Homepage Baukasten

Eine eigene Webpräsenz ist heutzutage auch für KMU und Gewerbetreibende unverzichtbar. Nicht selten dient sie als eine Art digitale Visitenkarte, über die man potenzielle Kunden auf sich aufmerksam macht. Aber genauso oft ist sie zugleich einer der Schaltpunkte, über die eigene Produkte oder Dienstleistung vermarktet werden.

Wie kommen Sie also mit überschaubarem Aufwand zur eigenen Website? Die größte kreative Freiheit haben Sie, wenn Sie die eigene Homepage selbst erstellen oder eine Webseite erstellen lassen. Aber nicht jeder kann oder will für einen schlanken und funktionalen Auftritt gleich eine Agentur beauftragen. Am schnellsten geht es mit einem Homepage-Baukasten – und ein paar grundlegenden Überlegungen vorab.

Welche Art von Website brauche ich überhaupt?

Es ist unbedingt sinnvoll, dass Sie sich über die Art Ihrer zukünftigen Webpräsenz im Klaren sind, bevor Sie sich an die tatsächliche Gestaltung setzen. Es gibt hier drei Möglichkeiten:

Einfache Homepage

Die pure Homepage besteht aus einer einzigen Seite mit allen relevanten Informationen sowie den rechtlichen Pflichtinformationen wie Impressum und Datenschutzerklärung. Wer lediglich eine digitale Visitenkarte braucht, hat jetzt schon, was er braucht.

Einfache Website

Eine Website ist deutlich umfangreicher und erfordert auch konzeptionelle Vorarbeit. Hier findet sich nicht nur die klassische Homepage. Hinzu kommen Unterseiten, auf denen sich ein Gewerbetreibender, ein Unternehmen oder eine Organisation vorstellen. Geeignet ist sie daher primär für den, der online zwar Kunden gewinnen will, aber seine eigentlichen Produkte offline anbietet.

Eine einfache Website besteht aus folgenden Unterseiten:

  • Homepage

  • Neues/Aktuelles

  • Kundenstimmen und Referenzen

  • Angebotene Produkte oder Dienstleistungen

  • Kontaktformular

  • Anfahrt

  • Unternehmensgeschichte oder auch: „Wer wir sind“

  • Impressum und Datenschutzerklärung sind in Deutschland verpflichtend

  • Jobangebote

Komplexe Website

Ein komplexer Internet-Auftritt ist für gewöhnlich umfangreicher, aufwendiger gestaltet und bietet Besuchern zahlreiche Zusatzfunktionen, die oft nicht ohne Datenbank auskommen, also etwa ein Kommentarsystem, einen Mitglieder- oder Kundenbereich oder auch einen Online-Shop mit Bezahlfunktion. Diese Art der Webpräsenz eignet sich gut für den, der online Kunden gewinnen will oder mit der Website selbst Geld verdienen möchte, also Freelancer, Coaches, Berater, Agenturinhaber oder kleine und mittelständische Unternehmen.

Mit einem Homepage-Baukasten ist beides – eine einfache Homepage oder auch eine einfache Website – gut realisierbar. Viele Anbieter stellen zusätzliche Module bereit, mit der Sie die Funktionalität Ihres Webauftritts erweitern können. Damit lässt sich auch eine komplexe Website aufsetzen. Möglicherweise stoßen Sie hier aber an die Grenzen des ausgewählten Angebots.

Wen will ich mit meiner Website ansprechen?

Bevor Sie anfangen, sollten Sie sich darüber klar werden, an wen sich diese Website richtet, welche Ziele Sie mit ihr erreichen wollen und welche Inhalte Sie dort publizieren möchten. Hilfreich kann hier das Entwerfen einer Kunden-Persona sein. Mit ihr lässt sich genauer definieren, für wen Sie Ihren Webauftritt planen. Wollen Sie die Website für Vertriebszwecke nutzen, ist es sogar zwingende Notwendigkeit.

Hier sind ein paar Fragen zur Kunden-Persona:

  • Welche Ziele hat sie? Was will sie erreichen?

  • Welche demografischen Merkmale hat sie? Das können Geschlecht, Alter, Beruf, Familienstand, Einkommen, Bildungsstand oder der Lebensmittelpunkt sein.

  • Welches Vorwissen bringt sie mit?

  • Mit welchen Ängsten und Problemen setzt sie sich auseinander?

  • Was hilft ihr dabei, diese Probleme zu lösen?

  • Welche Informationsquellen nutzt sie? Eher Zeitschriften und andere Printmedien oder eher soziale Medien wie Facebook, Instagram oder Pinterest? Das öffentlich-rechtliche Fernsehen oder eher Online-Angebote wie Youtube?

  • In welcher visuellen Welt lebt sie?

