Mobilegeddon Auswirkungen

In zehn Ländern verzeichnet Google bereits über die Hälfte der Suchanfragen von Mobilgeräten, lautete die Botschaft am 5. Mai im offiziellen AdWords-Blog des Suchmaschinen-Marktführers. Daher wehte also der Wind, der schon zwei Wochen zuvor die SEO-Szene auf Trab gebracht hatte. Larry Pages Google-Reich dürfte mit der Geburt des neuen Suchalgorithmus vom 21. April dem Geburtstag der Queen locker den Rang abgelaufen haben: Das „Mobile-friendly Update“ machte augenblicklich Schlagzeilen. Es liefert (sogar als exakte Suchphrase) eine sechsstellige Zahl von Suchergebnissen, wenn man wissen will, vor welchen Folgen wir diesmal zu zittern haben. Angst vor Ranking-Einbrüchen scheint ja oft das vorherrschende Thema bei neuen Algorithmen von Google zu sein. In diesem Fall: Bin ich weg vom (Such-)Fenster, wenn meine Website nicht hundertprozentig für Smartphones, Tablets usw. taugt?

Vorerst kein Kahlschlag, auch nicht bei Steinzeitseiten

Das Schlagwort vom „Mobilegeddon“ geisterte als Endzeitwarnung durch den SEO-Kosmos – Zeit also, Google selbst als den Gott dieses Kosmos’ zu fragen. Das Lehramt für solche Fragen ist der Webmaster Central Blog, ein offizielles Organ der Suchmaschine. Dort war man schon am Tag des Updates vorbeugend auf Entwarnung gebürstet.

Nach einer kurzen Erklärung der (offenkundigen) Gründe, warum die Suche nach mobile-friendly Content endlich leichter werden muss, nennt Google drei zentrale Punkte:

  1. Nur auf Mobilgeräten ändert sich das Ranking.
  2. Dies betrifft jeweils konkrete Seiten, nicht automatisch ganze Websites, aber …
  3. der Algorithmus kommt sprach- und länderübergreifend weltweit zum Einsatz.

An weitere Selbstverständlichkeiten wird vorsorglich gleich mit erinnert: Es gibt immer noch andere wichtige Ranking-Faktoren wie exzellenten Inhalt, viele hochwertige Backlinks etc. Den Weckruf sollten Mobilmuffel dennoch ernst nehmen. Denn enttäuschtes Verhalten mobiler Nutzer bei schlecht oder gar nicht zugänglichen Inhalten kann Google an vielen verschiedenen Stellen registrieren. Mit ersten Tipps wartete Google bereits eine Woche später auf.

Genügt Erste Hilfe oder ist ein Relaunch fällig?

Kein akuter Handlungsbedarf besteht, wenn Googles Mobile-Friendly Test grünes Licht gibt. Dann darf man sich über voraussichtlich bessere Suchergebnisse freuen. Andernfalls ist es stark von der Websoftware abhängig, wie viel Arbeit und Kosten die Optimierung erfordert. Das geht in günstigen Fällen (z.B. bei WordPress unter bestimmten Voraussetzungen) im Heimwerkermodus, also gratis.

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Allerdings: Der Umstieg auf ein komplett neues System kann bei einem störrischen CMS alter Prägung durchaus die ökonomischere und vor allem zukunftsfähigere Lösung sein. Es ist am Ende eine Kostenfrage, ob ein Responsive Relaunch nicht gleich günstiger kommt.

Fazit: Zeit genug für gründliche Mobile-Optimierung

Erste Tests des Google-Updates von SEOmoz deuten darauf hin, dass dramatische Abstürze im Ranking momentan die Ausnahme sein dürften. Eher ist es so, dass Websites, die schon jetzt mobile-friendly sind, vom Google-Update spürbar profitieren. Zeit genug für eine gründliche Beratung durch Agentur-Experten bleibt also noch. Eine Gnadenfrist haben auch jene Websites, die z.B. durch  Google Analytics wissen, dass sie nur wenig Traffic durch Mobilgeräte haben – doch das ist wohl nur eine Frage der Zeit.

>>> Zurück zu Teil 1: Google entfesselt das „Mobilegeddon“

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