Lokale Suche Mobil

Einkaufszettel schreiben, zur Bushaltestelle tigern und im Geschäft des Vertrauens die Liste abarbeiten? So funktioniert Handel schon lange nicht mehr. In einer Google-Studie vom Januar 2015 gaben 91 % der Smartphone-Nutzer an, nach lokalen Informationen wie etwa Öffnungszeiten oder der Verfügbarkeit von Produkten in der Nähe zu suchen.

Smartphones wollen Treffer in Reichweite

Vor allem für Gewerbetreibende, die Kunden aus dem direkten Umfeld bedienen, wird es immer wichtiger, bei lokalen Google-Suchanfragen ganz oben zu stehen. Das trifft sowohl auf Ladengeschäfte zu als auch auf Dienstleister, Selbstständige oder Ärzte – und schließt größere Unternehmen nicht aus: Betriebe mit mehreren Filialen sollten ihre einzelnen Niederlassungen jeweils möglichst lokal vermarkten, beispielsweise mit eigenen Microsites für jeden einzelnen Standort.

Auch wer seine Waren oder Dienstleistungen sowohl stationär als auch über einen Online-Shop vertreibt, kann mit der Optimierung der lokalen Suche mehr Geschäft generieren: In manchen Situationen brauchen die Leute einen Klempner oder ein bestimmtes Kabel eben besser jetzt als gleich, mögen die Online-Lieferzeiten noch so kurz sein.

Google sucht Kontakt zur Realwirtschaft

Spätestens mit dem Pigeon Update von Google, das seit Juli 2014 in den USA und anschließend in weiteren Ländern ausgerollt wurde, steigt der Stellenwert regionaler Anbieter in den Suchmaschinenrankings deutlich. Erklärtes Ziel der Algorithmus-Änderung war es, lokalen Suchergebnissen in den Listings mehr und prominenteren Raum zu geben.

Auf welche Faktoren kommt es also an, wenn ich bei der lokalen Suche ganz oben stehen will? Die Macher von moz.com stellen sich – und vielen Online-Werbetreibenden – diese Frage schon seit 2008 und veröffentlichen die Antworten auf ihre Umfrage regelmäßig. Die Studie geht stark ins Detail, doch lassen sich einige deutliche Trends erkennen. So hat die Nähe des Nutzers zum Gesuchten im Vergleich zu den Vorjahren einen großen Sprung nach vorne gemacht. Auch die  Click-Through-Rate (CTR) scheint immer wichtiger zu werden.

SEO Horizon aus Indien hat diese und weitere Erkenntnisse in eine schöne Infografik mit konkreten Tipps gepackt. Lokale Händler und Dienstleister sollten demnach beispielsweise darauf achten, im Seitentitel Stadt und Land anzugeben und die NAP-Daten (Name, Adress, Phone) auf der eigenen Seite und in Webverzeichnissen aktuell und konsistent zu halten.

Mit AdWords nachhelfen

Das allein wird allerdings nicht reichen, um bei Google lokal ganz oben zu landen. Eine Suche nach „friseur frankfurt“ zeigt exemplarisch, warum. Oben und rechts stehen Anzeigen, in der Mitte das „Local 3-Pack“ mit Angaben aus  Google My Business, das für lokale Gewerbetreibende mittlerweile Pflicht ist. Und die organischen Suchergebnisse? Sind erst zu sehen, wenn der potenzielle Kunde weiterscrollt – falls er nicht schon unterwegs zum Lockenwickler der Konkurrenz ist.

Google Lokale Suche Beispiel

Grund genug, sich ebenfalls Unterstützung auf dem Weg zum Platz an der SERP-Sonne zu holen: mit Google AdWords. Die Anzeigenkampagnen bei Google lassen sich regional relativ genau eingrenzen; bezahlt wird nur, wenn Internet-Nutzer draufklicken.

Der entscheidende Vorteil von AdWords besteht in der Flexibilität. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Erweiterungen, mit denen sie sich stark zielgruppengerecht gestalten lassen. Dazu zählen beispielsweise Buttons, mit denen die Nutzer direkt im Geschäft anrufen können, oder Wegbeschreibungen inklusive derzeit gültigen Sonderangeboten. Allerdings schaltet Google die Erweiterungen nicht immer bzw. nicht alle: „Es gibt keine Garantie, dass die Erweiterungen mit der Anzeige dargestellt werden. Sie können jedoch auf dem Tab ‚Anzeigenerweiterungen‘ überprüfen, wann Erweiterungen in Ihren Anzeigen zu sehen sind“, sagt die einschlägige Hilfe.

Ein Ladengeschäft? Zeigen Sie es in Google Business View!

Vermutlich noch heftig unterschätzt dürfte Google Business View sein. Das Kugelpanorama des Ladengeschäfts ist noch relativ neu und nicht ganz billig. Aber Google steht zurzeit sehr auf „physische Präsenz“, und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn der Algorithmus den Rundumblick durch die Geschäftsräume nicht positiv vermerken würde.

Eine weitere, ausgesprochen effektive Möglichkeit sind Rich Snippets. Die deutsche Übersetzung „reichhaltige Schnipsel“ hört sich zwar komisch an, macht aber klar, worum es geht: Treffer in den Suchergebnissen, die mehr als die URL und zwei Zeilen Text zeigen. Google verarbeitet dazu automatisiert weitergehende Informationen wie User-Bewertungen oder den Produktstatus (etwa: „verfügbar“), die dann bei der lokalen Suche ausgespielt werden.

Fazit: Lokale Suche mit lokalen Daten füttern

Auch hier gilt leider: Google behält sich selbst vor, darüber zu entscheiden, was als Rich Snippet gezeigt wird. Eine gute Medienagentur kann die Quote bei dieser enorm erfolgsträchtigen Ergebnisdarstellung kräftig pushen. Geschäftstüchtige Onliner mit genügend Zeit und Sachverstand können aber auch auf eigene Faust einiges dazu tun, damit Google die eigenen Business-Seiten als Rich Snippets präsentiert.

Integrieren Sie lokale Informationen in Ihre SEO-Strategie
5 von 1 Bewertungen