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Sie brauchen kein Hollywood-Studio, um mit dem Medium Film bzw. Video Ihre Werbung und Ihr Marketing spürbar zu optimieren. Ein gutes Smartphone reicht für den Anfang. Das meint selbst die YouTube Creator Academy, offizielle „Lehranstalt“ für den Kanal. Daneben gibt es natürlich auch Anbieter, die Ihnen kostengünstig bei der professionellen Video-Erstellung helfen.

So oder so möchten Sie, dass möglichst viele Nutzer Ihr Video sehen. Daher beschäftigt sich dieser Text mit der Frage: Was ist der YouTube-Algorithmus und wie setzen Sie dieses Wissen ein, damit Ihre YouTube-Videos Erfolg haben?

Was ist der YouTube-Algorithmus – und warum sollten Sie das wissen?

YouTube, auch in Deutschland mit 47 Millionen monatlichen Nutzern ein Titan unter den Social Media, gehört nicht nur zu Google; der YouTube-Algorithmus funktioniert auch recht ähnlich wie Googles Arbeitsweise. Das zu wissen ist unter anderem deshalb wichtig, weil YouTube außerdem weltweit die zweitgrößte Suchmaschine nach Google ist.

Für das Video-Marketing ist das richtige Verständnis des YouTube-Algorithmus aber vor allem entscheidend für den Erfolg des eigenen YouTube-Kanals. Der Algorithmus (eigentlich ist es nicht nur einer, aber egal) hat zwei Zwecke und zwei Einsatzgebiete:

  • YouTube will vor allem über Einnahmen aus der YouTube-Werbung Gewinn machen. Und damit das funktioniert, muss die Plattform ihre Nutzer zufriedenstellen.

  • Auf die meisten Videos greifen Nutzer über die zwei Plätze zu, an denen YouTube Videos empfiehlt: die Startseite und die Empfehlungsliste, die sich zu einem angeklickten Video bzw. nach dem Clip öffnet. Diese Empfehlungen sind durch einen Algorithmus gesteuert. Ein weiterer Algorithmus ordnet Videos den eingegebenen Suchbegriffen in der Suchleiste zu. Dieser Weg wird weniger stark genutzt.

Nutzerzufriedenheit ist inzwischen das oberste Gebot für die Algorithmen. Das ist wie bei Google. Anfangs gab die Anzahl von Klicks den Ausschlag. Das ließ YouTube bald wieder bleiben, weil es Videos pushte, die mit Titel und Vorschaubild viel versprachen und nichts oder wenig hielten und so den Ruf von YouTube zu ruinieren drohten. Also stellte YouTube darauf ab, wie lange ein Video betrachtet wurde. War schon besser, aber noch nicht gut genug.

Inzwischen gibt es zusätzlich eine ganze Reihe von Merkmalen, die beeinflussen, wie prominent YouTube ein Video empfiehlt. Wenn Sie diese Merkmale kennen und richtig einsetzen, dann wird der YouTube-Algorithmus Ihr Freund und Ihre Videos starten durch.

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Wie bekommen Sie mit YouTube-Videos mehr Abonnenten?

… und mehr Klicks, eine höhere Conversion Rate, insgesamt mehr Erfolg im Video-Marketing? Zum Glück ziehen Sie mit diesen Interessen am selben Strang wie die Videoplattform selbst. Auf einer eigenen YouTube-Hilfeseite finden Sie bereits eine Reihe nützlicher Tipps sowohl aus technischer Sicht als auch besonders unter der Überschrift „Zuschauerbindung fördern“.

Wir haben für Ihre Video-Marketing-Praxis die relevantesten Hinweise und Expertentipps zusammengefasst. Weiterführende Links finden Sie am Ende dieses Beitrags.

12 Tipps für Ihren YouTube-Algorithmus

Ein Missverständnis mit dem YouTube-Algorithmus ist, dass dieser irgendwie direkt die filmische Qualität eines Videos erfasst und berücksichtigt – das tut er nicht. Der Algorithmus entscheidet strikt populistisch: Empfohlen wird, was gefällt. Das ist ein Kritikpunkt an YouTube generell, soll aber hier nicht das Thema sein.

Außerdem: In einem anderen Blogbeitrag finden Sie Tipps zu Inhalten und Gestaltung Ihrer YouTube-Videos – professionell und auch für kleine Budgets. Jetzt aber zur Erfolgsschiene über den YouTube-Algorithmus:

  • Videotitel und Thumbnail: Ob ein Video betrachtet wird, entscheidet sich hier! Das Thumbnail (Vorschaubild) ist der allererste Blickfang. Es muss emotional stark ansprechen – und das im Briefmarkenformat. Der Videotitel, am besten nicht länger als 50 Zeichen, sollte möglichst das zentrale Keyword für den Inhalt enthalten und diesen klar vermitteln. Ideal ist es, wenn beide Elemente gemeinsam das „Versprechen“ des Videos vermitteln und sich gegenseitig ergänzen.

