Verkauf mit Instagram

Instagram ist ein werbefinanzierter Online-Dienst, der seit 2010 existiert und seit 2012 zu Facebook gehört. Laut eigenen Angaben hat die Plattform derzeit rund 1 Milliarde Nutzer weltweit. Damit hat das Netzwerk im Social Media Marketing für Unternehmen mit Facebook, Facebook Messenger, WhatsApp und Twitter gleichgezogen. Die User können Texte, Fotos und Videos posten und miteinander kommunizieren. Ursprünglich ein reiner Bilderdienst, entwickelt sich die beliebte Social-Media-Plattform mit Instagram Shopping mehr und mehr zu einer ernst zu nehmenden Plattform für den Verkauf. Grund genug, sich einmal genauer anzusehen, warum man auf Instagram verkaufen sollte. Follower zu Kunden zu machen, ist einfacher, als man denkt.

Warum sich auf Instagram verkaufen lohnt

Der Blogger und Marketing-Experte Jan Firsching hat sich die neuesten von Instagram veröffentlichten Zahlen angesehen. Danach hat die Online-Plattform in Deutschland um die 15 Millionen Nutzer. Für den Januar 2019 weist das Unternehmen eine potenzielle Reichweite von 18 Millionen Menschen aus. 80 Prozent der Instagram-Nutzer folgen mindestens einem Unternehmen. Auch die Verweildauer der einzelnen Nutzer ist gestiegen: Lag sie 2014 bei 7,3 Minuten täglich, verbringen heute Nutzer unter 25 Jahren 32 Minuten pro Tag auf Instagram, Nutzer über 25 schauen sich jeden Tag 24 Minuten lang dort um.

Weltweit gibt es 25 Millionen Unternehmensprofile, die jeden Tag von 200 Millionen Menschen aufgerufen werden. 2017 waren es noch 15 Millionen. Das macht den Verkauf auf der Plattform interessant. Und tatsächlich hat sich hier ein eigenes Ökosystem von Anbietern gebildet, wobei mittlerweile vermehrt Betriebe an die Stelle von Instagram-Persönlichkeiten der ersten Stunde treten. Instagram selbst arbeitet daran, diesen kommerziellen Akteuren ein möglichst vorteilhaftes Umfeld zu erstellen.

Verkaufen durch Shoppable Posts

Seit 2016 können User einen Business-Account erstellen: Sie können verschiedene Datendienste verwenden, Werbeanzeigen platzieren und Kontaktwege einrichten. Inzwischen kann ein Kunde Produkte auch direkt auf der Bilderplattform kaufen. Diese Option steht Nutzern in Deutschland seit Mitte März 2018 zur Verfügung. Die sogenannten Shoppable Posts machen die Online-Plattform mittlerweile zu einem Markplatz, den gerade Gewerbetreibende sowie kleine und mittlere Betriebe als zusätzlichen Vertriebskanal nutzen können.

Seitdem der Dienst die Shoppable Posts ermöglicht, tippen pro Monat rund 90 Millionen Nutzer diese Posts an, um sich über die Preise der gezeigten Produkte zu informieren. Mit einem weiteren Klick gelangt der Kunde direkt ins Instagram Shopping des jeweiligen Anbieters und zu dem gewünschten Produkt. Die Shoppable Posts erlauben, den ganzen Kaufprozess, vom ersten Interesse bis zum Verkauf, über Instagram abzuwickeln. Aus der Sicht eines Unternehmens werden Marketing und Vertrieb zu einem einzigen Instrument. Ein Kunde erlebt ein niedrigschwelliges Angebot und könnte sich schnell und spontan entscheiden

Für Unternehmen oder einzelne Gewerbetreibende ist die Shopping-Funktion leicht zu installieren und zu erstellen. Allerdings steht sie im Instagram-Account zur Zeit nur mobil zur Verfügung; in die Instagram-App für Desktop-Geräte ist die Funktion noch nicht integriert. Zudem ist die Nutzung im Moment auf einige wenige Länder in der entwickelten Welt beschränkt.

Shoppable Posts einrichten und nutzen

Wer Shoppable Posts nutzen möchte, braucht zunächst mal ein Business-Konto und die neueste Version der Instagram-App. Außerdem muss das Konto von Deutschland, Australien, Brasilien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien oder den USA aus verwaltet werden. Man sollte physische Produkte und keine Dienstleistungen verkaufen. Neue Produkte müssen die Vorgaben der Handelsrichtlinien von Facebook und Instagram erfüllen.

  • Das Business-Profil muss mit einem Facebook-Katalog verbunden sein. Dies kann man zum einen über den Facebook Business Manager erledigen. Dazu wählt man in den Unternehmenseinstellungen „Datenquellen“ und dann „Kataloge“ aus. Hier hat man die Möglichkeit, einen neuen oder einen bestehenden Katalog auszuwählen. Man kann auch Personen oder Partnern wie Marketingagenturen Zugriffsrechte geben. Alternativ kann man eine E-Commerce-Plattform wie Shopify oder BigCommerce nutzen. Bevor man den Produktkatalog verbinden kann, muss Instagram das Konto nach der Installation noch verifizieren, was zwischen einigen Stunden bis zu einigen Tage dauern kann.

