Verzeichnismedien_Digitalisierung


Auf dem jährlich stattfindenden VDAV-Branchentreff (Verband Deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien e.V) wurde dieses Jahr vom 31. Mai bis 2. Juni 2016 im Maritim Hotel in Berlin wieder viel über neue Trends und Entwicklungen der Verzeichnismedienbranche gesprochen.

Mit mehr als 450 Geschäftsführern und Führungskräften war das dreitägige Event wieder mal der Treffpunkt der Branche. In unzähligen Gesprächen, mehr als 30 Workshops, Praxisforen und Vorträgen konnten sich die Gäste über Erfahrungen und neue Entwicklungen austauschen und so zahlreiche Erkenntnisse zu den Trends sammeln.

Um zu erfahren, welche Buzzwords für die Verzeichnismedien-Branche in Zukunft von hoher Bedeutung sein werden und welche strukturellen und individuellen Veränderungen notwendig sind, um am Puls der Zeit zu bleiben, haben wir fünf ausgewiesene Experten interviewt. Einen Zusammenschnitt aller Antworten können Sie sich in unserem Video angucken.

Virtual Reality für KMU?

Nick Sohnemann gilt in Europa als einer der führenden Experten im Bereich Trend- und Innovationsforschung und gründete 2013 seine eigene Innovationsberatung FUTURECANDY. Für den passionierten Innovationstreiber ist vor allem ein grundlegendes Umdenken von zentraler Bedeutung. Die Notwendigkeit zu erkennen, dass digitale Wertschöpfung ganz anders funktioniert als klassische Herangehensweisen, sieht er für die Verzeichnismedienbranche und die Mitglieder des VDAV von extrem hoher Wichtigkeit. Verlage sind in ihren Gebieten extrem gut mit kleinen und mittleren Unternehmen vernetzt, was sie zu ihrem Vorteil nutzen können. So sind sie beispielsweise in der Lage, eine Vielzahl relevanter Daten zu generieren, um so Upselling zu betreiben. Dieses Wissen muss laut Sohnemann dazu genutzt werden, neue Geschäftsmodelle und Produkte zu entwickeln. Produkte, die den neuen Bedürfnissen der potentiellen Kunden gerecht werden und die einen echten Mehrwert bieten. Daran geknüpft ist die zweifelsfrei die große Bedeutung der Verzeichnismedien bei diesen Unternehmen. Die Markenbekanntheit und die starke Nutzung durch die Bevölkerung sind Faktoren, die einen optimistischen Blick in die Zukunft zulassen, so der Gründer von FUTURECANDY. Eine Chance für Verzeichnismedien sieht der Experte in der Vernetzung dieser KMU. Die digitale Verknüpfung der Unternehmen miteinander bietet enormes Potential, um neue Ideen und Produkte umzusetzen und sich dem anstehenden Generationswechsel der Nutzer von Verzeichnismedien erfolgreich zu stellen. Die digitale Denkweise steht hier im Fokus und muss in die alltäglichen Prozesse der Verlage integriert werden. Mittel- bis langfristig sieht Nick Sohnemann die Trends bei personifizierter digitaler Werbung sowie der Möglichkeit, mit Geräten aus der Kategorie Virtual Reality, beispielsweise der Oculus Rift-Brille, ein neues Erlebnis bei Verzeichnismedien zu schaffen.

Verlage müssen das Nutzerverhalten besser kennenlernen

Suchmaschinen und digitale Strategien sind seine Passion – als CEO des Big-Data-Spezialisten SEOlytics entwickelt Sören Bendig Marketing-Intelligence-Lösungen und ist ein Experte in Sachen SEO. In unserem Interview hebt Bendig hervor, dass Verzeichnismedienverlage das Handeln und Informationsverhalten von Nutzern verstehen lernen müssen. Die Bereitstellung dieser Daten zur richtigen Zeit am richtigen Ort wird für die Branche zur Hauptaufgabe, aber auch gleichzeitig zu einer enormen Chance, mit neuen, smarten Produktideen eine noch bessere Nutzungserfahrung zu generieren. Als Grundlage dieser Entwicklung sieht der CEO die Digitalisierung der Verlage und der Produkte. Zeitgemäßes Denken und Arbeiten sind einhergehend mit digitalen Produktlösungen. Besonders im Markt kleiner und mittelständischer Unternehmen fokussiert Sören Bendig sich auf die Lokalität, spricht sogar von einem hyperlokalen Trend, bei dem nicht nur mehr der eigentliche Aufenthaltsort von hoher Relevanz für die Datenbereitstellung ist, sondern die Person selbst – und zwar im Kontext seiner aktuellen Umgebung. Die Entwicklung hin zu einer Welt geprägt vom mobilen Internet ist essentiell für die zukünftige Aufstellung der Verzeichnismedien. Lokalität und Geschwindigkeit im Mobile Marketing werden Erfolgsfaktoren für Verlage sein.

Nur wer mobil gut aufgestellt ist, wird bei Google gefunden

Als Strategic Partner Manager bei Google Germany arbeitet Daniele Esposito tagtäglich mit Verlagen der Verzeichnismedienbranche zusammen und entwickelt gemeinsam mit ihnen Konzepte und Lösungen, um kleine und mittelständische Unternehmen bestmöglich online aufzustellen. Damit die Verlage des VDAV ihren Kunden dies ermöglichen können, muss eine Digitalisierung stattfinden. Das bedeutet, dass digitale Produkte in die Unternehmensstrategie integriert werden und selbstverständlicher Bestandteil eines modernen und umfassenden Produktportfolios sind. Digitale Lösungen dürfen für Unternehmen keine Nebenprodukte sein. Verzeichnismedienverlage sollten ihr Unternehmensangebot dementsprechend anpassen neue Produkte entwickeln. Als Schlüssel zum Erfolg sieht Esposito die langjährigen Kundenbeziehungen. Das darauf aufgebaute Vertrauen und die oft lang andauernde Zusammenarbeit mit den KMU ist eine ideale Basis für einen gemeinsamen Weg in die Zukunft der neuen Verzeichnismedien. Als einschneidende Entwicklung im Markt sieht Daniele Esposito den Trend hin zu mobilen Endgeräten. Er hebt hervor, dass mehr als 50% der Suchanfragen bei Google von mobilen Geräten getätigt werden und 20% schon einen lokalen Hintergrund haben – mit steigender Tendenz. Diese Lokalität bietet viel Ideenspielraum für die notwendigen neuen Lösungen für Mittelständler und kleine Unternehmen.

Hochwertige Inhalte sind das A&O

Für die Kommunikationswissenschaftlerin und bloggerabc-Gründerin Daniela Sprung sind die Themen Blogs und Pressearbeit absolute Herzensangelegenheiten. Die ausgewiesene Expertin im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Public Relations hat die Entwicklung der Verzeichnismedien beobachtet und führt an, dass die Hauptaufgabe von Verlagen darin liegt, herauszufinden, was die Zielgruppe überhaupt will. Die Erkenntnisse über die Trends und Entwicklungen bei den Nutzern ist von zentraler Bedeutung und der Grundbaustein für die Verzeichnismedienbranche. Mit diesem Wissen können Verlage sich dem veränderten Suchverhalten ihrer Nutzer erfolgreich anpassen. Relevanter Content, einzigartige Infos und ein optimales Ranking bei Suchmaschinen sind für die passionierte Bloggerin die Punkte, die es zu beachten gilt, um in eine erfolgreiche Zukunft zu blicken und den Nutzern einen Mehrwert zu bieten. Am Anfang muss stehen, „Digital“ zu verstehen. Die Verlage des VDAV benötigen digital ausgerichtete Strategien, um sich dem heutigen Markt anzupassen. Buzzword ist laut D. Sprung die digitale Transformation, also die allumfassende Anpassungen der Verlage und der alten sowie neuen Produkte an die digitale Umwelt.

Mit künstlicher Intelligenz einen Schritt voraus

Als Innovations- und Start-Up-Berater ist Laurent Burdin von Space and Lemon immer am Puls der Zeit und hat ein feines Gespür für aktuelle Trends und Entwicklungen. Er geht noch einen Schritt weiter und unterstreicht, dass es sich aktuell nicht nur um generelle Trends und Veränderungen geht, sondern spricht sogar von einem Kulturwandel in den Verzeichnismedien. Burdin betont, dass die VDAV-Verlage mehr Innovationen schaffen müssen und neue Wege erkunden sollen. Als Schlussfolgerung der strukturellen Veränderungen der Verzeichnismedienbranche sieht er die Möglichkeit, mit neuen Produkte, die bis dato nicht vorhanden waren, neue Zielgruppen und Nutzer zu gewinnen. Die aktuell wichtigsten Trends des Online-Marketings sieht er in der Sprachsteuerung, die auch für die Verzeichnismedien von enormer Bedeutung und großem Nutzen sein kann. Vor allem bei Smartphonenutzern ist die Sprachsteuerung ein beliebtes Mittel für eine leichtere und beschleunigte Suche. Ergänzend hebt er Artificial Intelligence als Chance für Verzeichnismedienverlage hervor: Chat-Bots (zum Beispiel) beinhalten viel Potential, um intelligente Produktlösungen zu entwickeln und anzubieten.

Fazit: Die Digitalisierung ist unumgänglich

Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass es zahlreiche Trends und Entwicklungen gibt, die Verzeichnismedien-Verlage für die Verbesserung ihrer Produkte und die bessere Zielgruppenansprache verwenden können. Die Interviews zeigen jedoch auch die kritische Seite des aktuellen Status Quo: Wenn sich die Verzeichnismedien nicht an den Digitalmarkt und die aktuellen Bedürfnisse der Nutzer anpassen, kommen schwierige Zeiten auf die Verlage zu.

Fotocredits: Sebastian Semmer/vdav, Lena Ewald und Jessica Lumme

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