Was ist das Suchvolumen?

Das Suchvolumen gibt an, wie oft ein Keyword als Suchbegriff in einem bestimmten Zeitraum benutzt wurde. Wenn nicht anders angegeben, ist dabei meistens das Suchvolumen pro Monat gemeint. Als Indikator für das Nutzerinteresse und den potenziellen Traffic kommt das Suchvolumen vor allem bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO) zum Einsatz, und zwar speziell für die Content- und Keywordoptimierung. Bestimmen lässt sich das Suchvolumen mit Tools für die Keyword-Recherche. Wesentliche Merkmale dieser Messgröße sind:

  • Monatlicher Wert: Das Suchvolumen beschreibt die Anzahl der durchschnittlichen Suchanfragen für einen gewissen Zeitraum, meist pro Monat.
  • Interaktiver Wert: Suchvolumen beziehen sich auf die Anzahl der Suchanfragen, nicht auf die Anzahl der Nutzer.
  • Regionaler Wert: Das errechnete Suchvolumen wird in der Regel für ein bestimmtes Land oder eine Region betrachtet.
  • Geschätzter Wert: Suchvolumina sind keine exakten Messgrößen, sondern eher Schätzwerte, die teilweise auch in Intervallen angegeben sind.
  • Gemittelter Wert: Das durchschnittliche Suchvolumen der letzten zwölf Monate ermöglicht eine um saisonale Schwankungen bereinigte Betrachtung.
  • Prognostizierter Wert: Oft finden bei der Keywordoptimierung auch Angaben zum erwarteten Suchvolumen Verwendung.

Suchvolumina beziehen sich in der Regel auf Eingaben in den Suchmaschinen. Im deutschen Sprachraum ist das ganz überwiegend Google. Andere Keyword-Tools ziehen zusätzlich weitere Daten heran, um genauere Keyword-Daten zu ermitteln, da die Messwerte für einzelne Suchbegriffe nicht exakt sind. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass Durchschnittswerte auch für längere Zeiträume erstellt werden. Zudem führen manche Nutzer bei gewissen Interessen häufig dieselbe Suche durch, etwa bei der Recherche nach Aktienkursen oder aktuellen Themen, die sie über längere Zeit verfolgen.

Das Suchvolumen lässt aber trotzdem Rückschlüsse auf das Interesse von Nutzern für Themen, Produkte oder Dienstleistungen zu und somit auch über den erwartbaren Traffic. Daher ist es eine wichtige Information für das Online Marketing. Die OnPage-Optimierung von Websites wird davon ebenso beeinflusst wie das Marketing über Suchmaschinenanzeigen (SEA). Die OnPage-Optimierung umfasst dabei neben der Keyword-Recherche, der Gewichtung aller Keyword-Ideen und dem für Nutzer sichtbaren Content auch Metadaten.

Ein Spezialfall ist die Ermittlung von Suchvolumina für E-Commerce-Plattformen wie Amazon. Anhand des mit entsprechenden Keyword-Tools geschätzten Suchvolumens können Marketplace-Händler ihre Produktbeschreibungen für ein gutes Ranking auf der Handelsplattform optimieren. Amazon selbst stellt dazu allerdings keine Daten bereit.

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Wie wird das Suchvolumen ermittelt?

Um die Häufigkeit bestimmter Suchanfragen zu ermitteln, gibt es unterschiedliche Keyword-Tools. Von Google sind das der Google Ads Keyword-Planer und Google Trends. Beide Tools bieten eine kostenlose Keyword-Recherche.
Das Keyword-Tool Google Trends ist sehr einfach und intuitiv zu bedienen. Es ermöglicht einen direkten Vergleich zwischen den Suchvolumina verschiedener Suchbegriffe. Zusätzlich lassen sich die Region und der Zeitraum der Keyword-Daten eingrenzen.

