Brauchen Firmen noch eine eigene App?

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Firmenapp

Die App ist tot, es lebe die App! Gerne wird den Applikationen fürs Smartphone oder Tablet das Ende vorhergesagt. Wie wir wissen, leben Totgesagte länger. Nach wie vor können sich einige Apps im Konkurrenzkampf durchsetzen. Immerhin hat der Smartphone-Nutzer die Auswahl unter 2 bis 3 Millionen Apps im Google Play Store oder App Store. Wie schafft man es also, sich mit seiner App zu behaupten?

Der Nutzen der App steht im Vordergrund

Schauen wir uns einmal bei Statista die beliebtesten Apps im Google Play Store nach der Anzahl der Downloads in Deutschland im Februar 2018 an. „Pixel Art – Color by Number Book“ steht hier auf Platz eins mit einer Download-Zahl von 1,64 Millionen. Die App, die nach dem Prinzip Malen nach Zahlen funktioniert, schwimmt auf der Welle der Ausmalbücher für Erwachsene mit und gehört damit in die Kategorie Spiele/Spaß. Auf Platz 2 folgt WhatsApp mit rund 932-tausend Downloads. Nach wie vor ist WhatsApp der beliebteste Messenger in Deutschland mit 1,5 Milliarden aktiven Nutzern im Monat. Und: WhatsApp ist eine der wenigen Apps, die es auf den Startbildschirm schafft – neben der Uhrzeit, der Kamera, der Wetter- und der E-Mail-Applikation. Diese App bringt Freunde und Familie zusammen. Dazu ermöglicht seit Anfang des Jahres WhatsApp Business den Kontakt zwischen kleinen Unternehmen und ihren Kunden. Aber zurück zu den beliebtesten Downloads: Auf Platz 3 findet sich die App von McDonald’s Deutschland, die übrigens erst vor kurzem gestartet ist und auf Anhieb gleich rund 828-tausend Downloads bei Google Play Store erzielt hat. Die Fast-Food-Kette lockt mit exklusiven Coupons für die Nutzer. Und das ist nur der erste Schritt. „Im Sommer steigen wir in das große Feld des E-Commerce ein, mit digitalem Bestellen und Bezahlen als Höhepunkt unser neuen App“, so zitiert das Magazin Horizont den Vorstandsvorsitzenden von McDonald’s Deutschland, Holger Beeck.

Download und was dann?

Die McDonald’s-App ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich die „Praxis der schlichten Single-Purpose-Apps“ dem Ende entgegen neigt, so Jan Wolter, CEO des Software- Unternehmens Applause in einem Gastbeitrag für Horizont. Es werde immer entscheidender sein, wie gut Unternehmen die Vorlieben und Wünsche ihrer Nutzer kennen. Dabei gehe es um Programme zur Kundenbindung, spezielle Angebote, exklusive Informationen und zeitnahen Support. Wir sehen also, ordentliche Downloadzahlen sind auch für Firmen-Apps möglich. Natürlich kann und muss sich eine kleine Firma nicht mit einem riesigen Franchise-Unternehmen wie McDonald’s messen. Der Download allein ist auch keine Garantie dafür, dass die App auch tatsächlich genutzt wird. Werfen Sie doch selbst mal einen Blick auf Ihr Smartphone: Wieviele Apps haben Sie installiert? Und wieviele davon nutzen Sie tatsächlich mehr oder weniger regelmäßig? YouGov hat für seinen Report „App in die Tonne“ im August vergangenen Jahres 2.000 Smartphone-Besitzer ab 18 Jahren zum Thema Apps befragt. Das Ergebnis: Bis zu 30 Apps auf dem Smartphone sind keine Seltenheit. Regelmäßig genutzt werden sie aber nicht. Die meisten Smartphone-Besitzer nutzen zwischen einer und zwölf Apps mindestens einmal im Monat. Und natürlich werden auch Apps wieder deinstalliert, wenn sie nicht die Erwartungen erfüllen, zu viel Werbung enthalten oder zu viel Speicherplatz beanspruchen.

Wenn Sie also über eine eigene Firmen-App nachdenken, sollten Sie die folgenden drei Punkte beherzigen:

  1. Die Applikation sollte auf die Zielgruppe abgestimmt sein. Was wünscht sich der Nutzer? Coupons für Einzelhändler, Mittagstischangebote für die Gastronomie, aktuelle Wetterinformationen oder Funktionen für eine Terminbuchung und einen Treuebonus – solchen Service sollte die App schon bieten. Wenn Sie nur gleichbleibende Informationen bereitstellen wollen, können Sie dies auch auf einer (mobiloptimierten) Website tun.
  2. Die Applikation sollte informieren, aber nicht nerven. Push-Nachrichten sind eine gute Möglichkeit, um auf das tagesaktuelles Angebot aufmerksam zu machen. Aber die Anzahl sollte sich im Rahmen halten. Wenn eine App dem Smartphone-Besitzer auf die Nerven geht, wird sie irgendwann wieder gelöscht. Am besten finden Sie mit einer kleinen Umfrage heraus, was die Kunden wünschen. Als Anreiz fürs Mitmachen könnten Sie zum Beispiel etwas unter den Teilnehmern verlosen.
  3. Weniger ist mehr. Zumindest, wenn es um den Speicherplatz geht. Beansprucht eine App zu viel Speicher, ist die Hemmschwelle weitaus geringer, dass sie gelöscht wird. Abhilfe schafft hier übrigens eine Progressive Web App (PWA). Die muss nämlich nicht heruntergeladen werden, sondern wird über eine URL aufgerufen. Außerdem zeichnet sich eine PWA durch schnelle Ladezeiten und die Offline-Nutzung aus.

Fazit: Eine Firmen-App kann eine sinnvolle Ergänzung Ihres Online-Marketings sein.

Apps werden durchaus noch genutzt, doch fristen viele ein Schattendasein und werden wieder deinstalliert. Damit Ihrer App dieses Schicksal erspart bleibt, sollten Sie sich im Vorfeld genau überlegen, worin der Mehrwert für Ihre Nutzer besteht. Lassen Sie sich die mobile Zielgruppe keinesfalls entgehen und investieren Sie zumindest in eine mobiloptimierte Website. Unterschätzen Sie aber nicht die Vorteile einer App für Ihre Sichtbarkeit im Internet (Stichwort „Mobile first“) und für Ihre Kundenbindung. Forscher des deutschen „Menthal Balance“-Projektes haben herausgefunden, dass täglich 88-mal aufs Smartphone geschaut wird. Ihr Unternehmen ist mit Ihrem App-Icon also ebenfalls sichtbar, im Internet und auf dem Display.

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By | 2018-04-04T15:11:35+00:00 08.04.2018|Categories: Mobile Marketing|Tags: |0 Kommentare

About the Author:

Jessica Lumme
Jessica ist als Spezialistin Online-Marketing bei Heise RegioConcept tätig. Sie sorgt dafür, dass der Blog mit aktuellen und spannenden Themen gefüllt wird. Außerdem betreut sie die Social-Media-Kanäle von Heise RegioConcept.

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