Wie viele noch? Der jüngste Datenklau, bei dem private Angaben über Politiker, Prominente und Journalisten veröffentlicht wurden, ist nur ein weiteres Glied einer ganzen Kette ähnlicher Vorfälle. Auch, wenn der Täter dabei anscheinend aus reinem Ärger und ohne finanzielle Interessen handelte: Sind Unternehmen betroffen, kann der Schaden schnell groß werden – vom verlorengegangenen Vertrauen der Kunden ganz zu schweigen.

Jede zehnte Website hat Sicherheitsmängel

Einer Untersuchung des Projekts „Sichere Webseiten und Content Management Systeme“ (SIWECOS) zufolge weist rund jede zehnte Webseite von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eklatante Sicherheitsmängel auf. Zu ähnlichen Ergebnissen kam die Studie Security Bilanz Deutschland von techconsult: Danach hat sich die Selbsteinschätzung der Sicherheitslage in mittelständischen Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschlechtert.

Die Gefahr der Cyberkriminalität ist aber nur ein – wenn auch triftiger – Grund, die Technik der eigenen Website auf den Prüfstand zu stellen. Oftmals genügen schon zu lange Ladezeiten oder eine fehlerhafte Anzeige, um potenzielle Kunden zu vergrätzen. Prüfen Sie doch einfach mal anhand der folgenden Checkliste den Status quo Ihrer Website.

Vier Faktoren, auf die mittelständische Unternehmen achten sollten:

  • Sicherheit: Nach bisherigem Erkenntnisstand trug der 20 Jahre alte Datendieb aus Hessen unter anderem Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammen. Die SIWECOS-Untersuchung zeigt: 40,5 Prozent aller 1142 untersuchten KMU-Webseiten hatten maschinell auslesbare Telefonnummern auf der Startseite, 44,1 Prozent maschinell auslesbare E-Mail-Adressen. „Das führt zu einem erhöhten Spam-Aufkommen und bildet eine Grundlage für mögliche Spear-Phishing-Attacken“, sagt Projektleiter Peter Meyer. Des Weiteren nutzten nur 67 Prozent das HTTPS-Protokoll. Unverschlüsselte Webseiten gelten jedoch schon lange als von gestern und potenziell unsicher. Wer seine Website auf mögliche Sicherheitslücken prüfen will, hat unter anderem mit dem Heise Security Consulter oder dem SIWECOS Schnell-Check die Möglichkeit dazu. Gut zu wissen: Heise Homepages verfügen selbstredend über eine SSL-Verschlüsselung.

  • Ladezeiten: Wer zu lange lädt, den bestraft das Leben – frei nach einem Zitat von Michail Gorbatschow (das dieser so übrigens nie gesagt hat). Je länger die Ladezeit, desto höher ist die Bounce Rate, also die Absprungrate. Dieser Zusammenhang wird immer wieder in Studien belegt. Anhand zahlreicher Daten zeigt Pingdom beispielsweise, dass die durchschnittliche Bounce Rate für Seiten, die innerhalb von zwei Sekunden laden, neun Prozent beträgt. Ab drei Sekunden steigt sie sprunghaft an, bei fünf Sekunden liegt sie bereits bei 38 Prozent. Vor allem bei mobilen Webseiten ist Schnelligkeit Pflicht, weil man unterwegs nicht ewig warten will, bis man die gesuchte Information gefunden hat. Und ewig können im Internet-Zeitalter schon wenige Sekunden sein. Webseiten werden zwar aufgrund neuer Technologien in der Regel immer umfangreicher. Geschickte Programmierung sorgt aber dafür, dass die Ladezeit nicht darunter leidet. Ausgangspunkt für Unternehmen sollte ein Selbsttest sein, der gleichzeitig Maßnahmen zur Verbesserung des Ergebnisses aufzeigt.

  • Responsive Design: Wie eine Seite angezeigt wird, hängt unter anderem vom verwendeten Zugangsgerät (Desktop, Tablet, Smartphone …), vom Browser (Chrome, Firefox, Edge, Opera …) und der (eingestellten) Bildschirmgröße ab. Es ist nahezu unmöglich, für alle denkbaren Optionen eine jeweils optimal abgestimmte individuelle Seite an den Start zu bringen. Der Aufwand ist jedoch auch gar nicht nötig, wenn die Seite in responsivem Design daherkommt. Dann passt sie sich automatisch an, unabhängig vom verwendeten Zugangsgerät. Laut der Digitalagentur eosnewmedia war das bereits 2018 ein „Muss für jedes Unternehmen, ganz egal ob aus dem B2B- oder B2C-Umfeld“. Wer die dafür nötigen technischen Tricks und Kniffe nicht selbst drauf hat, sollte professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Auch hier gilt übrigens: Heise Homepages sind natürlich mobil optimiert.

  • SEO-Optimierung: Die Technik ist auf dem neuesten Stand, Check 1 bis 3 abgehakt? Dann fehlt noch eine weitere Pflichtübung für erfolgreiche Internetseiten: die SEO-Optimierung. Die schönste, sicherste und schnellste Website nützt wenig, wenn die Kunden sie nicht finden. Im Interview mit absatzwirtschaft.de bezeichnet SEO-Experte Elias Lange es als einen großen Fehler vieler mittelständischer Unternehmer, zu denken, dass man eine Website lediglich erstellen muss, um damit gefunden zu werden: „Nach sechs bis zwölf Monaten wundert man sich, warum kaum Besucher zur Website finden.“ Auch hier gilt: Individuelle Analysen und passgenau abgeleitete Maßnahmen liefern entweder Experten im eigenen Team – oder die Fachleute einer Agentur des Vertrauens.

Fazit: Stellen Sie Ihre Website regelmäßig auf den technischen Prüfstand!

Klar, der technische Website-Check kann lästig sein. Schließlich macht es mehr Spaß, beispielsweise am Design zu drehen – wo man die Ergebnisse sofort sieht. Für den Erfolg im Online-Handel ist ein technisch reibungslos funktionierender Shop das A und O, zumal die Konkurrenz nicht schläft. Würden Sie gerne bei einem Händler bestellen, der Ihre Daten unverschlüsselt durch das Netz schickt und bei dem der Bestellprozess möglicherweise auch noch zusammenbricht? Eben. Aber das Prinzip gilt auch für die Websites von anderen Gewerbetreibenden, schließlich ist eine Homepage das Aushängeschild im Internet, das Vertrauen schaffen soll. Viele Maßnahmen sind bereits mit wenig Wissen und ohne finanziellen Aufwand umsetzbar. Bei anderen kann es sinnvoll sein, etwas Geld zu investieren. Es lohnt sich, denn unzufriedene Kunden oder gar Imageschäden wegen Datenlecks kommen Sie in der Regel sehr viel teurer zu stehen.

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