Blitz oder Schnecke? Google gibt die Antwort mit „Test my Site“

//Blitz oder Schnecke? Google gibt die Antwort mit „Test my Site“

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Geschwindigkeit ist keine Hexerei. Im Internet-Zeitalter gilt aber auch, dass Online-Händler, die zu langsam sind, in Teufels Küche kommen können. Einen großen Anteil daran hat die Verbreitung von Smartphones. Früher wurden längere Ladezeiten am Desktop-PC noch mit einem Gang in die Küche oder einem Plausch unter Kollegen überbrückt. Wer in der Fußgängerzone im Regen steht und schnell nach dem nächstgelegenen Café sucht, hat diese Zeit nicht. Wie wichtig schnelle Ladezeiten insbesondere im Mobile Marketing sind, haben wir bereits mehrfach thematisiert. Hinzu kommen physische Usability-Einschränkungen wie die begrenzte Fläche eines Smartphone-Displays und die mitunter fisselige Bedienung – umgangssprachlich ist auch vom „Wurstfinger-Syndrom“ die Rede.

Performance-Test für Smartphones und Desktop-PCs mit einem Mausklick

Nun ist Zeit relativ, aber wenn die Seite zu langsam ist, ist sie zu langsam. Es bräuchte eine neutrale Instanz, die objektiv feststellt, ob die Geschwindigkeit passabel ist oder nicht, und wo Ansatzpunkte sind, um der Usability des Internet-Auftritts gegebenenfalls Beine zu machen. Genau eine solche hat Google beim diesjährigen EMEA Performance Summit in Dublin vorgestellt: das neue Tool Test my Site, das nun auch in deutscher Sprache verfügbar ist. Das Layout ist reduziert, aber schick, und die Bedienung kinderleicht: Lediglich eine URL muss man eingeben. Danach werden Tests gestartet, die innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen sind.

Die Ergebnisse sind schnell zur Hand und enthalten konkrete Tipps, an welchen Stellen der Schuh drückt. Getestet werden drei Bereiche: die Optimierung für Mobiltelefone sowie die Geschwindigkeit auf Mobiltelefonen und Desktop-PCs.  Die Leistungswerte werden jeweils auf einer Skala von 1 bis 100 eingeordnet. Technische Kenntnisse sind nicht erforderlich. Die Einzeldisziplinen sind in die Kategorien „Ausgezeichnet“, „Korrekturen empfohlen“ und „Korrekturen erforderlich“ eingeteilt.

So funktioniert „Test my Site“: (zum Vergrößern bitte klicken)

(Screenshots, Quelle: https://testmysite.withgoogle.com/intl/en-gb)

Konkrete Usability-Tipps helfen bei der Seitenoptimierung

Beispiel Mobiltelefon-Optimierung: Hier sollten etwa Plug-ins vermieden und lesbare Schriftgrößen verwendet werden. Viele Ansatzpunkte liefern vor allem die Tests zur Geschwindigkeit auf Smartphones, dem Kernstück des Tools. Es gibt zahlreiche Stellschrauben, die für sich genommen möglicherweise nicht ins Gewicht fallen. Zusammengefasst können sie die Geschwindigkeit beim Seitenaufruf jedoch genau um die Sekunde abbremsen,  die der Kunde nicht mehr zu warten bereit ist. Dazu zählen unter anderem die Optimierung der Bilder und die Reduzierung von JavaScript, CSS und HTML. Viele der Tipps gelten auch für den Abruf der Seite von einem Desktop-PC. Die Leistungswerte werden getrennt erhoben und ausgewertet.

Zu wissen, wo Sand im Getriebe ist, ist hilfreich. Viel wichtiger ist es aber, die Probleme zu beheben. Der Clou von Test my Site ist, dass sich der Nutzer nach Eingabe einer gültigen E-Mail-Adresse einen ausführlichen und kostenfreien Testbericht zuschicken lassen kann. Zu vielen kritischen Punkten verweist Google auf Hilfeseiten, die zeigen, wie die Tipps praktisch umgesetzt werden können. Dazu ist es aber zwangsläufig nötig, etwas tiefer in die Materie einzusteigen. Das weiß auch Google – und schreibt: „Hier geht es um technische Dinge. Leiten Sie diese Infos bei Bedarf einfach an Ihren Webmaster weiter.“

So sieht der detaillierte Testbericht aus: (zum Vergrößern bitte klicken)

(Screenshots, Quelle: https://testmysite.withgoogle.com/intl/en-gb)

Fazit: Testen Sie „Test my Site“ – einfacher geht’s kaum!

„Das probiere ich einfach mal aus!“ So dürften die meisten reagieren, wenn sie den Test aufrufen. URL eingeben, fertig – Google hat die Einstiegshürde so niedrig wie möglich gehalten und die Seite mit hübschen Bewegtbildern garniert. Wer anschließend dürftige 50 Prozent im Geschwindigkeitstest erhält, ist bereits mittendrin im Thema. Der Test kann beliebig oft wiederholt werden, der Fortschritt bei Beherzigung des einen oder anderen Ratschlages wird damit sofort sichtbar. Und Erfolgserlebnisse motivieren, mit der neuen Mobile-Marketing-Strategie weiterzumachen. Die Zahlenspiele sind schön, aber unter dem Strich steht bei alledem etwas viel Wichtigeres: Eine umfassende Web-Analyse, die für eine optimale Kundengewinnung und -zufriedenheit sorgt.

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By | 2018-02-20T11:44:18+00:00 01.11.2016|Categories: Homepages|Tags: , , , , |1 Kommentar

About the Author:

David Schahinian
David Schahinian arbeitet als Journalist für Tageszeitungen, Fachverlage, Verbände und Unternehmen. Nach Banklehre und Studium der Germanistik und Anglistik war er zunächst in der Software-Branche und der Medienanalyse tätig. Seit 2010 ist er Freiberufler und schätzt daran besonders, Themen unvoreingenommen und en détail ergründen zu können.

Ein Kommentar

  1. Michael Praschma • Texter 20. November 2016 um 11:27 Uhr - Antworten

    „Test my Site“ meets WordPress.com: Mobile Geschwindigkeit zum Schämen

    Der Support von WordPress.com ignoriert das Thema, und aus dem Google Webmaster Forum kommt auch nichts Hilfreiches. Nicht nur meine, auch die von WordPress.com erst kürzlich als leuchtende Beispiele für alles Mögliche vor den Vorhang gestellten Seiten schneiden beim Mobile Speed Test von Google schlecht ab. Und das liegt nicht an zu großen Bilddateien oder so etwas, sondern die einziege Meldung im Report für eine gravierende Fehlerquelle lautet: „Eliminate render-blocking JavaScript and CSS in above-the-fold content“. – Darauf habe ich aber keinen Zugriff, das ist WordPress-Revier.

    Ich lobe hiermit eine Veröffentlichung für denjenigen aus, der das aufklärt und eine Abhilfe auf den Tisch legt. Denn dass eine schlechte Performance bei Mobile Speed mein Ranking für mobile Suchanfragen beeinträchtigt, darf als sicher gelten.

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