  • Kein Clickbait: Clickbait ist Etikettenschwindel, bei dem vor allem durch effektheischende Titel und Thumbnails hochgesteckte Erwartungen geweckt werden, die das Video aber nicht einlöst. Kurzfristig erreichen Sie damit zwar Videoaufrufe, aber Ihr Video wird schnell absacken. Denn der YouTube-Algorithmus erkennt die Absicht und ist verstimmt. Er wird das Video nicht mehr empfehlen, weil die meisten Nutzer schnell wieder wegklicken. Dasselbe gilt übrigens für irreführende Keywords.

  • Metadaten – Fastfood für den Algorithmus: Wie bei Google sind auch bei YouTube Metadaten die direkteste Möglichkeit zu gewährleisten, dass Video und Nutzerinteresse zueinander passen. Zu Metadaten gehören Titel, Beschreibung und die Tags – was das gleiche ist wie Keywords, also relevant für das Thema und geeignet, in Titel und Beschreibung Die Beschreibung funktioniert am besten mit maximal 150 Worten.

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  • Wo, welche und wie viele Tags: Tags für Kanalinfo und Videos sollten sich decken, soweit das inhaltlich stimmt. Ein gutes Indiz für die „richtigen“ Tags sind die von erfolgreichen anderen Videos zum gleichen Thema. Wo die stehen: Video öffnen > Rechtsklick in einem leeren Bereich des Browserfensters > Seitenquelltext aufrufen > mit dem Befehl „In/Auf Seite suchen“ (Strg+F) oder „Finden“ nach dem Wort „keywords“ suchen (meist zweimal vertreten) – dahinter stehen die Tags. Wir haben übrigens für Sie in einem Blogartikel zusammengefasst, wie Sie die besten Keywords für YouTube finden.

  • Likes und Abonnements: Nutzerzufriedenheit drückt sich natürlich durch Likes aus, und wenn jemand nach Ihrem Video gleich noch Ihren Kanal abonniert, registriert das der YouTube-Algorithmus nachdrücklich. Also animieren Sie die Nutzer dazu.

  • Routine im häufigen Hochladen neuer Videos ist eine bewährte flankierende Maßnahme, die vor allem bei Ihren Abonnenten das Interesse wachhält, Klickraten stärkt und insgesamt die Nutzerzufriedenheit und die Identifikation mit dem Kanal erhöht – vorausgesetzt natürlich, es gibt tatsächlich etwas Neues.

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  • Wiedererkennbarkeit wirkt auf ähnliche Weise. Dazu gibt es mehrere Ansätze. Am wirksamsten sind Thumbnails mit wiederkehrendem Design und eine möglichst unverwechselbare Bildsprache. Schon hier können Sie auch ein Branding, z. B. Ihr Logo Das Logo kann dann wieder als transparentes Wasserzeichen am Bildschirmrand erscheinen – ohne das Video selbst zu stören. Und schließlich sollte es auch beim Videotitel ein obligatorisches Wort oder eine stets gleiche Art der Formulierung geben. (Dass Sie einen zugkräftigen Kanalnamen brauchen, ist ohnehin klar, oder?)

  • Spannungskurve: Es geht um das zentrale Signal an den YouTube-Algorithmus, dass die Leute Ihr Video von Anfang bis Ende ansehen. Sie dürfen also vor allem gleich zu Beginn nichts verschenken. Denken Sie daran, dass die meisten Nutzer sich durch bis zu 15 Sekunden Werbung gequält haben. Belohnen Sie sie also mit einem fulminant vielversprechenden Anfang. Der Verlauf der optimalen Spannungskurve hängt u. a. von der Länge des Videos ab. In jedem Fall brauchen Sie aber einen Höhepunkt am Schluss, denn damit haben Sie die beste Chance, dass Ihr Call-to-Action befolgt wird.

  • Call-to-Action am Ende: Sie haben mehrere Optionen, was Sie sich vom Nutzer wünschen, unterteilt in Conversions und „Algorithmus-Pflege“. Conversions sind alle Aktionen, zu denen Nutzer YouTube verlassen, um z. B. Ihre oder eine andere Website zu öffnen, Kontakt aufzunehmen usw. YouTubes Algorithmus dankt es Ihnen bzw. Ihrem Video aber vorrangig, wenn Nutzer noch länger auf YouTube bleiben. Das bringt der Plattform ja Geld. Und dafür können Sie sorgen, wenn Sie am Schluss ein anderes Video empfehlen, von dem Sie annehmen können, dass es für die Nutzer in diesem Moment das Richtige ist.

