechter sieht es bei den mobilen Online-Auftritten aus: Die durchschnittliche Ladegeschwindigkeit auf Smartphones oder Tablets beläuft sich auf 8,1 Sekunden. Eindeutig zu lang, um ein gutes Nutzererlebnis zu liefern. Die Besucher verlassen die Website noch vor einem möglichen Abschluss, damit sinkt die Conversion Rate. Das ist natürlich schlecht fürs Geschäft.

Potenzial 2: Mobile Ansicht

Nicht nur eine schlechte Ladegeschwindigkeit kann mobil ein Hemmnis für Abschlüsse sein, auch die Darstellung der Website auf Smartphones oder Tablets kann beim Nutzer zur Frustration führen. Wenn Texte nicht gut lesbar sind oder die Navigation mit den Fingern fast unmöglich ist, weil Menüpunkte und Buttons zu klein sind, dann wundert es nicht, wenn der Nutzer ganz schnell seinen Homepage-Besuch beendet. Mit 65 % sind längst nicht alle untersuchten Websites mobil optimiert. Dabei wirkt sich dieser Faktor nicht nur auf das Nutzererlebnis aus, sondern auch auf das Suchmaschinen-Ranking (Stichwort: Mobile First).

Potenzial 3: Sitemaps

Ebenfalls für die Suchmaschinen entscheidend sind Sitemaps. Eine Sitemap hilft den Crawlern dabei, die Inhalte einer Website zu finden und den Aufbau besser zu verstehen. Mit 48 % hat nicht einmal jede zweite Internetseite eine Sitemap. Dabei ist die Erstellung einer XML-Sitemap längst nicht so aufwendig wie man denkt.

Potenzial 4: Videos einsetzen

Videos sind ein wichtiges Content-Format, schließlich ist der Mensch ein Augentier. Kunden sehen sich lieber ein Video über ein Produkt oder ein Unternehmen an als einen Text darüber zu lesen. Vor allem können die Bewegtbilder auch das Suchmaschinen-Ranking verbessern. Dennoch werden auf nur 8 % der untersuchten Websites Videos eingesetzt.

Potenzial 5: SSL-Zertifikat

Ebenfalls ein wichtiger Punkt im Suchmaschinenranking ist HTTPS (Hyper Text Transfer Protocol Secure). Deshalb sollten Websites über ein SSL-Zertifikat verfügen. Mit 43 % hat nicht einmal jede zweite Website diese Technologie für die Absicherung von Internetverbindungen im Einsatz. Gerade bei Online-Shops ist SSL unverzichtbar, schließlich kauft kein Kunde auf einer Website ein, die als unsicher eingestuft wird.

Potenzial 6: Online verkaufen

Kunden sollte die Kaufentscheidung so einfach wie möglich gemacht werden. In einem Online-Shop können sie Produkte oder Dienstleistungen mit wenigen Klicks bestellen. Doch nur 5 % der untersuchten Websites verkaufen auch online. Dabei wäre dies – auch im B2B-Bereich – eine gute Ergänzung zum stationären Geschäft.

Potenzial 7: Analyse-Tool

Wer eine Website hat, sollte auch kontrollieren, ob sie ihren Zweck erfüllt. Mit einem Trackingtool wie Google Analytics lassen sich Daten über das Verhalten der Nutzer sammeln und analysieren. Diese sollen schließlich zu Kunden werden. Nicht mal jedes dritte Unternehmen (31 %) nutzt für seine Website ein Trackingtool. Alle anderen können nicht nachvollziehen, wie viele Besucher sie haben, welche Seiten diese sich ansehen oder aus welchen Quellen sie den Weg zur Homepage gefunden haben.

Potenzial 8: Titel und Beschreibungen

Am Anfang der Kundenbeziehung steht die Suche im Internet, daher sollten die Inhalte einer Website für die wichtigen Keywords ranken. Diese sollten natürlich auch in den Überschriften und Meta Descriptions vorkommen. Doch bei fast jeder zweiten Website fehlen Titel oder Beschreibungen oder sie sind doppelt vorhanden (Stichwort: Duplicate Content).

Potenzial 9: Aktualität

Nur in wenigen Fällen sind die Inhalte der Homepages aktualisiert. Lediglich 23 % der kleinen und mittleren Unternehmen haben in den letzten 30 Tagen ihre Website inhaltlich auf den neuesten Stand gebracht. 35 % haben dies immerhin im Vorjahr getan, 42 % nicht einmal das.

Potenzial 10: Backlinks

Auch Backlinks, also Verweise von anderen Websites, sind ein wichtiger SEO-Faktor. Je mehr Backlinks eine Website hat, als umso relevanter wird sie für Suchmaschinen wie Google & Co. Dieses SEO-Potenzial haben immerhin 63 % der kleinen und mittleren Unternehmen erkannt: Ihre Websites haben 21 oder mehr Backlinks. 18 % der Websites haben nur 5 oder noch weniger Backlinks und finden damit im Grunde genommen gar nicht statt.

Potenzial 11: Social Media

Ein Profil im sozialen Netzwerk gehört heute zum Standard – sollte man meinen. Doch laut der SIINDA-Studie sind 81 % der kleinen und mittleren Unternehmen nicht im Bereich Social Media präsent. Der Rest verteilt sich auf Facebook (17 %), Twitter (4 %) und Instagram (8 %).

Potenzial 12: Suchmaschinenwerbung

SEA (Search Engine Advertising) ist für Unternehmen eine gute Möglichkeit, schnell im Internet gefunden zu werden. Online-Werbung wird jedoch nur von wenigen KMU genutzt. 9 % setzen auf Google Ads und 1 % auf Facebook Retargeting.

Fazit: Es gibt noch viel zu tun

Der Großteil der KMU nutzt das Potenzial seiner Websites nicht aus. Die Unternehmen können an vielen Stellschrauben drehen, die sich nicht nur auf das direkte Nutzererlebnis auswirken, sondern auch gut für die Auffindbarkeit in den Suchmaschinen sind – damit es mit der Neukundengewinnung klappt.

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