Für den Google Keyword Planer ist hingegen ein Google Ads-Konto (früher: Google AdWords) erforderlich. Kosten entstehen bei diesem Tool aber erst, wenn man eine Google Ads-Kampagne startet. Der Zugang zu den kostenlosen Angaben zum Suchvolumen ist allerdings nur mit einigen Umwegen möglich. Beim Keyword Planer kann man im Gegensatz zu Google Trends neben einzelnen Keywords auch das Suchvolumen für eine komplette Keyword-Liste ermitteln. Das Tool liefert gleichzeitig den Cost-per-Click mit.

Das Tool für die Keyword-Recherche von Microsoft ist der Bing Keyword Planer. Das Tool lässt sich ähnlich wie der Google Keyword Planner erst nach Anmeldung kostenlos nutzen. Die Suchmaschine von Microsoft ist vor allem dann interessant, wenn es um Zielgruppen geht, die häufig Suchanfragen von Desktop-Geräten aus stellen. Hier hatte Bing zuletzt noch einen Marktanteil von knapp 7 %.
Andere Keyword-Recherche-Tools sind zum Beispiel Keyword Shitter, Answer the Public (für W-Fragen) oder ein Amazon Keyword Tool für Verkäufer auf Amazon. Keyword-Tools, die neben dem Suchvolumen noch weitere Daten zur Keywordoptimierung bieten, gibt es kostenpflichtig in der Pro-Version oder als Alternativen auch als kostenlose Keyword-Recherche-Tools. Darüber Hinaus gibt es noch zahlreiche weitere kostenlose Keyword-Tools. Ob für die eigene Keyword-Recherche nur die kostenpflichtige oder doch die kostenlose Version ausreicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Was ist ein hohes Suchvolumen?

Das Suchvolumen kommt in der Suchmaschinenoptimierung nur als Indikator zum Einsatz. Die absoluten Werte verschiedener Suchbegriffe lassen sich kaum vergleichen. Einige Keywords weisen bisweilen ein hohes Suchvolumen auf, ohne dass dieses nutzbar wäre. Hier handelt es sich oft um navigationale Suchanfragen: Nutzer verwenden derartige Suchen nur, um über die Google-Suche oder eine andere Suchmaschine den Link zu einem Online-Händler oder Themen-Blog zu erhalten.

Trotz hohem Suchvolumen ist also bei navigationalen Suchanfragen nur wenig Traffic zu erwarten. SEO-Experten, die abschätzen wollen, ob viele Eingaben in den Suchmaschinen auch tatsächlich ein hohes Traffic-Potenzial versprechen, sollten deshalb zusätzlich folgende Faktoren berücksichtigen:

  • Suchintention: Handelt es sich um eine transaktionale Suchanfrage mit Kaufabsicht? Dann kann auch ein geringes Suchvolumen eine deutlich höhere Conversion bringen.
  • SEO-Difficulty: Mit starker Konkurrenz und vielen Wettbewerbern steigt der Optimierungsaufwand, um eine Webseite organisch in den Top-Rankings der SERPs zu platzieren.
  • Nischenthemen: Hochspezifische Schlüsselwörter sind innerhalb eines Themengebiets meist wichtiger als branchenübergreifende, allgemeine Keywords mit hohem Suchvolumen.

Die Höhe allein ist folglich nicht ausschlaggebend. Oft kann es sogar sinnvoll sein, gezielt Longtail-Keywords und Nischen-Keywords zu verwenden, saisonale Schwankungen zu nutzen oder zusätzlich SEA einzusetzen, um einer hohen SEO-Difficulty entgegenzuwirken.

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Welche Rolle spielt das Suchvolumen für das Online Marketing?

Für eine Reihe von Bereichen im Online Marketing ist die Auswahl der richtigen Keywords und Keyword-Kombinationen entscheidend für den Erfolg. Relevant ist dies überall, wo Inhalte oder Angebote über eine darauf bezogene Suchanfrage gefunden werden sollen. Hier ist das Suchvolumen einer von vielen Key-Performance-Indikatoren.

