Google Business View: Wo sich der Kunde auskennt, kauft er eher

//Google Business View: Wo sich der Kunde auskennt, kauft er eher

 

Die sprichwörtliche Katze im Sack hat sich immer schon schlecht verkauft. Relativ neu ist, dass die Leute offenbar auch optisch schon vorher wissen wollen, was sie irgendwo erwartet. Das gilt für Urlaubsorte, Restaurants, Museen … und es breitet sich dank Google Business View nun auf Geschäftsräume und andere Locations aus. Die Idee dabei: Ein virtueller Panorama-Rundgang lockt mehr Interessierte an.

Viel Effekt für wenig Aufwand: Das kann Google Business View

Statt umständlicher Beschreibungen hier ein knapp einminütiges YouTube-Video. Es zeigt, was da geboten wird – wenn auch leicht idealisiert, denn der Griff ins Warenregal ist ebenso noch Zukunftsmusik wie der Eintritt ins Geschäft direkt über das baumelnde Männchen von Google Street View. Die Optik und die „subjektive Kamera“ sind Street View sehr ähnlich. Auch der Eindruck der Räume kommt der Wahrnehmung bei einem leibhaftigen Besuch recht nahe.

google-business-view

Den Zugang zu diesem 360-Grad-Dienst hat Google sehr einfach gestaltet: Über eine Auswahlliste nimmt man Kontakt zu einem zertifizierten Fotografen auf und vereinbart bei einem Termin den Umfang des Auftrags. Die gesamte restliche Abwicklung übernimmt der Fotograf. Die Preise hängen vom Aufwand ab und beginnen bei wenigen hundert Euro. Die Auswahl und Beauftragung eines vertrauenswürdigen Fotografen lässt sich natürlich ebenfalls delegieren.

Allzu großer Geiz bei der Anzahl der Panoramen lohnt sich allerdings kaum; drastische Mengenrabatte sind nicht unüblich. Das Augenmerk sollte eher auf Nachhaltigkeit liegen: Wer seine Raumoptik in absehbarer Zeit erheblich verändert, muss ja nachbessern, und das sollte mit dem Fotografen einkalkuliert werden. Laufende Kosten entstehen bei Google Business View übrigens nicht.

Erwartbare Erfolge durch Google Business View? – Ja, sehr wahrscheinlich.

Es gibt noch keine repräsentativen Untersuchungen zu den Marketing-Effekten von Google Business View, wie Google bereits angedeutet hat. Sie sind aber plausibel, wie eine kleine Studie des MOZ-Bloggers Jeff Finkelstein zum Business-View-Vorläufer Business Photo zeigt. Effektiv ist vor allem die Einbindung in alle entsprechenden Dienste wie Google Maps und Google+. Eine unbedingte Voraussetzung, um von dort aus auch die Suchmaschinenergebnisse zu verbessern, sind aber gut gepflegte Einträge. Das Panorama allein garantiert noch kein besseres Ranking.

Google Business View bei Pro-Fishing in Hannover-Garbsen.

Google Business View bei Pro-Fishing in Hannover-Garbsen.

Wer sein eigenes Konsumverhalten und das seines sozialen Umfelds betrachtet, wird wenig Zweifel haben, dass ein virtueller Rundgang ein entscheidender Faktor für eine positive Verbraucherreaktion sein kann. Fraglich ist das allerdings in – durchaus prominenten – Fällen, wo ein Raum kaum etwas über das Angebot eines Unternehmens aussagt (Sixt am Berliner Hauptbahnhof wirkt eher wie ausgestorben und bei Klavieren macht sicher nicht das Bild die Musik). Ein sichtbarer und sicherer Erfolg ist hingegen in jedem Fall, dass ein Vorschaubild „Von innen ansehen“ bei den Google-Suchergebnissen erscheint, und zwar prominent erkennbar im Google Knowledge Graph.

Lohnt sich Google Business View wirklich oder gibt es geeignetere Alternativen?

