YouTube Analytics Teil 1

Wer YouTube fürs Marketing nutzt, investiert unter Umständen einiges an Arbeitskapazität. Damit dieser Aufwand nicht verpufft, sollten Unternehmen genug Zeit für zielgenaues Controlling reservieren – sofern es nicht eine Medienagentur mit dieser Kernaufgabe betraut. Doch auch die wird dazu im Wesentlichen ein Tool nutzen, das jedem Betreiber eines YouTube-Kanals kostenlos zur Verfügung steht: YouTube Analytics (YTA).

YouTube Analytics

Doch Vorsicht! Wie bei Google Analytics kann auch hier die schiere Masse an Daten selbst zum Ressourcenfresser werden. Zwar kann man sich durchaus gelegentlich (!) von entlegenen Zahlen wie den Zugriffen am Weihnachtsabend inspirieren lassen. Doch es ist guter Managementbrauch, nur nach solchen Daten zu fragen, die tatsächlich Maßnahmen ermöglichen. Was aber ist relevant?

Info und Optimierung: mehr Besucher und bessere Conversion Rate

Klarer kann man es nicht sagen als YouTube selbst in seinen Optimierungshinweisen: „Ein hervorragendes Video zu erstellen ist zwar sehr wichtig, aber nur die halbe Miete.“ Zu ergänzen wäre, dass Marketing auch mehr ist als der Stolz auf viele Zuschauer und positive Bewertungen.

Den Zugang zum Tool eröffnet das Kanal-Icon rechts oben, das nach dem Anklicken den Button „YouTube Studio“ anbietet. Damit ist man im Dashboard. Dieses Instrumentenbrett für alle Kanalfunktionen lässt sich nach Bedarf anpassen. (Die folgende Anleitung geht vom Originaldesign aus.) In der linken Spalte befindet sich „Analytics“, das ein Pop-up-Menü mit dem kompletten Werkzeugkasten für YTA öffnet. Alternativ kann man auch auf die Statistikangaben im eigenen Dashboard klicken.

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Übersicht und Echtzeitanzeige: Performance im Datensieb

Die wichtigste Entscheidung ist gleich zu Beginn in der Übersicht zu treffen: Hier lässt sich einstellen, ob YouTube Analytics Daten aller Nutzer auswertet oder nur die von Kanalabonnenten bzw. -nichtabonnenten. Der Vergleich zwischen den Nutzergruppen kann wertvolle Hinweise für gezielte Marketing-Maßnahmen liefern. Die weiteren Filter in diesem Bereich des Dashboards, z.B. Einstellung des Analysezeitraums, erklären sich von selbst.

Die nächsten Basisdaten geben einen ersten Eindruck, was der ganze Kanal und die Top-10-Videos leisten und woher die Besucher kommen – immer entsprechend den gewählten Filtereinstellungen. Wer da schon neugierig auf Details ist, aber ungern in Untermenüs herumstochert, wedelt einfach mit dem Mauszeiger über die Seite: Praktisch alle Angaben sind netterweise zu den jeweiligen Details verlinkt.

Zurück zur linken Spalte, wo „Echtzeit“ steht: Das ist z.B. dann spannend, wenn ein Video plötzlich viral wird. Bei dieser Analyse werden für jeden Clip die Aufrufzahlen in einer Zeitlinie angezeigt, und zwar einmal 48 Stunden und einmal 60 Minuten zurück. Wer sich die Mühe macht, Gesetzmäßigkeiten aus diesem Verlauf herauszufiltern (inklusive der längerfristigen Zeitlinien im Untermenü „Aufrufe“), kann daraus zumindest Indizien für das richtige Timing begleitender Marketing-Aktionen gewinnen.

Berichte zu Aufrufen: Schau mal, wer da guckt!

Die eigentliche Aufrufstatistik ist nicht nur die Mutter aller Daten, sondern auch ein Alleskönner, was Darstellungsoptionen betrifft: Der Zeitraum lässt sich mit einem Schieberegler variieren, der mit fast null Ladezeit tut, was er soll. Das gilt übrigens generell. Mehrlinien-, Torten- oder gestapeltes Flächendiagramm – alles erscheint verzögerungsfrei.

Filter für die Aufrufe – nach Video, Datum, Geografie etc. – sind intelligent gewählt. Wer z.B. nur 0,3 % der Besucher als Abonnenten hat, kann berücksichtigen, dass er kaum Vorkenntnisse über sein Unternehmen als Kanalbetreiber voraussetzen kann. Auch hier gibt es wieder erklärende Pop-ups, wo immer man hinkommt. Und, wie auch sonst in YTA: Überall stehen Fragezeichen-Buttons, die nach einem Klick in wenigen Worten genauer sagen, was man jeweils geliefert bekommt.

Wer, von wo, auf welchem Gerät: Erreiche ich die Richtigen?

In den folgenden Untermenüs zu den Aufrufberichten ist das Profil der tatsächlich erreichten Zielgruppe recht vielfältig abgebildet: Alter und Geschlecht, die Website oder Seite, auf der das Video angezeigt wurde („Wiedergabeorte“), sowie der Gerätetyp, außerdem der Referrer bzw. die Zugriffsquelle, d.h., wie viele Nutzer von anderen Websites, der organischen Google-Suche oder per Direkteingabe zum Video gekommen sind. Die angezeigten Daten lassen sich auch innerhalb der einzelnen Untermenüs mehrfach filtern, also z.B. die Wiedergabedauer wahlweise nach Gerätetyp oder Betriebssystem.

Speziell aufschlussreich ist die „Zuschauerbindung“: Hier geht es vor allem darum, wie lange ein Video tatsächlich angesehen wurde. Das sagt viel über die Resonanz beim Publikum allgemein – im Vergleich unterschiedlicher Videos aber auch darüber, welche Art von Filmen den Erwartungen der Nutzer so entspricht, dass sie nicht weggedrückt werden.

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