Online Shopping Trends

Trends im E-Commerce, auf die Verlass ist, wünschen sich Händler sehnlichst. Zum klassischen Online-Handel haben sich dabei inzwischen auch viele stationäre Geschäfte hinzugesellt, die wegen der Corona-Maßnahmen ihr Angebot auf Click and Collect verlegt oder sich überhaupt durch einen Online-Shop als zweites Standbein abgesichert haben – nicht alles auf eine Karte zu setzen ist in unsicheren Zeiten auf jeden Fall ratsam.

Welche Trends im Online Shopping bieten aber nun tatsächlich Orientierung? Und wenn schon nicht sichere Prognosen, dann zumindest die Sicherheit, keine vermeidbaren Dummheiten zu begehen? Denn der Spielraum für Fehlentscheidungen ist derzeit wohl bei den allermeisten Unternehmen minimal.

Welche Trends im E-Commerce werden anhalten?

Sie müssen bei Fachartikeln zum Online Shopping unbedingt zwei Arten von Trendberichten auseinanderhalten, die sich grob so unterscheiden lassen:

  • Online Shopping Trends, die mit Kundenerwartungen zu tun haben und eher unabhängig von Krisensituationen wie einer Pandemie sind: Diese Trends weisen – teils schon länger – eine gewisse Tendenz auf und sind auch meist gut messbar. Wenn Sie sich daran orientieren, werden Sie in aller Regel kaum etwas falsch machen.
  • Online Shopping Entwicklungen, die mit Marktverschiebungen vor allem im Gefolge der Covid-19-Pandemie zu tun haben: Hier gibt es zwar ebenfalls sauber erfasste Daten. Es kann aber niemand seriös vorhersagen, ob sich die ermittelten Entwicklungen fortsetzen, umkehren oder auf einem gewissen Stand stagnieren, je nachdem, was sich das Virus, die Regierung und die Verbraucher in sechs Monaten, einem Jahr oder zwei Jahren einfallen lassen.

Diese Unterscheidung wird übrigens auch durch eine ganz aktuelle Analyse von Google über Trends im Einzelhandel bestätigt. Ein Beispiel für einen solchen, möglicherweise undeutlichen Online Shopping Trend: 46 Prozent von über 1.000 Befragten in Deutschland antworteten mit „Ja“ auf die Frage, ob sich ihr Einkaufsverhalten durch die Krise geändert hat, und zwar in Richtung mehr online, weniger physische Geschäfte. Die Befragung der Capterra-Nutzerstudie fand im Juli 2020 statt. Ein halbes Jahr und etliche Lockdown-Zickzacks später ist aber der offenkundige Überdruss an Einschränkungen so groß, dass der stationäre Handel eigentlich bei einer neuerlichen Öffnung davon stark profitieren sollte – falls das Infektionsgeschehen nicht doch (wieder oder vermehrt) Ängste erzeugt, sich in ein auch körperliches Einkaufsgetümmel zu stürzen. Ob nun mittel- bis langfristig eine massive Verlagerung auf E-Commerce stattfindet, die jeden Euro an Investition in diesen Bereich zur sicheren Wette macht – wer wollte darauf setzen? Also gilt es, gezielt und überlegt vorzugehen.

Welche Entwicklungen sind auf dem Online Shopping Trendradar deutlich?

  • Die Google-Suchen haben sich eindeutig hin zum virtuellen „Einkaufsbummel“ zwecks Inspiration bewegt, wo es vorher hauptsächlich um konkrete Produkte ging. Es ist gut möglich, dass sich hier ein komfortables Verhaltensmuster bei Käufern etabliert, dem Online-Shops mit entsprechend gestalteten Angebotsseiten entgegenkommen sollten.

  • Online bleibt auch lokal: Ebenfalls von Google diagnostiziert ist ein stabiler Trend, aktiv Händler in der näheren Umgebung zu suchen, teilweise ausdrücklich auch aus Solidarität in der Krise. Das macht es sinnvoll, nachhaltig auf die lokale Suche zu setzen. Die betreffenden Maßnahmen sind durchaus nicht auf physische Laufkundschaft beschränkt!

  • Lieferkonditionen und -zeiten sowie die Verfügbarkeit von Lieferungen generell stehen bei Kundenwünschen höher im Kurs denn je. Die Google-Suchen nach „Lieferung“ steigen nach einer kurzen Spitze zu Beginn der Coronakrise stetig. Online-Shops können hier punkten, indem sie maximal nutzerfreundlich und transparent in Echtzeit über den Lieferprozess informieren.