Es ist gut möglich, dass Sie ein bisschen Zeit in die Recherche investieren müssen. Aber das Ergebnis lohnt sich. Sind diese Fragen nämlich beantwortet, können Sie sich ein paar Gedanken über das Erscheinungsbild machen. Was passt am besten zum Ihrem Geschäftsfeld – sachlich-nüchtern, eher funktional oder eher verspielt? Eher textlastig und nachrichtlich oder mit starker Optik und hohem Bildanteil? In welcher Optik präsentiert sich Ihre Branche am liebsten? Mit den Antworten auf diese Frage fällt es Ihnen leichter, aus den Layouts eines Homepage-Baukasten-Anbieters das Passende auszusuchen.

Was spricht für einen Homepage-Baukasten?

Wer für den Anfang eine schnelle, flexible Löschung braucht, für den bieten die Homepage-Baukästen klare Vorteile. Allerdings empfiehlt es sich auch hier, etwas Geld in die Bezahlversion zu investieren. In den Gratisversionen spielen die Anbieter in der Regel Werbung aus, auf die man dann keinen Einfluss hat.

Bei der Auswahl des richtigen Anbieters sollten Sie außerdem darauf achten, dass die eigene Domain und damit verknüpfte E-Mail-Adressen Teil des Pakets sind.

  • Mit einem Homepage-Baukasten brauchen Sie sich mit Dingen wie HTML, SQL, Java oder PHP nicht zu beschäftigen. Die entsprechenden Anbieter stellen einen Homepage-Editor zu Verfügung, dessen Bedienung intuitiv funktioniert und leicht zu erlernen ist.

  • Der Editor zeigt in der Regel eine (fast) leere Seite, auf der sich die einzelnen Gestaltungselemente wie Text, Bilder, Grafiken oder Videos im Drag-and-Drop-Verfahren platzieren lassen. Meist erleichtern Hilfslinien die optimale Platzierung der Elemente.

  • Viele Anbieter erlauben sogar die Integration eines Webshops. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass Sie auch Tracking-Dienste zur Analyse der Seitenbesucher und eine Backup-Option bekommen.

  • Nachträgliches Ändern oder Verschieben von Inhalten ist kein Problem.

  • Gerade für eine einfache Homepage oder eine einfache Website ohne komplexe Funktionen und aufwendiges Backend sind Homepage-Baukästen gut geeignet.

Auch die Kosten sprechen eher dafür, die erste Website selbst zu bauen. Nehmen wir an, Sie brauchen zum Aufbau ein bis zwei Stunden pro Tag. Mit einem Homepage-Baukasten benötigen Sie dann etwa eine Woche, um eine schlichte Website mit einigen wenigen Seiten zu erstellen. Komplette Anfänger brauchen dagegen für eine WordPress-Seite zwei bis vier Wochen, weil sie sich auch in WordPress selbst einarbeiten müssen. Und ein professioneller Webdesigner nimmt dafür zwischen 800 und 1500 Euro.

Welche Nachteile hat ein Homepage-Baukasten?

Natürlich ist auch in der Welt der Homepage-Baukästen nicht alles Gold, was glänzt. Ein Baukasten hat neben den Vorteilen auch ein paar Nachteile, die man bei der Entscheidung bedenken sollte.

  • Für komplexe Websites ist ein Homepage-Baukasten ungeeignet.

  • Wer die kostenfreien Baukästen-Angebote nutzt, hat keinen eigenen Domain-Namen. Die Website steht unter: strohmann.baukasten-anbieter.com im Netz. Dann ist die eigene Domain eine Unterdomain der Anbieterdomain. Für professionelle Ansprüche ist das eher ungünstig. Es wirkt, als habe man für alles andere kein Geld.

  • Sie sind in Sachen Gestaltung und Funktionen immer vom jeweiligen Anbieter abhängig.

  • In den kostenfreien Versionen spielen die Baukasten-Anbieter Werbung aus, auf die Sie keinen Einfluss haben.

  • Die Website lässt sich nicht exportieren und dann in ein anderes System, wie etwa die CMS-Software WordPress, importieren. In diesem Fall müssen Sie mit den einzelnen Bausteinen wie Text, Bild, Grafik oder Video eine komplett neue Site aufbauen.

Welche Domain passt zu mir?

Einerlei, wie Sie sich entscheiden: Ohne einen einprägsamen Domain-Namen kommt man im Netz nicht weit. Die Domain ist dabei der Name des virtuellen Raumes, den die eigene Site im Netz einnehmen soll, also etwas wie „www.strohmann.de“ oder „www.agentur-brettschneider.com“. Hier braucht nicht Ihr eigener Name zu erscheinen. Oft ist der Name des eigenen Unternehmens sogar besser geeignet. Sie können sie gegen eine geringe Gebühr registrieren und dann verwenden, vorausgesetzt der Name ist noch frei.

