Emojis

Aus privaten WhatsApp-Gesprächen sind sie längst nicht mehr wegzudenken, ebenso wie aus Tweets, Facebook-Diskussionen, SMS oder E-Mails unter Freunden: Emojis, die kleinen bunten Bildchen, die in diesen Nachrichten nicht größer sind als die Buchstaben, aber oft ganze Satzaussagen repräsentieren. Inzwischen haben sie auch den Weg ins Online-Marketing gefunden.

Gefühle ansprechen, wo es angebracht ist

Gnadenlos virtuose Nutzer ersetzen geschriebenen Text oft komplett oder größtenteils durch Emojis. Einfachste Übung: Wer kennzeichnen möchte, dass der von ihm geschriebene Satz humorvoll oder ironisch gemeint ist, ergänzt ihn um einen zwinkernden oder lachenden Smiley. Ein Satz wie „Ich ärgere mich, weil mein Zug 30 Minuten Verspätung hat“ lässt sich ebenso unmissverständlich durch ein wütendes Gesicht, eine Lokomotive, eine Sanduhr und – als einzigen Textteil – „30 min“ ausdrücken. Und wer fragen will „Sollen wir essen gehen?“, verschickt dazu eventuell das Bild einer Pizza, einer Haxe oder einfach eines Tellers samt Besteck, gefolgt von einem Fragezeichen.

Emoji Marketing Pizza

Screenshot, Quelle: WhatsApp

Das ist auch im geschäftlichen Umfeld – speziell in Marketing-Botschaften – möglich, wenn die Zielgruppe diese Art der Kommunikation goutiert. Verzichten sollte man auf Emojis allerdings bei Servicemitteilungen, die von den Kunden mit großer Wahrscheinlichkeit eher negativ aufgenommen werden: Würde etwa die Bahn eine Zugverspätung mit Emojis kommunizieren, könnte zumindest ein Teil der Reisenden den Eindruck gewinnen, das Unternehmen nehme sie nicht ernst oder versuche, die Fehlleistung zu verharmlosen.

Kein Tabu mehr: Emojis im seriösen Kontext

Emojis untergraben aber nicht generell den seriösen Charakter einer Mitteilung. Eine Studie der University of Missouri ergab, dass Emojis in E-Mails eine positive Erwartungshaltung fördern und keine negativen Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit der Nachricht haben, selbst wenn sie bis zu vier Mal in einer Nachricht verwendet wurden.

Allerdings sehen viele Marketer eine Grenze überschritten, wenn sie auf die unter der Überschrift #CHEVYGOESEMOJI veröffentlichte Pressemitteilung von Chevrolet angesprochen werden. Die Presseverantwortlichen des Autoherstellers hatten sich seinerzeit (2015) dazu entschlossen, eine komplette Pressemitteilung aus Emojis zu komponieren. Zwar hätte sich mit einiger Mühe erschließen lassen, worum es darin eigentlich ging, es gilt aber als wahrscheinlich, dass etliche Redakteure von Autozeitschriften die Dechiffrierung irgendwann entnervt aufgaben.

Emoji-Domains aus West-Samoa

Während Emojis innerhalb von Textnachrichten längst ein gewohnter Anblick sind, können Werbetreibende ihrer Zielgruppe mit Emojis im Domainnamen immer noch eine Überraschung bereiten. Derzeit erlaubt allerdings nur das NIC eines einzigen Landes, West-Samoa (Toplevel-Domain: .ws), die Verwendung von Emojis im Domainnamen. Zunutze gemacht hat sich das unter anderen der Getränkehersteller Coca Cola, der mit Domains wie www.😛.ws eine

Werbekampagne in Puerto Rico organisiert hat. Dass .ws die Länderdomain für West-Samoa ist, stört bei solchen Kampagnen im Allgemeinen nicht – die meisten Nutzer assoziieren mit .ws ohnehin eher Webservice oder Website.

Emoji-Fans als Träger der Botschaft

Ein Beispiel, wie Marketer ohnehin Emoji-affine Nutzer in eine entsprechende Kampagne einspannen können, lieferte der World Wildlife Fund im Jahr 2015. Unter dem Hashtag #EndangeredEmoji konnten Nutzer sich für eine Spendenkampagne registrieren – der WWF zählte in den nächsten Monaten mit, wie häufig diese Nutzer Emojis verwendeten, die eine von 17 bedrohten Tierarten repräsentierten. Jeweils zum Ende des Monats erhielten die Nutzer dann eine Statistik, verbunden mit der Bitte um eine Spende von 11 US-Cent respektive 10 Euro-Cent pro Verwendung. Ob und wie viel die Nutzer tatsächlich spendeten, blieb zwar ihnen überlassen, die Botschaft hinter der Emoji-Kampagne konnten die Tierschützer aber wirkungsvoll vermitteln.

Fazit: Verleihen Sie Ihren Marketing-Botschaften Emotionen!

Emojis sind zu einem festen Bestandteil privater Kommunikation geworden: In WhatsApp-Nachrichten, Tweets, Facebook-Reactions bestimmen die bunten Symbole das Bild. Da liegt es nur nahe, sie auch im Online-Marketing zu nutzen. Das Ob ist also nicht die Frage, jedoch entscheidet das Wie über den Erfolg. Zu viele der bunten Dinger oder ein missverständlicher Einsatz der Symbole können Ihrer Werbestrategie womöglich einen Dämpfer versetzen. Dass Werbetreibende – wie im genannten Beispiel von Chevrolet – beim Ausloten der Möglichkeiten über das Ziel hinausschießen, muss aber nicht unbedingt schlecht sein. Zwar hat Chevrolets Pressemitteilung seinerzeit kaum jemand verstanden, aber immerhin reden wir noch zwei Jahre später darüber.

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