Bounce Rate optimieren – Wie Sie die Absprungrate richtig deuten

//Bounce Rate optimieren – Wie Sie die Absprungrate richtig deuten

Bouncerate

„Get Ready to Bounce!“ Was in den 1990er-Jahren noch als Tanzaufforderung der deutschen Eurodance-Gruppe Brooklyn Bounce verstanden wurde, treibt heutzutage manchem Website-Betreiber den Angstschweiß auf die Stirn. Die Bounce Rate (deutsch: Absprungrate) gibt an, wie viele Besucher eine Seite ohne irgendeine Interaktion wie das Klicken auf eine Unterseite oder eine Sucheingabe wieder verlassen.

Sie gilt als eine der wichtigsten Leistungskennzahlen für Website- und Shopbetreiber (Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag über KPIs). Warum ist sie so wichtig? Weil offensichtlich etwas nicht stimmt: Der Besucher hat schließlich aus einem bestimmten Grund die Shop-URL eingegeben oder auf einen Link geklickt. Dann muss er jedoch sofort gesehen haben, dass er das, was er sucht, dort nicht findet – oder es wurden zuvor Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt worden sind. Beides gilt es zu vermeiden. Ist ein potenzieller Kunde auf der Website gelandet, sollte alles daran gesetzt werden, ihn auch zufriedenzustellen.

Eine hohe Bounce Rate kann zahlreiche Gründe haben

Am Anfang sollte daher zunächst einmal die Suche nach den Gründen für die Absprünge stehen. Davon gibt es viele: Kissmetrics zählt beispielsweise eine schlechte Nutzerführung beziehungsweise Navigation, einen Anzeigen-Overkill, schlechte Lesbarkeit und eine missratene Seitenstruktur dazu. Und natürlich: langweilige Inhalte. Nervige Audios und Videos oder ein Registrierungszwang schrecken viele ebenso ab, selbst wenn die Seite für sie sogar potenziell interessant ist. Seonative nennt weitere Gründe wie zu lange Wartezeiten, Fehler in der Seitenprogrammierung und fehlende Handlungsaufforderungen („Call-to-Action“).

Wie Sie die Absprungrate mit Google Analytics analysieren, erklären wir in unserer Anleitung ausführlich. Eine Absprungrate von Null klingt ideal, ist aber nicht zu erreichen, weil man es nicht jedem Menschen recht machen kann. Wenn die Statistik diese doch anzeigt, sollte kein Sekt kaltgestellt, sondern die Fehlersuche angegangen werden. MayeCreate weist darauf hin, dass etwa eine fehlerhafte Implementierung des Google-Analytics-Codes ein Grund dafür sein kann.

Hohe Absprungraten müssen nicht immer negativ sein

Es stellt sich aber die Frage, welche Absprungrate noch tolerierbar ist, und ab welcher Höhe sie bedenklich wird. Die klare Antwort lautet: Es kommt darauf an. „Anstatt einer ‚perfekten‘ Bounce Rate nachzueifern, sollten Sie eine Absprungrate festlegen, die spezifisch auf eine Seite und das dahinter stehende Ziel zugeschnitten ist“, empfiehlt AB Tasty. Einleuchtend ist der Beispielvergleich zwischen einem Online-Shop und einem Online-Wörterbuch: Der Shop zielt auf einen Kauf ab, hier sind hohe Absprungraten Gift für das Geschäft. Beim Wörterbuch kann eine hohe Bounce Rate aber positiv sein, da man darauf schließen kann, dass der Nutzer die Übersetzung, die er suchte, schnell gefunden hat.

Zur Einordnung gibt es Benchmarks. So zeigt die Zusammenfassung von Digishuffle signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Branchen. Während die Bounce Rate laut Google-Daten in der Autoindustrie 2017 rund 46 Prozent betrug, lag sie bei News-Seiten bei 65 Prozent. Sie sollte aber keine zu große Rolle spielen: Im Blickpunkt muss immer stehen, was die Website leisten soll, und ob eine hohe Bounce Rate in diesem Zusammenhang gut oder schlecht ist. Ein Tipp noch von trafficmaxx: Auch der Vergleich der Bounce Rate der Website insgesamt mit derjenigen einzelner Seiten kann hilfreich sein. Wird eine bestimmte Seite des eigenen Angebots besonders häufig ohne weitere Interaktion verlassen, kann das darauf hindeuten, dass genau hier Optimierungsbedarf besteht.

Die Bounce Rate schnell und wirksam senken

Angenommen, Sie betreiben einen Online-Shop. Dann kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass eine hohe Bounce Rate negativ ist, da man seine Kunden und die, die es noch werden könnten, möglichst an sich binden will. Viele Rezepte zur Senkung der Absprungrate ergeben sich schon aus den oben aufgezählten Gründen: Eine übersichtlichere Gestaltung der Seite, eine gute Benutzerführung und originelle Inhalte sind nur ein paar davon. Auch die technische Leistungsfähigkeit sollte im Auge behalten werden. Lädt die Seite zu lange, ist dies für viele schon Grund genug, umzukehren und woanders zu suchen, wo sie schneller bedient werden.

Das Ryte-Magazine verweist in diesem Zusammenhang auf die mobile Optimierung: Wer mit dem Smartphone surft, hat selten Lust, durch umständliche Seitenstrukturen zu irren oder Navigationselemente mit der Lupe zu suchen. Was das Schüren falscher Erwartungen betrifft, kann dieses durch die richtige Keyword-Definition vermieden werden. „Es gilt, darauf zu achten, nur Keywords zu verwenden, die dem Content der Seite auch wirklich entsprechen, anstatt sich auf solche zu konzentrieren, die vor allem Besucher anziehen sollen“, schreibt Fionn Kientzler weiter. Ob und wie Google die Bounce Rate als Rankingfaktor nutzt, ist umstritten. Einig sind sich die Experten aber darin, dass sie für die SEO eine wichtige Rolle spielt.

Fazit: Nutzen Sie die Absprungrate als Frühwarnsystem für nötige Optimierungen!

Kaum ist der Besucher da, ist er auch schon wieder weg: Das frustriert Betreiber von Online-Shops und kann auch langfristig negative Folgen haben. Denn sucht der potenzielle Kunde später einmal wieder nach einem Produkt und sieht den Shop in der Trefferliste oben, verzichtet er vielleicht von vornherein darauf, auf den Link zu klicken. Die Bounce Rate sollte niemanden verrückt machen und schon gar nicht als alleiniger Faktor des Erfolgs oder Misserfolgs einer Website betrachtet werden. Shopbetreiber sollten sie aber kennen und gegebenenfalls gegensteuern, anstatt Schlechtes einfach laufen zu lassen. Optimierungen sind mit kleinem Aufwand und schnellem Erfolg möglich. Weitere hilfreiche Informationen zur Bounce Rate bieten wir Ihnen in unserem Video zum Thema.

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About the Author:

David Schahinian
David Schahinian arbeitet als Journalist für Tageszeitungen, Fachverlage, Verbände und Unternehmen. Nach Banklehre und Studium der Germanistik und Anglistik war er zunächst in der Software-Branche und der Medienanalyse tätig. Seit 2010 ist er Freiberufler und schätzt daran besonders, Themen unvoreingenommen und en détail ergründen zu können.

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