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  • Der beste Moment für den Call-to-Action: Zwei Gründe sprechen dafür, Aufforderungen an den Nutzer am Schluss einzublenden – und das gilt vor allem bei Empfehlungen für weitere Videos. Am Anfang wirkt so etwas eher aufdringlich, ist bei Likes auch unlogisch und es versaut auf jeden Fall den Einstieg in die erwähnte Spannungskurve.
    Der zweite Grund hat mit der Session-Dauer zu tun, die der Algorithmus Ihnen zugute hält, wenn Nutzer nach Ihrem Video noch lange auf YouTube bleiben: Hat der Nutzer Ihr Video bis zum Schluss angesehen, interessiert ihn offenbar das Thema – und wenn Ihre Empfehlung ihn zu einem weiteren Video mit dem gleichen Thema leitet, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er länger dabei bleibt.

  • Interagieren Sie mit Ihren Nutzern: Ein weiterer Call-to-Action ist, dass die Leute die Kommentarfunktion nutzen. Wenn sie das tun, ist das an sich schon ein Algorithmus-Signal, erhöht aber auch die Verweildauer. Sie bekommen außerdem nützliches Feedback und können mit Antworten einen guten Eindruck machen.

  • Negative Kommentare – was tun? Der Umgang mit Shitstorms unterscheidet sich bei YouTube nicht grundsätzlich davon, was auch sonst als Krisenmanagement empfohlen wird. Unsere Hinweise sind bereits bei der Vorbeugung anzuraten. Auch unterhalb der Shitstorm-Schwelle, also einfach bei ein paar negativen Kommentaren, wirken sie deeskalierend.

Die meisten dieser Hinweise gelten übrigens auch für den Fall, dass Ihr Video eingebettet auf einer anderen Website angesehen wird. Umso wichtiger ist dann der Call-to-Action auf weitere YouTube-Videos, weil sonst das positive Signal an den Algorithmus fehlt, dass Ihr Video eine längere Sitzungsdauer nach sich gezogen hat.

Die Strategie für den YouTube-Algorithmus und ihre Grenzen

Natürlich können Sie nicht alles beeinflussen, was Einfluss auf den Algorithmus hat. Sie können nur optimal gemachte Videos optimal veröffentlichen, wie hier beschrieben. Insofern machen Sie sich z. B. keinen Kopf über Menschen, die ihr Abonnement bei Ihnen beenden – es kann sein, dass YouTube denen einfach etwas empfohlen hat, was nicht ihr Ding ist, und das haben sie nicht gleich gemerkt.

Ebenso wenig können Sie gegen ein Dislike unternehmen. Mögliche Ausnahme: Der Nutzer hat auch einen kritischen Kommentar geschrieben, und es gelingt Ihnen, diesen Menschen zu besänftigen.

Völlig außerhalb Ihrer Einflusssphäre liegt, was Menschen in den sporadischen Nutzerbefragungen antworten, bei denen YouTube individuell nach zuletzt angesehenen Videos fragt. Statt sich also darüber Sorgen zu machen, optimieren Sie lieber das nächste Video mit diesen Tipps so, dass es genau die richtigen Leute zu sehen bekommen.

Wie Sie sich den YouTube-Algorithmus zunutze machen können, haben zahllose Experten erkundet. Zwei fundierte Quellen empfehlen wir hier:

  • Besonders interessant, weil von YouTube bestätig und sehr aktuell, ist ein englischsprachiges Fact Sheet zum YouTube-Algorithmus des SearchEngine Journal.

  • Eine sehr ausführliche Untersuchung liefert die YouTube SEO Ranking Factor Study von Briggsby, wenn Sie tief in die Details eintauchen wollen, wie Sie den YouTube-Algorithmus zu Ihren Gunsten berücksichtigen können.

Fazit: YouTube kann ein wichtiger Teil Ihrer Online-Marketing-Strategie werden!

Als Unternehmen, das YouTube nutzen will, aber nicht alle denkbaren Ressourcen dafür investieren kann oder will, müssen Sie das Algorithmus-Thema natürlich nicht bis in die letzten Feinheiten durchackern. Besonders dann, wenn Sie bereits für andere Online-Marketing-Aktivitäten mit einer Agentur zusammenarbeiten, hat es Sinn, auch YouTube einzubinden, um die möglichen Synergie-Effekte mitzunehmen.

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