Verweildauer steigern

Strategien zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) haben mitunter etwas Obskures – die Verweildauer (engl.: dwell time) gehört aber nicht zu dieser Sorte. Und das Schöne ist: Sie brauchen auch keinen IT-Spezialisten, um Ihre Website entsprechend zu gestalten. Die Sache ist im Prinzip leicht verständlich: Wenn ein Website-Besucher länger auf einer oder sogar mehreren Seiten „verweilt“, spricht fast alles dafür, dass der Inhalt für ihn interessant ist. Und wenn die Suchmaschine das registriert, ist das ein positives Signal für das Ranking. Wenn Sie die Verweildauer steigern, hilft es Ihnen, eine bessere Platzierung auf Suchergebnisseiten (SERPs) zu erreichen, die für denselben oder einen ähnlichen Suchbegriff angeboten werden.

Was ist Verweildauer und was sagt Google dazu?

Die Definition von Verweildauer, Dwell Time oder (durchschnittlicher) Besuchszeit ist für SEO-Laien manchmal verwirrend. Hinzu kommt, dass Verweildauer etwas mit Absprungraten (Bounce Rate) und Klickraten (Click Through Rate) etc. zu tun hat, aber nicht dasselbe bezeichnet. Sie brauchen das zum Glück nicht im Detail zu wissen, für Wissbegierige gibt es aber übersichtliche Einführungen wie zum Beispiel vom RyteWiki.

Wenn Sie nun die Verweildauer steigern, damit Ihr Suchmaschinenranking verbessern und Ihren Website-Besuchern eine optimale Nutzererfahrung bieten wollen, sollten Sie folgende Punkte im Auge behalten:

  • Die für Sie selbst nützlichsten Informationen erhalten Sie über Analysetools wie Google Analytics (wozu es durchaus kritische Einwände gibt) oder ähnliche Werkzeuge, die auch bei einfachen Website-Baukästen wie WordPress bereits eingebaut sind.

  • Etwas anderes ist die Verweildauer, die Suchmaschinen messen. Hier geht es um die Zeit vom Anklicken eines Suchergebnisses bis zur Rückkehr zur Suchmaschine. Das liefert natürlich andere Ergebnisse. Google selbst schwört übrigens, die Daten von Google Analytics nicht für das Ranking heranzuziehen.

  • In beiden Fällen erlaubt die reine Verweildauer allein noch keinen Rückschluss auf die Qualität der Nutzererfahrung. Das gilt für Einzelseiten wie für die ganze Website. Nur zum Beispiel: Eine lange Verweildauer auf einer ganzen Website kann auch von einer miserablen Seitennavigation kommen. Und andersherum kann eine kurze Verweildauer völlig in Ordnung sein, wenn eine einzelne Seite die knappe Information, die der Nutzer sucht, sofort liefert.

  • Bei aller Ungenauigkeit im Einzelfall sollten Sie aber immer dann aufmerksam werden, wenn sich in der Statistik eine Tendenz oder gar sprunghafte Änderungen in Richtung längerer oder kürzerer Verweildauer zeigen – besonders, nachdem Sie etwas an Ihren Seiten verändert haben.

Wollen Sie generell Energie in die Suchmaschinenoptimierung stecken und so nicht nur Ihr Google-Ranking verbessern, sondern auch die richtigen Nutzer auf Ihre Website holen? Dann stöbern Sie in unserer umfangreichen Liste mit SEO-Ratschlägen hier im Blog.

7 Tipps, wie Sie die Verweildauer steigern können

„Besser“ ist eine Verweildauer dann, wenn dies ausdrückt, dass in dieser Zeit das Interesse das Nutzers optimal befriedigt wird. Bevor Sie Maßnahmen ergreifen, sollten Sie einschätzen, von welcher Verweildauer auf einer bestimmten Seite bei einem Besucher auszugehen ist, bis er dort erfahren hat, was er wissen wollte. Bei ganzen Websites mit vielfältigen Inhalten lässt sich das natürlich nicht angeben.