Wer sich also professionell präsentieren möchte, sollte ein kostenpflichtiges oder ein Premium-Angebot nutzen. Hier sind die Sicherung und Registrierung der eigenen Domain in der Regel enthalten. Manch Anbieter bietet die Domain für ein Jahr kostenlos an, einschließlich der gängigen Endungen wie .com, .de, .net, oder.org.

Ideal ist die Endung .de, weil sie in Deutschland das meiste Vertrauen genießt. Auf dem zweiten Platz steht die aus dem englischsprachigen Raum kommende Endung .com, die dann interessant ist, wenn Sie eine mehrsprachige Website gestalten wollen. Wer die Website einer gemeinnützigen Organisation aufbaut, sollte sich für eine .org-Domain entscheiden. Sie ist genau dafür geschaffen worden.

Wie setzt sich meine Baukasten-Website zusammen?

Wer viel online unterwegs ist, sieht schnell, dass die meisten Websites einen ziemlich einheitlichen Aufbau haben. Dies sind die wichtigsten Elemente einer professionellen Website:

  • Header oder Kopfzeile: Dies ist meist das erste, was Besucher von der Website zu sehen bekommen. In den Header gehört das eigene Logo. Außerdem enthält er die Navigation oder das Menü zum Navigieren auf der Website.

  • Body: Hier steht der eigentliche Inhalt.

  • Footer: Im Footer finden sich Informationen und Links, die der Besucher nicht sofort sehen muss, also zum Beispiel zu den neuesten Blogartikeln, zum Impressum, den AGBs und der Datenschutzerklärung oder eine Übersicht über die anderen Seiten der Website und die Links zu den eigenen Social-Media-Kanälen.

  • Sidebar: Die Sidebar nimmt ebenfalls Links auf, die der Nutzer nicht sofort zu sehen braucht. Allerdings sollten hier Informationen stehen, die wichtiger sind als die Inhalte im Footer. Man kann sie rechts, links oder auf beiden Seiten einfügen. Zu den Inhalten zählen etwa Links zu eigenen Social-Media-Kanälen, Informationen über den Betreiber selbst oder die Organisation, ein Newsletter-Formular, eine Suchfunktion oder auch Werbebanner. Für die mobile Version schieben die meisten Templates die Sidebar ans Fußende der Seite.

Worauf muss ich bei der Gestaltung mit dem Homepage-Baukasten achten?

Für eine professionelle Anmutung gibt es einige allgemeine Punkte, auf die Sie achten sollten:

  • Lesbarkeit auf allen Endgeräten: Das können Sie checken, indem Sie sich die frisch gestalteten Seiten in verschiedenen Browsern und auf verschiedenen Endgeräten wie Laptop, Desktop, Smartphone und Tablet anschauen. Wenn in einem Browser oder auf einem Endgerät etwas durcheinandergerät, müssen Sie den Fehler finden und beheben.

  • Schriftgröße und Zeilenabstand: Ideal sind eine Schriftgröße von 16 px für den Fließtext und ein Zeilenabstand von 1,5 cm oder dem Anderthalbfachen der Schriftgröße.

  • Ladezeit: Die können Sie mit Tools wie Pingdom testen. Je kürzer die Ladezeit, desto besser.

  • Leichte Navigation: Wenn das Menü zu viel Oberpunkte enthält, wird es unübersichtlich, und die Besucher verlieren die Orientierung. Die meisten klicken dann weg.

  • Bilder: Bilder sollten die Wirkung der Inhalte verstärken. Achten Sie aber darauf, dass sie in dem einen oder anderen Browser nicht verzerrt dargestellt werden. Außerdem müssen Sie die Größenbeschränkung des Baukasten-Anbieters einhalten.

  • Links: Sie sollten sich deutlich vom Fließtext abheben, etwa durch Unterstreichung, Fettschrift oder die Hausfarbe. Als universelle Farbe für Links hat sich blau eingebürgert. Wenn Sie also im Zweifel sind oder der Homepage-Baukasten keine passende Farbe zulässt, liegen Sie mit blau immer richtig.

Fazit: Aller Anfang ist (erst einmal) ziemlich einfach!

Anleitungen zum Erstellen der eigenen Website gibt es im Web so reichlich wie Kochrezepte. Günstige Angebote für Webhosting-Pakete gibt es ebenfalls. Wenn Sie es einfach einmal ausprobieren möchten, können Sie mit Heise RegioConcept in vier Schritten Ihre eigene Homepage erstellen. Wir wünschen Ihnen bei der Erstellung Ihres eigenen Webauftritts viel Erfolg!

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