  • Bezahlmethoden gehören ebenfalls zu den nachhaltig wichtigen Kriterien für positive Kundenerfahrung. 60 Prozent der Warenkorbabbrüche (Ausstieg des Kunden aus einem bereits begonnenen Bestellprozess) entstehen dadurch, dass ein Online-Shop nicht die Bezahlmethode anbietet, die der Kunde wünscht. Diese Rate dürfte umso höher sein, je mehr Erstbesteller unter den Nutzern sind. Die 4 Favoriten (bei schwankenden Anteilen) sind PayPal, Rechnung, Lastschrift und Kreditkarte.

  • Neue Warengruppen im Online Shopping: Klar beobachtbar, aber schwer einzuschätzen – die Lockdowns haben dazu geführt, dass 42 Prozent der Kunden bestimmte Produktarten zum ersten Mal online bestellt haben, hauptsächlich Kleidung inkl. Schuhe, Sportartikel und Lebensmittel. Ob dieser Trend anhält, wenn sicheres und uneingeschränktes Kaufen im Geschäft wieder möglich ist, bleibt wie gesagt abzuwarten.

  • Neue Kanäle: Eine weitere Erkenntnis der Capterra-Studie ist der Trend hin zum Einkauf über Chatmöglichkeiten wie Google Assistant, Siri oder Alexa sowie Social Commerce und Social Media wie Facebook Shops auf Facebook und Instagram. Eine Massenwanderung hin zu diesen Kanälen ist das noch nicht, aber es schadet nichts, sie anzubieten.

  • Marktbeobachtung – mehr oder weniger in Echtzeit – nimmt an Bedeutung zu, da längerfristige Prognosen aus den genannten Gründen an den abrupten Änderungen der Umstände immer wieder scheitern werden – auch durch irrationales Käuferverhalten (Stichwort „Toilettenpapier“). Dazu können veröffentlichte Studien nur flankierend beitragen, da sie selten aktuell genug sind. Wichtig ist, die Analysetools (wie Google Analytics 4) des eigenen Online-Shops engmaschig dazu einzusetzen. Ein weiterer schneller Indikator kann die (auch lokal und zeitlich eingrenzbare) Keywordanalyse mit Google Trends sein. Außerdem aufschlussreich: Die ebenfalls von Google bereitgestellten aktuellen Produkttrends.

  • Sicherheit beim Online Shopping ist ein zuletzt stärker in den Fokus geratenes Thema, weil es gerade während der Coronakrise Betrugsversuche gegeben hat, zum Beispiel über Websites, die Kreditkartendaten abschöpfen. Nicht weniger als 28 Prozent der deutschen Online-Käufer sind solchen Machenschaften schon einmal zum Opfer gefallen, berichtet Capterra. Mit guten Kundenbewertungen, dem Trusted-Shops-Siegel, einer SSL-Verschlüsselung der Shop-Seiten und transparenten Hinweisen können Shops Vertrauen begründen.

  • Neue Einstellungen berücksichtigen: Menschen denken Konsum und Dienstleistung anders als bisher. Sie zeigen sich empfänglich für ein Marketing, das „authentisch, human und relevant“ auftritt, hat der Report zu den Global Marketing Trends 2021 von Deloitte ergeben. Abgesehen davon, dass dies eine zeitlos gültige Leitlinie sein sollte, empfiehlt es sich, diesen Aufmerksamkeitswandel aktuell besonders zu berücksichtigen.

  • Agilität: Speziell Neueinsteiger in den Online-Handel, dann aber auch alle kleineren Händler brauchen ihre Kapazitäten, um sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können. Hierfür sind Lösungen wie „Business as a Service“ (BaaS) und integrierte Komplettsysteme hilfreich, mit denen etwa die Gewinnung neuer Kunden über soziale Netzwerke automatisiert möglich ist.

Fazit: Einstieg ins Online Shopping und Online Marketing jetzt – aber mit System!

„Online Shopping ist gekommen um zu bleiben“ – die vielfach strapazierte Schlagzeile sagt nicht aus, ob es ein boomendes Wachstum des Online-Handels geben wird, geschweige denn, wie viel Prozent in welchem Zeitraum zu erwarten sind. Aber wenn Sie sich einen Online-Shop erstellen lassen wollen, können Sie kaum richtiger liegen als derzeit. Vielen ist nicht bekannt, dass dies für das jeweilige Unternehmen sehr einfach geht: Eine vom Anbieter fertig entwickelte Shoplösung lässt sich binnen weniger Minuten in eine bestehende Firmenwebsite einbetten.

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