Videomarketing: Vertikale Videos und Influencer zeigen, wo’s langgeht

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Vertical Videos

Früher dominierten im Internet textlastige Auftritte. Inzwischen hat sich das komplett geändert. Nicht nur haben Plattformen wie YouTube oder Facebook zur großen Reichweite von Video-Content beigetragen, auch die technischen Mittel zur Produktion akzeptabler Filme sind so einfach zu handhaben, dass so gut wie jeder mit ihnen zurechtkommt. Inzwischen sind Videos derjenige Content, der im Netz am meisten konsumiert wird. Nach einer Meta-Studie der US-amerikanischen Marketing-Agentur WebpageFX wird 2019 etwa 80 Prozent des konsumierten Web-Contents aus Videos bestehen. Zudem behalten Zuschauer 95 Prozent einer Botschaft, wenn diese in einem Video enthalten ist. Bei einer Textbotschaft merken sich Leser im Web nur 10 Prozent.

Videomarketing favorisiert Influencer

Parallel dazu wächst die Bedeutung der sogenannten Influencer im Videomarketing. Influencer sind mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten mit einer starken Präsenz in den sozialen Netzwerken oder auch auf Videoplattformen wie YouTube und Twitch. Influencer können Prominente mit einem herausgehobenen Off-Line-Status sein, etwa bekannte Sportler, Musiker oder Schauspieler. Oft sind es aber gewöhnliche Menschen, die in ihrer eigenen thematischen Nische Inhalte produzieren. Das kann klassischer Journalismus sein, Literatur- und Filmkritiken, eine bestimmte Musikrichtung oder ein Hobby wie Modellbau oder Gaming. Oft betreiben Influencer nicht nur einen Blog, sondern auch Accounts auf Facebook und Instagram sowie einen Video-Kanal auf YouTube.

Influencer dominieren im Beauty- und Gaming-Bereich

Allerdings generieren YouTuber, die journalistische Inhalte produzieren oder über den Bau von Modelleisenbahnanlagen referieren, nur relativ überschaubare Follower-Zahlen. Dagegen haben Online-Persönlichkeiten, die sich mit Comedy, Sport, Fitness- und Beauty-Produkten beschäftigen oder als Gamer aktiv sind, viele Millionen Anhänger. PewDiePie, der erfolgreichste YouTuber überhaupt, hat für seinen YouTube-Kanal über 82 Millionen Abonnenten. PewDiePie ist das Pseudonym des schwedischen Videoproduzenten Felix Arvid Ulf Kjellberg. Auf seinem Kanal produziert er Comedy und spielt Videospiele, hauptsächlich in den Bereichen Horror und Action. Durch Werbeeinnahmen auf YouTube und außerhalb der Plattform verdiente er 2014 rund 7, 5 Millionen US-Dollar.

Wer wie PewDiePie Gaming-Videos produziert, ist meist auch auf der Online-Plattform Twitch zu Hause. Dort betreiben zahlreiche Gamer Streaming-Kanäle, auf denen man ihre Spiele live verfolgen kann. In Deutschland erreichen die Social-Media-Zwillinge Lisa und Lena mit ihren Videos auf den Plattformen TikTok und Instagram ungefähr 14 Millionen Abonnenten. Was sie da zeigen, ist jedoch recht trivial: Sie singen lippensynchron überwiegend englischsprachige Lieder nach. Bibi Heinecke hat sich dagegen auf Beauty- und Modethemen spezialisiert und versammelt auf ihrem YouTube-Kanal BibisBeautyPalace mittlerweile 5, 5 Millionen Abonnenten.

Hochformat verdrängt Querformat

Allerdings zeichnet sich bei den Videoformaten schon die nächste Verschiebung ab. Die Mediennutzer wanderten erst vom Fernsehen zu Online, und nun verschiebt sich die Nutzung durch die immer größere Verbreitung von mobilen Endgeräten hin zu anderen Bildschirmformaten. Bei einigen YouTube-Videos kommen bereits heute 90 Prozent der Klicks von Smartphones. Die haben aber ein anderes Format, nämlich 9:16 statt des nach wie vor üblichen TV-Formats 16:9, in dem noch die Mehrzahl der YouTube- oder Twitch-Videos produziert wird.

Die jüngeren Nutzer produzieren außerdem selbst Videos mit ihren Smartphones – und das in der Regel im 9:16-Format. Auf Instagram und Facebook setzen sich die Videos in diesem Größenverhältnis auch mehr und mehr durch. Allerdings ist es mit dem reinen Formatwechsel nicht getan, denn in der Realität werden immer noch beide nebeneinander verwendet. Es ist also von Vorteil, wenn man bei der Videoproduktion bereits das Hochformat berücksichtigt. „Tatsächlich ist es so, dass sich manche Formate schon gar nicht mehr in 16:9 abspielen lassen. Wir nutzen das Smartphone mittlerweile größtenteils so, wie es auch gebaut wurde“, sagte Jörn Mecher, Cofounder der Influencer-Agentur Intermate, gegenüber dem Online-Magazin lead-digital. „Die junge Zielgruppe dreht ihr Handy kaum noch in den Landscape-Modus, die Screenlock-Rate nimmt immer mehr zu. Hochformat greift genau hier ein – wir nutzen den gesamten Screen, können viel mehr Platz ausnutzen und bei vielen Bewegtbild-Formaten wie beispielsweise im Bereich Fashion macht es auch Sinn.“

Ein weiterer Faktor sind die sinkenden Tarife für mobile Datenübertragung, sodass man auch unterwegs ohne Probleme Videos schauen kann. Jörg Mecher schätzt, dass im Jahr 2023 75 Prozent des gesamten mobilen Traffics auf Videos entfällt. Videos im Hochformat liegen also klar im Trend, gerade wenn sie sich an eine Zielgruppe richten, die überwiegend von mobilen Endgeräten aus auf Videos zugreift.

Auch der B2B-Bereich setzt auf Videomarketing

Auch im B2B-Marketing setzt sich das Videomarketing immer mehr durch. Die Agentur Spiceworks befragte für ihren 2019 State of IT Marketing Report 350 B2B-Vermarkter von Technologiefirmen in Europa und Nordamerika. Video-Content ist danach schon länger wirksamer als andere Marketinginhalte, weil sich über das Bewegtbildmedium schneller Botschaften verbreiten lassen. 2018 nutzten 48 Prozent der befragten Vermarkter Videomarketing. Und 64 Prozent von ihnen entwickelten eine Marketingstrategie, die auf Content und Accounts in verschiedenen Sozialen Medien ausgerichtet war. Außerdem entfiel bei 36 Prozent der Marketer etwa die Hälfte der Marketingaktivitäten auf Video-Content über die verschiedenen Kanäle und Plattformen. Der Grund dafür ist die hohe Zahl an Conversions, die über den passenden Content erzielt werden.

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Friedrich List
Friedrich List ist Journalist und Buchautor. Seit Anfang des Jahrhunderts schreibt er über Themen aus Computerwelt und IT, aber auch aus Forschung, Fliegerei und Raumfahrt. Für ihn ist SEO genauso interessant wie Alexander Gersts nächster Flug zur Internationalen Raumstation. Als Hamburger erzählt er auch gerne Geschichten aus seiner Heimatstadt.

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