Local SEO

Wer mit Google nach „Schlüsseldienst“ sucht, braucht einen Schlüsseldienst, und zwar einen ganz in der Nähe, und das möglichst flott. Aller Wahrscheinlichkeit nach geschieht die Suche vom Smartphone aus, weil der PC hinter der verschlossenen Haustür steht. So weiß die Suchmaschine schon recht viel: Sie weiß (meistens), wo sich der potenzielle Kunde ausgesperrt hat, sie weiß, was er sucht, und sie hat eine gute Vorstellung davon, wie er Kontakt aufnehmen möchte: per Handy.

Warum Local SEO?

Die wichtigsten Angaben für Anbieter, die mit lokaler Suche gefunden werden wollen, sind die Standortadresse, die Art der Dienstleistung und die Telefonnummer. Die SEO-Szene hat hierfür das Kürzel NAP parat (Name, Adress, Phone Number). Wenn diese Informationen aus der Kontakt-Seite der eigenen Webpräsenz hervorgehen – schön und gut. Mit Local SEO (einer Teildisziplin der Suchmaschinenoptimierung) lässt sich aber noch deutlich mehr tun, damit der Laden läuft. Das sind die wichtigsten Aufgaben:

  • Google+ Local übernehmen
  • Kategorien auswählen
  • NAP durchgängig aktuell halten
  • Citations organisieren

Angesichts der rasant steigenden Zugriffszahlen von Mobilgeräten aus sollten Unternehmen die lokale Suchmaschinenoptimierung bitterernst nehmen. Denn kein Anbieter ist der einzige in Reichweite und Google zeigt den Ortssuchenden maximal sieben Adressen an – das ist der sogenannte „7 Pack“.

Google+ Local und die ersten SEO-Maßnahmen

Google+ Local hieß ursprünglich Google Places. Nun hat Google den Dienst, der Anbieter und Kunden zusammenbringt, stärker ins Social Web integriert und außerdem direkt mit Google Maps verknüpft. Je detaillierter man sein Profil ausfüllt, desto besser die Ergebnisse. Am liebsten hat Google Geschäfte, die ein vollständiges Profil inklusive Fotos und Öffnungszeiten, eine aktive Website und regelmäßige Postings bei Google+ vorweisen können.

Ein Anfang ist schnell gemacht. Die meisten Unternehmen sind sowieso bereits bei Google+ Local gelistet, denn die Suchmaschine übernimmt unter anderem Daten aus dem Handelsregister und legt auf dieser Grundlage Rumpfeinträge an. Wer sich bei Google My Business anmeldet, kann den vorhandenen Eintrag übernehmen und erweitern. Mit ein bisschen Zeitaufwand lässt sich dieser Auftritt dann auch aktuell halten.

Im Idealfall liefen die Einträge schon alle relevanten Informationen, die auf die NAP-Schlüsselfragen antworten sollten: Was? Wo? Und wie? In Google+ Local übersetzt: Firma/Kategorie, Adresse und Telefonnummer. Von hier aus bieten sich dann gleich einige wichtige Local-SEO-Maßnahmen an:

    • Der Ortsname gehört in den Title-Tag der Landing Page, die in Google+ Local angegeben ist (falls es sich anbietet, kann er auch gut in der URL selbst stehen).
    • Die Adresse auf der Kontaktseite der Webpräsenz sollte zeichengenau dieselbe wie auf Google+ Local sein; dasselbe gilt für die Telefonnummer.

Keywords und Ranking-Kontrolle

Bei Google+ Local ist wichtig, dass die Keywords unbedingt zutreffend sind – also nicht „Feinkost“, wenn der Würstelstand den Umsatz mit Pommes macht. Google hasst kaum etwas mehr, als seine Sucher in die Irre zu schicken – höchstens noch Keyword-Stuffing à la „Super-billig-Pizza-Nudeln-Mario-Frankfurt“.

Ansonsten gelten für die Keywords im Prinzip dieselben Regeln wie im übrigen SEO-Geschäft. Darum lassen sich dafür auch die bekannten Tools nutzen, namentlich der KeywordPlanner in Google AdWords.

Parallel dazu empfiehlt es sich, auch gleich den unmittelbaren Wettbewerb auf dessen Keywords abzuklopfen. Für solche Kontrollzwecke und für das weitere Monitoring sind Hilfsmittel wie der Local Search Rank Checker von BrightLocal oder der Rank Tracker (PlacesScout) gut geeignet.

Local Citations und was sich dafür tun lässt

Bei der Auswahl der Anbieter, die Google einer lokalen Suche anzeigt, spielt die Vertrauenswürdigkeit eine große Rolle. Deren Gradmesser ist für die Suchmaschine die Qualität und Anzahl von Erwähnungen in Branchenportalen und auf anderen Websites. Gemeint sind Das Telefonbuch oder Das Örtliche ebenso wie Yelp (inklusive Qype) und ähnliche Dienste. Je nach Branche können es auch Themenportale oder Nennungen auf Nachrichtenseiten, in Blogs oder redaktionellen Online-Medien sein; gut sind Belege auf gut besuchten und beleumundeten Seiten.

Auf diesen sogenannten Citations beruht das Ranking: Je mehr Nennungen, desto höher der Rang unter den Google-Treffern und desto höher die Wahrscheinlichkeit im 7 Pack zu landen. Wer seine Citations überschauen will, kann das mit Tools wie dem Local Citation Finder oder bei Ypeas tun.

    • Für die Local Onpage-SEO heißt das vor allem: dafür sorgen, dass zufriedene Kunden bequem Gelegenheit haben, das eigene Geschäft zu bewerten. Also: entsprechende Portal-Links und Social-Media-Buttons direkt auf den eigenen Produkt- und Service-Seiten einbinden.
    • Auf der Seite der Local Offpage-SEO müssen wir zusehen, dass wir Einträge in den lokalen Branchenverzeichnissen und Bewertungsportalen bekommen. Das funktioniert in den meisten Fällen mit einer einfachen Selbstanmeldung, was wiederum den Vorteil hat, dass wir gleich dafür sorgen können, dass unser Geschäft – das ist wichtig! – immer richtig und einheitlich geschrieben ist (und natürlich auch die richtige Adresse hat).

Fazit: Google vertraut Nutzern, aber am meisten sich selbst

Local SEO ist ein beinhartes Geschäft. Einerseits erfordert es einen langen Atem und viel Geduld, etwa wenn es darum geht, Citations, Rezensionen und Erfahrungsberichte aufzubauen. Andererseits ist es im unverminderten Mobil-Boom eines der fortschrittlichsten Google-Geschäftsfelder und das heißt: Da ändert sich ständig etwas.

Sicher ist, dass die lokalen Suchergebnisse in fünf Monaten deutlich anders funktionieren werden als heute. In den USA lässt Google seine Local-Auswahl z.B. schon längst als Bilderkarussell über den sonstigen Ergebnissen rotieren. Diese Plätze sind natürlich brandheiß begehrt. Wenn dieses Feature zu uns kommt, ist abzusehen, dass Google auch in Deutschland die Carousel-Faktoren in dieser Reihenfolge gewichtet: die +1-Zähler zur Unternehmensseite auf Google+ Local, die Anzahl von +1 zur Website, die Anzahl der Bewertungen auf Google+ und dann erst die Citations. Mit anderen Worten: Wenn Google etwas vor Ort empfiehlt, dann vertraut die Suchmaschine sich selbst am ehesten.

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