Der zuletzt genannte Vorteil ist auch ein starkes Argument dagegen, sich auf vielleicht schon bestehenden Panoramen auszuruhen oder in Eigenregie von irgendwelchen Anbietern so etwas herstellen zu lassen. Denn der Weg in die Google-Ergebnisse ist exklusiv über den zertifizierten Fotografen möglich – auch wenn man probieren kann, eigene Panoramen z.B. über Google My Business zu verlinken.

Das ist allerdings derzeit noch die einzige Lösung für Unternehmen in Österreich. Offenbar wegen der Weigerung des Landes, Google Street View ohne Weiteres zuzulassen, ist Google Business View hier gar nicht verfügbar. Der nicht zuletzt von der Touristikbranche erkannte Nutzen eines ähnlichen Dienstes hat aber zu recht weit entwickelten regionalen Alternativen geführt, z.B. dem – allerdings auf Flash angewiesenen – Portal Gmunden erkunden im Salzkammergut.
Letztendlich liegt es also bei dem Unternehmen selbst: Wollen Sie Google Business View für sich entdecken oder ist es noch zu nebensächlich?

Fazit: Als Glitzerstein im Google-Mosaik

Insgesamt bietet Google Business View bei überschaubarem Aufwand ein hohes Marketing-Potenzial. Die wichtigsten Voraussetzungen sind:

  1. Es gibt wirklich etwas vorzuzeigen.
  2. Es wird ansprechend in Szene gesetzt.
  3. Das Umfeld im Google-Universum (also eigener Content und das Profil auf den Plattformen der Suchmaschine) ist ausreichend attraktiv.

Dann muss der Kunde nur noch in Wirklichkeit so gut empfangen werden, wie es der virtuelle Rundgang verspricht.

Newsletter abonnieren

Verpassen Sie keinen Blog-Eintrag mehr!

Abonnieren Sie unseren Blog und halten Sie Ihr Online-Marketing-Wissen aktuell!
Newsletter abonnieren
Google Business View: Wo sich der Kunde auskennt, kauft er eher
5 von 1 Bewertungen

By | 2018-02-07T15:53:09+00:00 11.08.2015|Categories: Google|Tags: , , |3 Comments

About the Author:

Michael Praschma
Michael Praschma ist Texter, Lektor und Redakteur. Er beherrscht so unterschiedliche Gattungen wie Werbetext, Direct Marketing, Claims, Webtext, Ghostwriting, Manuals oder PR. Außerdem treibt er sich – schreibend und anderweitig engagiert – in Journalistik, Non-profit-Organisationen und Kulturwesen herum. Seine Kunden kommen aus verschiedensten Branchen. Bei Heise RegioConcept schätzt er die Möglichkeit, mit eigenen Recherchen auf den Punkt zu bringen, was Blogbesucher interessiert.

3 Kommentare

  1. David Vasicek 12. August 2015 um 01:16 Uhr - Antworten

    Vielen Dank für die Erwähnung unserer Google-Street View-Aufnahmen in der Klavierausstellung.
    Entscheidend ist aus unserer Sicht die höhere Sichtbarkeit in der Suchmaschine, das Reduzieren der Schwellenangst vor Besuch eines Ladens und die Nutzbarkeit der Rundgänge auf der Kundenwebseite.
    Beste Grüße aus Frankfurt

    • Michael Praschma • Texter 12. August 2015 um 10:39 Uhr - Antworten

      Völlig legitime Gründe, Street View zu nutzen, na klar. Und bei der Klavierausstellung sieht man ja auch ordentlich was!

      Interessanter technischer Nebenaspekt: Man kommt zwar aus dem Laden auf die Straße hinaus und ist dann wirklich in Street View – aber man kommt nicht nur nicht wieder hinein, sondern wenn man sich umdreht, ist an derselben Stelle (noch?) ein ganz anderes Geschäft! Das belegt eindrucksvoll, dass Business View und Street View eben noch zwei Paar Schuhe sind.

      • David Vasicek 12. August 2015 um 13:06 Uhr - Antworten

        Ja richtig. Die Street View-Außenaufnahmen sind aus den Jahren 2007/2008 und aufgrund des massiven Gegenwindes nicht mehr aktualisiert erweitert worden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar