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Neue Facebook-Werberichtlinien: Schärfere Regeln für Anzeigenkunden

Facebook-Werberichtlinien

Inhaltsverzeichnis

Facebook-Werberichtlinien
Wer Werbung auf Facebook schalten möchte, dessen Anzeigen werden künftig noch genauer unter die Lupe genommen: Das Unternehmen hat seine Werberichtlinien kürzlich verschärft. Schon seit einiger Zeit ist Facebook wegen des laxen Umgangs mit sogenannten Hassreden in die Kritik geraten. Nicht nur finden sich immer wieder beleidigende oder rassistische Äußerungen in dem sozialen Netzwerk, Werbekunden konnten außerdem Anzeigen schalten, die bestimmten Bevölkerungsgruppen nicht gezeigt werden dürfen. Hinzu kommt der Vorwurf, über Inserate politische Beeinflussung zugelassen oder sogar selbst auf Nutzer eingewirkt zu haben.

Ärger im sozialen Netzwerk-Paradies

Die Kritik kommt von verschiedenen Seiten. Dem Unternehmen wird neben politischer Parteilichkeit auch eine gewisse Gleichgültigkeit und Intransparenz angekreidet. So werfen liberale und links von der politischen Mitte stehende Nutzer dem Unternehmen vor, frauenfeindliche oder fremdenfeindliche Äußerungen zu tolerieren. Konservative kritisieren dagegen, dass das Unternehmen bei persönlichen Attacken von links gegen sie gerne mal wegsieht und obendrein nichts gegen linke extremistische Propaganda oder gegen problematische Aktivitäten islamistischer Accounts unternimmt.

In einem besonders krassen Fall hatten russische Propaganda-Organisationen während des US-Präsidentschaftswahlkampfes 2016 Anzeigen bei Facebook platziert, um den Ausgang der Wahl zu beeinflussen. Zudem hatte die gemeinnützige Stiftung ProPublica die Facebook-Werberichtlinien auf die Probe gestellt und Wohnungsanzeigen geschaltet, die bestimmten Nutzergruppen nicht gezeigt werden sollten, darunter Juden, Afroamerikanern und Menschen, die sich für Rollstuhlrampen interessierten. Diese Art diskriminierender Werbung widerspricht nicht nur US-amerikanischen Gesetzen, sondern auch den eigenen Facebook-Grundsätzen. Das Unternehmen hat daraufhin angekündigt, seine Werberichtlinien zu überarbeiten und zu verschärfen.

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Facebook-Manager kündigt neue Werberichtlinien an

Facebook-Manager Rob Goldman räumte ein, dass sein Unternehmen mit der Annahme dieser Anzeigen gegen die eigenen Werberichtlinien verstoßen habe. Er kündigte in einem Blogpost an, Facebook werde seine Regeln verschärfen und intensiver nach Verstößen suchen. Facebooks Werbesystem soll reformiert werden, um die Nutzer in Zukunft besser vor Spam, Betrug oder Diffamierung zu schützen. Schon jetzt überprüft das Unternehmen Anzeigen sowohl manuell als auch mit automatisierten Tools. Nun soll verstärkt künstliche Intelligenz und Maschinenlernen eingesetzt werden, um problematische Inhalte zu erkennen.

Im gleichen Blogpost trat Goldman aber dem Vorwurf entgegen, Facebook verkaufe Nutzerdaten an Dritte: „Wir verkaufen keine persönlichen Informationen wie Namen, Facebook-Beiträge (Fotos, Videos etc.), E-Mail-Adressen oder Telefonnummern. An niemanden.“ Der Schutz der Privatsphäre sei der Kern der Facebook-Werbung. So könne das Unternehmen seinen Nutzern relevante Werbung zeigen und gleichzeitig seinen Werbekunden belegen, wie erfolgreich ihre Anzeigen sind. Über die Nutzer selbst erfahren Werbekunden jedoch nichts.

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Facebooks neue Werberegeln

Und so sehen die neuen Prinzipen für Werbung auf Facebook aus:

  1. Der Mensch steht an erster Stelle: Idealerweise soll Facebook-Werbung genauso relevant sein wie die anderen Beiträge von Freunden oder der Familie im Newsfeed.
  2. Facebook verkauft keine persönlichen Daten der Nutzer an Dritte.
  3. Nutzer können in den „Werbeanzeigen-Einstellungen“ selber bestimmen, welche Werbung sie angezeigt bekommen.
  4. Werbung muss transparent sein. Also soll jeder Nutzer sehen können, wer ihm Werbung einspielt und welche Anzeigen das betreffende Unternehmen zusätzlich platziert. Um den strikteren Transparenzmaßstäben zu genügen, erprobt Facebook bereits neue Funktionen.
  5. Werbung soll sicher sein und darf nicht diskriminieren. Bereits jetzt verbieten ja die Gemeinschaftsstandards Beleidigungen, Spam, Hassrede und ähnliche Äußerungen. Mit den neuen Facebook-Werberichtlinien macht das Unternehmen seinen Werbekunden nun strengere Vorgaben, die die Nutzer besser schützen sollen.
  6. Facebook-Werbung soll großen und kleinen Unternehmen gleichermaßen nützen. Daher stellt Facebook allen Werbekunden dieselben Werkzeuge zur Verfügung, mit denen sie potenzielle Kunden erreichen können.
  7. Facebook arbeitet ständig an Verbesserungen und führt immer wieder neue Features, etwa Kennzahlen oder Anzeigenformate, ein.

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Fazit: Werfen Sie einen Blick auf Facebooks neue Werberichtlinien!

Die neuen Facebook-Werberichtlinien sollen das Unternehmen ein Stück weit aus der Schusslinie nehmen. Zudem verändert sich das juristische Umfeld. Das deutsche Netzwerkdurchsetzungsgesetz nimmt auch Facebook stärker in die Pflicht, für Ordnung zu sorgen. Gleichzeitig bürgt aber der Firmensitz in den USA weiterhin für eine eher weite Auslegung der Meinungsfreiheit. Da mittlerweile weltweit 2,1 Milliarden Menschen Facebook nutzen, wird die Gratwanderung zwischen Meinungsfreiheit und der nötigen Durchsetzung von Gemeinschaftsstandards und Werberichtlinien eher schwieriger als leichter. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 10000 Menschen, die sich mit Sicherheitsfragen beschäftigen. 2018 soll sich diese Zahl verdoppeln. Einerlei, was man von den Regeln hält und wie die reale Umsetzung ausfallen wird: Wer auf Facebook Anzeigen schaltet, sollte sich mit den neuen Werberichtlinien vertraut machen.

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Ein Kommentar

  1. Ich finde, Internetriesen wie Google, Amazon, Facebook oder Apple sollten strengere Verhaltensregeln befolgen und bei Verstößen müssen viel höhere Strafen als bisher angesetzt werden. Für Google, Amazon, Facebook und Apple hat das Konsequenzen. Dass Werbekunden Anzeigen oder sogar zeitlich beschränkt gratis Inserate schalten konnten, die bestimmten Bevölkerungsgruppen nicht gezeigt werden dürfen, find ich hingegen in Ordnung. Als Werbekunde möchte ich ja meine Zielgruppe selber bestimmen können.

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