mobil first index

Die Schwelle war bereits Mitte 2015 erreicht: Damals gab Google bekannt, dass in zehn Ländern, darunter die USA und Japan, mittlerweile mehr als die Hälfte der Suchanfragen von mobilen Geräten stammten. Sowohl die Quote als auch die Anzahl der Staaten dürfte bis heute weiter signifikant gestiegen sein. Kein Wunder also, dass Google sein Flaggschiff – die Suche – den veränderten Gewohnheiten anpassen will.

Vermutungen, dass Google am Suchindex schrauben will, gab es schon länger. Gary Illyes, Webmaster-Analyst bei Google, ließ dann auf einer Konferenz im Oktober 2016 die Katze aus dem Sack. Allein seine spärlichen Äußerungen heizten die Gerüchteküche erst recht an. Einige verstanden sie so, dass es künftig zwei separate Indizes für die Desktop- und die mobile Suche geben soll. Der Nebel hat sich mittlerweile ein wenig gelichtet, auch wenn die Sicht noch nicht ganz klar ist. Sicher ist, dass auf viele Seitenbetreiber Veränderungen zukommen dürften.

Experimente mit dem neuen Mobile-First-Suchindex laufen schon

Doantam Phan, Produktmanager bei Google, stellte die Pläne im November etwas genauer vor. Bisher untersuchten die Rankingsysteme normalerweise die Desktop-Version einer Webseite, erklärte er. Das kann aber zu Problemen führen – etwa, wenn Inhalte auf der mobilen Version der Seite gar nicht vorhanden sind. Der Suchindex wird auch künftig ein einziger aus Webseiten und Apps sein, stellte er klar. Die Algorithmen jedoch sollen bald bevorzugt die mobile Version von Webseiten nutzen, um ihre Relevanz zu erkennen und sie zu ranken.

Dass das durchaus große Auswirkungen haben kann, darüber ist sich Google bewusst. Die Qualität der Suchergebnisse muss gehalten oder verbessert werden. Gleichzeitig kann man es sich (noch) nicht erlauben, Seitenbetreiber ohne mobiloptimierte Webseiten zu sehr zu vernachlässigen. Daher laufen schon seit einigen Monaten Experimente mit dem neuen Suchindex, und das ist auch der Grund, warum Google noch keinen offiziellen Termin für die Umstellung genannt hat. Sowohl bei Illyes als auch bei Phan ist jedoch herauszulesen, dass es vermutlich in den nächsten Monaten so weit sein wird.

Seitenbetreiber sollten bereits jetzt aktiv werden

So lange sollten Seitenbetreiber nicht warten. Fein raus sind lediglich jene, die sowohl eine Desktop- als auch eine Mobil-Version ihrer Seite haben, deren Inhalte weitgehend identisch sind. In der Regel wird auf dem Smartphone aber aufgrund des kleineren Bildschirms und mitunter längerer Ladezeiten auf einiges verzichtet.

Wer noch gar keine mobiloptimierte Version seiner Webseite hat, für den wird es spätestens jetzt höchste Zeit für Mobile SEO. Google verweist zwar darauf, dass der künftige Zugriff aus mobiler Nutzersicht auf die zu indexierenden Seiten auch bei Desktop-Seiten „just fine“ funktioniert. Nach einem Spitzenranking hört sich das aber nicht an. Zudem liegt es angesichts der stetig steigenden Zahl mobiler Zugriffe auf das Internet im eigenen Interesse, sein Angebot für Smartphones und Tablets zu optimieren.

 

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Wer unterschiedliche Inhalte für Desktop-PCs und mobile Geräte ausspielt, dem rät Phan dazu,

  • bei beiden Versionen structured data markup zu verwenden. Beim Bereitstellen dieser Daten für eine mobile Webseite sollte kein umfangreiches Markup hinzugefügt werden, das nicht relevant ist. Ein Vergleich der Versionen ist mit dem Test-Tool für strukturierte Daten möglich.
  • mit dem robots.txt-Tester zu prüfen, ob die Mobil-Version einer Webseite für den Googlebot erreichbar ist.
  • auch die mobile Version der Webseite in der Search Console hinzuzufügen und zu bestätigen.

 

Ein weiterer Tipp: Keine Panik! Wer gerade erst an einer mobilen Version seiner Webseite arbeitet, sollte sie erst online stellen, wenn sie keine Fehler mehr aufweist: „Oft ist es besser, erst einmal eine funktionsfähige Desktop-Version zu verwenden und die mobile Website erst bereitzustellen, wenn sie komplett fertig ist“, schreibt Phan.

Fazit: Mobiloptimierte Webseiten sind für Unternehmen heute nahezu Pflicht

Der Schritt von Google, der mobilen Suche noch mehr Gewicht zu verleihen, ist angesichts des veränderten Nutzerverhaltens nur logisch und konsequent. Seitenbetreiber, die früh zweigleisig gefahren sind, können grundsätzlich entspannt bleiben. Sie sollten ihre mobile Website  aber auf jeden Fall überprüfen und gegebenenfalls an die neuen Anforderungen anpassen. Für die anderen ist der Zug zwar noch nicht abgefahren. Keine mobiloptimierte Webseite zu haben, dürfte aber künftig ein immer größeres Manko im Wettbewerb sein.

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