Für die SEO sowie in der Content-Optimierung wird dabei empfohlen, nicht ausschließlich auf Keywords mit hohem Suchvolumen (sogenannte Money- oder Brand-Keywords) zu optimieren, sondern eine Mischung mit weniger starken Keywords zu wählen. Keyword-Planner liefern dazu eine Keyword-Liste, die nach Suchvolumen gereiht sind. Eine längerfristige Optimierung auf Keywords mit hohem und niedrigem Suchvolumen setzt eine regelmäßige Keyword-Analyse und die Prüfung weiterer Keyword-Vorschläge voraus. Neue Keyword-Ideen liefert dabei ein W-Fragen-Tool oder Google Suggest. Letzteres schlägt bereits während der Suchworteingabe relevante Keyword-Kombinationen über ein Drop-down-Menü vor und berücksichtigt dabei die Suchhäufigkeit und Suchfrequenz sowie den Suchort.

Für manche Suchbegriffe lässt sich mitunter auch gar kein oder nur ein sehr niedriges Suchvolumen ermitteln. Typische Beispiele sind die Namen neuer Produkte, Dienstleistungen oder Marken, Innovationen, die noch nicht publiziert wurden, Long-Tail-Keywords zu hochspezialisierten Themen und Ähnliches.
In solchen Fällen können Oberbegriffe für den neuen bzw. seltenen Begriff als Keywords zusätzlich verwendet und auf sie optimiert werden, z. B. „neue Methoden für …“ (es folgt die Art des Verfahrens, wozu diese Innovation gehört). Auch Synonyme und Begriffe aus einem ähnlichen Wortfeld können das Auffinden des neuen Begriffs bzw. Keywords durch Nutzer mit einem entsprechenden Interesse unterstützen.

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Warum sind Suchvolumina saisonal oder regional bedingt?

Bei vielen Suchbegriffen schwanken die Anfragen je nach Saison und Region. Saisonale Keywords generieren den größten Teil ihres Suchvolumens während einer bestimmten Zeit des Jahres und lassen sich in mehrere Gruppen aufteilen:

  • Feiertage: Der Valentinstag, Weihnachten oder Halloween sind typische Ursachen für saisonale Schwankungen. Einige Feiertage beeinflussen die globale Nachfrage, andere wiederum sind nur regional von Bedeutung.
  • Jahreszeiten: Saisonale Schwankungen lassen sich oft auch auf den natürlichen Verlauf der Jahreszeiten zurückführen. Klassische Beispiele wären hier Suchanfragen zu Themen wie „Schneehöhen“, „Sonnenschutz“ oder „Schweiß“.
  • Großereignisse: Sportveranstaltungen oder Shoppingevents wie der „Black Friday“ erzeugen Schwankungen im Jahresrhythmus, während Bundestagswahlen oder „Olympische Spiele“ in längeren Intervallen für Spitzen bei den Anfragen sorgen.
  • Trends: Modeerscheinungen wie die „Ice Bucket Challenge“ (Sommer 2014) oder aktuelle Skandale („MeToo“ im Oktober 2017) erzeugen oft nur für wenige Wochen oder Monate einen Hype mit enorm hohen Suchvolumina.

Regionale Abweichungen des Suchvolumens ergeben sich hingegen aus der Suchintention des Nutzers. Bei Suchbegriffen wie „Restaurant Hamburg“ ist eine regionale Suchintention offensichtlich, bei anderen Suchbegriffen ist dies nicht der Fall. Die Suche nach „Ski“ ist beispielsweise ebenfalls regional relevant, denn diese Sportgeräte kommen eben eher in den bergigen Bundesländern im Süden oder Osten Deutschlands zum Einsatz. Um genauere Suchvolumina zu bestimmen, das Traffic-Potenzial und damit die Ranking-Chancen besser beurteilen zu können, empfiehlt es sich deshalb, die Faktoren für derartige Schwankungen herauszufiltern.