  • Die Shoppable Posts aufzubauen, ist hingegen unkompliziert. Man wählt ein Foto aus und bearbeitet es zur Veröffentlichung. Im Foto kann man nun Produkte genauso markieren, wie man das sonst mit Personen tun würde – man sucht den Produktnamen heraus und fügt ihn ein. Man kann auch in bereits publizierten Bildern nachträglich Produkte markieren. Pro Bild lässt der Dienst bis zu fünf Produkte zu. Postet man ein Karussell von Bildern, kann man bis zu 20 Produkte anbieten. Bei den verwendeten Hashtags sollte man darauf achten, dass sie zur Marke und zum Publikum passen. Ein Händler, der national oder international verkaufen möchte, braucht keine ortsbezogenen Hashtags verwenden.

Allerdings lässt sich beim Instagram Shopping nicht notwendigerweise alles verkaufen und verdienen. Es dominieren Produkte aus den Bereichen Mode, Wellness oder Ernährung. Außerdem finden sich hier viele Künstler, die ihre Portfolios aus Fotos, Bildern oder digitaler Kunst präsentieren. Inzwischen sind auch viele bekannte Marken auf der Plattform präsent. Dabei ist die Art des Verkaufens wohl eher typisch für das soziale Netzwerk selbst. Hier spielt die persönliche Ausstrahlung des Anbieters eine große Rolle. Wer sich hier mit seinen Produkten präsentiert, muss gegenüber den eher jungen Usern authentisch wirken und als Identifikationsfigur geeignet sein. Dementsprechend spielen Influencer bei der Vermarktung von Produkten über das Netzwerk eine wesentliche Rolle.

Beispiel: Influencerin Sarah Harrison

Eine der erfolgreichsten deutschen Influencerinnen ist Sarah Harrison mit rund 2,7 Millionen Followern. Sie bewirbt erfolgreich Produkte aus dem Mode- und Wellness-Bereich, indem sie sich gleichzeitig als Anhängerin eines eher traditionellen Lebensmodells mit Kind und Ehemann präsentiert. Harrison wirbt für Duschgel, Proteinpulver, Jogginghosen, Uhren, Orangensaft, Shampoo. Neben den Instagram-Stories produziert sie YouTube-Videos. Wie effektiv Harrison ihre Social-Media-Präsenz vermarktet, zeigt sich im Ranking der besten Instagram-Werbeposts durch das Branchenmagazin horizont.net. Dort erreicht sie seit Dezember 2017 immer mit mindestens einem oder gleich mehreren Posts einen der ersten drei Plätze, oft sogar Rang eins. Zudem verzeichnet sie mehr Interaktionen mit ihren Followern, also Like, Shares oder Kommentare, als andere Kanäle mit ähnlichen Follower-Zahlen.

Case Studies: Was sich am besten auf Instagram verkaufen lässt

Auch Unternehmen sind unter Instagram Shopping erfolgreich. Firmen wie die US-Modemarke Fashion Nova, das schwedische Uhrenlabel Daniel Wellington oder der US-Online-Mode-Versender Revolve verdanken ihr Wachstum überwiegend ihrer E-Commerce-Präsenz auf dem sozialem Netzwerk. Deutsche Betriebe treten inzwischen in ihre Fußstapfen. Paul Valentine aus Mannheim hat derzeit 414.000 Follower und nutzt den Shop als Vertriebskanal für Taschen und Schmuck, aber auch für Uhren, die zu den meistverkauften Produkten der Firma gehören. Zwar haben eingeführte Marken wesentlich mehr Follower, aber auch Paul Valentines Gefolge wächst stark. Zum Ende des vergangenen Jahres erreichte das Unternehmen Platz 19 im Ranking der wachstumsintensivsten deutschen Instagram-Auftritte. Paul Valentine wurde 2015 von den Geschwistern Marlene und Paul Franzreb gegründet, die über die Marke Faye Jewelry auch Modeschmuck vermarkten. Die beiden führen ihr Follower-Wachstum primär auf Influencer Marketing zurück. Zudem sind die beiden selbst auf der beliebten Social-Media-App präsent und kommunizieren dort mit ihren Followern.

Kreutzers ist eine weitere Erfolgsgeschichte. Der Online-Shop für Gourmetfleisch wurde 2014 gegründet. Das Sortiment umfasst Schweine- und Lammfleisch, Geflügel, aber auch Dry Aged Beef und Wagyu-Rind. Die Gründer Manuel Ostner, Nicolas Stark und der Regensburger Gastronom Matthias Kreutzer nutzen Instagram, um ihre Produkte bekannt zu machen und für Vertrauen in die Marke zu werben. Ostner begann vor eineinhalb Jahren damit, zwei Mal die Woche für die Community auf dem Kanal zu kochen. Daneben filmt und fotografiert er seine Produkte selbst. So entstehen stilsicher inszenierte Produktfotos, die zum Wachstum der Community und zum Erfolg der Marke beitragen – die Zahl der Follower ist laut Angaben des Online-Marketingmagazins OMR um 633 Prozent gewachsen.

Fazit: Shop erstellen, Produkte einstellen und auf Instagram verkaufen!

Gerade kleine und mittlere Betriebe, die in den genannten Produktbereichen aktiv sind, sollten sich die Chance auf neue Kunden nicht entgehen lassen und ihre Produkte auf Instagram verkaufen. Ist einmal ein Instagram-Konto mit einem Shop eingerichtet, ist es kein Mehraufwand, durch einen Post mit einer Shopping-Funktion potenzielle Kunden zu erreichen. Hier auf dem Blog finden Sie weitere Tipps zur Plattform; zum Beispiel, wie Sie das eigene Instagram-Profil mit einer Facebook-Seite verknüpfen.

Dieser Blogartikel entstand in Zusammenarbeit mit Friedrich List.

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