  • Keywords und Meta Descriptions: Es kann eine Reihe von Gründen dafür geben, dass Suchmaschinen Ihre Seiten nicht finden oder für irrelevant halten. Schlecht für Ihr Ranking ist es aber auch, wenn irreführende Elemente wie Keywords und Meta Descriptions Nutzer zu Ihnen locken, die etwas anderes suchen und deswegen gleich wieder weg sind. Das ist genau die Art von kurzer Verweildauer, die Ihrem Ranking schadet.

  • Andere technische Gründe: Besonders neue Besucher, die noch nicht wissen, ob sie bei Ihnen an der richtigen Adresse sind, haben wenig Geduld. Um sie bei der Stange zu halten, sorgen Sie unbedingt für kurze Ladezeiten, eine optimale, also intuitive und übersichtliche Seitennavigation bzw. Menüstruktur und eine ordentlich funktionierende Suchfunktion. Sonst ist Ihre Website wie ein Hotel ohne Rezeption und Zimmernummern.

  • Störende Seitenelemente: Vermeiden Sie aus denselben Gründen möglichst Banner, Pop-ups, selbststartende Videos etc. Besonders die immer zahlreicheren User mit Mobilgeräten (kleine Bildschirme!) hassen solche Dinge und klicken Ihre Seite rasch weg.

  • Webdesign: Es versteht sich von selbst, dass die Inhalte Ihrer Seiten textlich wie grafisch mit den Seitentiteln (URLs) und Headlines übereinstimmen müssen und optimal gegliedert sind. Dann geht es aber auch darum, das Nutzerinteresse – je nachdem – wachzuhalten oder in eine bestimmte Richtung zu lenken. Mittel dazu können beispielsweise sein: interne Links; eingebettete Videos (eingebettet statt verlinkt, damit der Nutzer auf Ihrer Seite bleibt!); spannende Listen; auch überlegt eingesetzte Buttons mit einem Call-to-Action sind hilfreich. Noch selten, aber auch wirkungsvoll: Mini-Umfragen, die Besucher beschäftigen können. Ein Tool dafür ist zum Beispiel Qeriz.

  • Storytelling: Dieses Element flankiert jede attraktive Website. Manchmal können gute Storys sogar im Mittelpunkt stehen. Es gibt viele Formate für Geschichten, mit denen sich Website-Besucher in den Bann ziehen lassen und vielleicht auch länger verweilen, als sie eigentlich wollten. Storytelling ist in der einen oder anderen Art und Weise für nahezu jedes Unternehmen möglich.

  • Alte Freunde einladen: Das Stichwort Retargeting bzw. Remarketing erinnert daran, dass die Verweildauer für Websites insgesamt nicht nur von neuen Besuchern abhängt. Sie können Bestandskunden oder unfreiweillige Seitenabbrecher (etwa durch Störungen beim Besuch Ihrer Website) zu einem erneuten und vielleicht ausgiebigen Seitenbesuch auffordern.

  • Ausmisten: Ihre Analysetools verraten Ihnen gerne, welche Ihrer Seiten quasi Karteileichen sind – vielleicht, weil der Inhalt veraltet ist, weil sie unerreichbar geworden sind, weil sie Elemente enthalten, die nicht mobile friendly (also für Smartphone und Co. ungeeignet) sind oder vieles andere mehr. Solche Seiten vermiesen Ihnen nicht nur den Schnitt, sie sind auch keine gute Visitenkarte. Löschen Sie sie, oder bringen Sie sie auf Vordermann.

Fazit: Steigern Sie die Verweildauer Ihrer Website-Besucher step-by-step!

Wenn Sie selbst dieses Thema googeln, werden Sie auf mehr Tipps stoßen, als Sie in der Lebensdauer Ihrer Website umsetzen können. Deswegen: Konzentrieren Sie sich – zunächst – auf einige ausgewählte Maßnahmen wie die hier beschriebenen. Falls Sie thematisch Blut geleckt haben und zu dem gesamten Bereich noch etwas tiefer einsteigen möchten, empfehlen wir Ihnen diesen (englischsprachigen) Beitrag zu Dwell Time von Backlinko.

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