Internet Trends 2019

2018 war es so weit: Erstmals nutzten über 50 Prozent der Weltbevölkerung das Internet – eine fast geradlinige Verdoppelung über die letzten zehn Jahre hinweg. Etwa im selben Zeitraum wuchs der Anteil der Zeit, die Menschen ihren Mobilgeräten widmen, auf das Vierfache. Andererseits wächst auch ein kritisches Bewusstsein zur Internet-Nutzung. Der Anteil der Erwachsenen in den USA, die ihre Smartphone-Nutzung zu begrenzen versuchen, stieg von 2017 auf 2018 von 47 auf 63 Prozent! Was sagt uns all das und wie sehen die Internet-Trends 2019 aus?

Globale Internet-Trends liefern auch lokalen Unternehmen verwertbare Erkenntnisse

Die genannten Zahlen kommen aus einem Standardwerk, das gerade zum 25. Mal erschienen ist: dem 334 Seiten dicken Report Internet Trends 2019 von Mary Meeker. Das ist nicht irgendwer, sondern eine Expertin für Risikokapitalanlagen, die vor fünf Jahren von Forbes in der Liste der mächtigsten Frauen der Welt auf Rang 77 platziert wurde. Sie gilt quasi als Trüffelschwein für Trends – und erschnüffelt sie, bevor sie überhaupt entstehen. Wer bei ihr nach fundierten Zahlen zum Beispiel zu Nutzerverhalten, E-Commerce und Advertising oder Freemium-Geschäftsmodellen sucht, der wird mit hoher Wahrscheinlichkeit fündig.

Hilft das aber nun dem Online-Shop in Stuttgart oder dem mittelständischen Logistikunternehmen in Bremen? Ja und nein. Globale Internet-Trends lassen sich natürlich nicht platt auf deutsche Verhältnisse übertragen. Der Anteil der Internetnutzer in Deutschland an der Gesamtbevölkerung etwa liegt nicht bei 51 Prozent, sondern bei 84 Prozent, und der Zuwachs seit 2009 beträgt bei uns auch bloß 21 statt circa 100 Prozent weltweit. Andererseits ist es plausibel anzunehmen, dass ein Trend zu mehr Zurückhaltung bei der Smartphone-Nutzung wie in den USA auch hier ankommt. „Digital Detox“ bringt 61 Millionen Google-Suchergebnisse, und schon diskutieren Fachmedien, was der Trend zu Digital Detox für Marken bedeutet.

Trendreports können bei der Planung helfen

Relevant sind alle diese Trends wie auch die Internet-Trends 2019, ob global oder kleinräumig – es kommt bloß darauf an, wozu Unternehmen sie verwenden wollen. Der Vergleich mit einer ganz anderen hochaktuellen Thematik illustriert das: Für die Planung der kommenden Ernte braucht ein Landwirt den zuverlässigen Wetterbericht, möglichst lokal, mit kurzfristigen Daten. Geht es aber um Investitionen, die seinen Hof für die nächsten 10, 20 Jahre binden, dann können sehr wohl Modelle der Klimaforscher zur globalen Erwärmung entscheidend werden. Genauso müssen Unternehmen sich die für sie relevanten Daten zu Internet-Trends und anderen Entwicklungen herauspicken, je nachdem, ob sie zum Beispiel exportorientiert sind, eher junge oder ältere Kunden haben, lang- oder kurzfristige Konsumgüter produzieren usw. Was wichtig ist, lässt sich nicht über einen Kamm scheren, aber zumindest in einer kurzen Auswahl zusammenstellen.

Kleines Buffet der Internet-Trends 2019

  • Sättigung: Was in der Luft liegt, zeigt sich auch bei uns schon in Zahlen: Die durchschnittliche Internet-Nutzungsdauer sinkt. Im Januar 2018 waren es noch 50 Minuten, im Juni nur noch 38 Minuten.

  • Online-Handel: In den USA steigt der Anteil des Online-Handels am Gesamteinzelhandel laut Meeker-Report seit 2000 kontinuierlich und liegt derzeit bei gut 15 Prozent. In Deutschland verläuft dieser Trend fast genau analog, wenn auch auf niedrigerem Niveau (aktuell circa 10 Prozent Handelsanteil laut HDE Online-Monitor).

  • Wo werden Anzeigen geschaltet? Hier geht es um das globale Einnahmenaufkommen durch Online-Ads von Anfang 2017 bis Anfang 2019. Platzhirsch sind die Google Ads, gefolgt von Facebook (mit etwa dem halben Volumen) und den Plattformen Amazon, Twitter, Pinterest und Snapchat gemeinsam (circa 1/6 von Google) – aber interessant sind die Zuwachsfaktoren: die Kleinen erreichen 2,6, Facebook 1,9, Google jedoch nur 1,4, also zwischen Wachstum zwischen Faktor 5 und 0,5 – sprich: Es lohnt sich, die kleineren Social-Media-Plattformen im Blick zu behalten. Die Nutzerzahlen einzelner Plattformen in Deutschland (in der Grafik auch einzeln auswählbar) zeigen etwa Pinterest als Wachstumssieger.

  • Video, Bild, Story: Die Formate, die auf Social-Media-Kanälen Erfolg haben, entwickeln sich weiter hin zu Video, Story und Bild, und weg vom Text (was nicht bedeutet, dass Text nicht daneben gut existieren kann). Überraschend sind wohl vor allem die hohen täglichen Nutzerzahlen für das Story-Format quer durch verschiedene Kanäle. Allerdings: Auch bei der reinen täglichen Nutzungszeit ist der Zuwachs, laut Meeker-Report, nahezu zum Stillstand gekommen

  • Neukunden werden teurer: Die Rentabilität der Kundenakquise durch Online-Ads entwickelt sich immer ungünstiger. Was sich schon rein logisch aus den angeführten Trends ableiten ließe, belegt der Meeker-Report auch mit Zahlen. Die zu erwartenden Mehreinnahmen durch Neukunden werden, pro Kopf gerechnet, zunehmend durch die Marketingkosten, die sich darauf konzentrieren, aufgefressen. Ein stärkerer Fokus auf Kundenbindung könnte dem begegnen.

Fazit: Eine genaue Webanalyse hilft mehr als Durchschnittswerte

Unternehmen, die mit Trendanalysen arbeiten wollen, müssen jedenfalls nicht nur hinsichtlich der Relevanz für den Standort, die Branche usw. differenzieren, sondern auch ihre eigenen Unternehmensdaten und deren Entwicklung heranziehen, speziell wenn es sich um Internet-Trends 2019 handelt. Einen nützlichen Ansatz besonders für Einsteiger in die Webanalyse bietet unser Blogbeitrag zur Erforschung sogenannter Segmente – ganz nach dem Motto „Vertrauen Sie nie den Durchschnittswerten eines Berichtes.“

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