Livestreaming

Live is live – immer schon, seit es Medien gibt, und mit legendären Erfolgen: 1954 wird Deutschland Fußballweltmeister, mit der ersten TV-Liveübertragung. Weltweit eine halbe Milliarde Menschen sehen 15 Jahre später die ersten Schritte eines Menschen auf dem Mond. Heute sind keine großen Sendeanstalten mehr erforderlich. Livestreams kann jeder verbreiten, der ein Smartphone besitzt. Und so geschieht es auch zunehmend. Die Anzahl der monatlichen Nutzer in Deutschland steigt kontinuierlich und wird voraussichtlich noch 2017 die 25-Mio.-Marke knacken. Online-Marketing-Videos waren schon bisher die Strategie mit den besten Startchancen im Bereich von Social Media. Jetzt verspricht Livestreaming mehr und mehr den entscheidenden Vorsprung.

Ein Livestream für Unternehmen muss sofort überzeugen

Im Prinzip gelten für das Livestreaming dieselben Prinzipien wie auch sonst in diesem Medium – vor allem am Beispiel YouTube haben wir das in unseren Schwerpunktbeiträgen zum Thema Videomarketing praktisch erläutert. Im Livemodus sollten aber zusätzlich bzw. mit anderer Gewichtung als sonst einige besondere Punkte beachtet werden:

  • In den meisten Kanälen ist es technisch sehr simpel zu streamen; es wäre aber ein schwerer Fehler, deswegen in dilettantische Sponti-Filmerei zu verfallen. Das Publikum wird nicht wiederkommen. Wenn so ein Trash in der Welt ist, bleibt er meist auch – Trash.
  • Aus demselben Grund gilt es, Livestreams inhaltlich besonders zu rechtfertigen. Denn damit sie live gesehen werden, müssen sie gut angekündigt oder zu regelmäßigen Zeiten etabliert sein, und dafür muss mehr Spannung im Vorfeld aufgebaut werden als bei einem herkömmlichen Video, das sich auch nach und nach herumsprechen kann. Aber je höher die Erwartung, desto schneller ist sie auch enttäuscht.
  • Wenn einzelne User beim Zusehen nicht genügend Bandbreite bekommen, um den Stream tadellos verfolgen zu können, ist das bedauerlich, aber nicht zu ändern. Tragisch wird es, wenn die Internet-Verbindung für das Upstreamen nicht reicht – dann ist, und zwar unwiederbringlich – der ganze Livestream für die Katz.
  • Es heißt Social-Media-Livestreaming, weil Interaktion mit den Usern erst das Salz in der Suppe ist. Die zeitnahe Reaktion auf Userkommentare ist schon bei einfachen Postings manchmal überlebenswichtig; beim Livestream wäre es allerdings optimal, in Echtzeit auf das einzugehen, was hineinkommt. Das bedeutet nicht zuletzt zusätzliche personelle Ressourcen – die sich lohnen können: Facebook hat schon vor Längerem festgestellt, dass Livestreams zehnmal mehr Reaktionen erhalten als normale Videos.
  • Die Plattformen bieten jeweils Besonderheiten, die zu nutzen sich lohnt, um das Reichweitenpotenzial auszuschöpfen (etwa die Livemap bei Facebook). Hier können sich aber auch generelle Kriterien zu der Entscheidung für eine bestimmte Plattform finden.

Drei wichtige Plattformen im Kurzüberblick

Facebook nennt es Live-Video. Das Streaming lässt sich über jeden Computer mit Kamera oder das Smartphone direkt starten bzw. mit einer Streaming-Software verwalten. Wer sein Social-Media-Livestreaming ernsthaft über Facebook betreiben und sich gut vorbereiten will, findet bei Hootsuite einen XXL-Leitfaden für Unternehmen.

YouTube könnte die richtige Wahl sein, wenn das Online-Marketing des Unternehmens bereits ohnehin stark mit der Welt von Google verwoben ist. Der sehr wohlgeordneten YouTube-Hilfe Livestreaming ist anzumerken, dass man hier auf einer durch und durch routinierten Plattform unterwegs ist.

Twitter-Nutzer sind beim Streamen mit einer App namens Periscope unterwegs. Der Dienst bietet wieder andere Spezialitäten, die u. a. einen Schwerpunkt darauf legen, eine Community aufzubauen bzw. zu halten. Auch hier ist die Live-Video-Anleitung übersichtlich und auskunftsreich gestaltet.

Was können Unternehmen mit Livestreams bieten?

Die Abwägung von Aufwand (vor allem an Zeit; bei professioneller Machart aber auch an Technik) und Ertrag muss berücksichtigen, dass Livevideos zwar grundsätzlich taugliche Quotenbringer sind, aber natürlich zunächst nur auf der Ausgangsbasis der Follower bzw. Fans, die das Social-Media-Marketing bisher hat sammeln können. Unter Umständen ist also mindestens eine ordentliche Anschubpromotion erforderlich.

Besonders am Anfang gilt, dass der Wurm dem Fisch und nicht dem Angler schmecken muss. Die feierliche Eröffnung eines neuen Shops mit Sektempfang mag der Verkaufsabteilung schmeicheln, für Zuschauer wird sie meist todlangweilig sein. Was geht also und wie?

  • Große Ereignisse im Unternehmen können (!) live-tauglich sein, wenn die Veranstaltung gezielt ein optisch oder inhaltlich knalliges Highlight in den Mittelpunkt stellt.
  • Frage und Antwort: Formate, die ähnlich wie ein Webinar funktionieren, sind überall da sinnvoll, wo die Expertise des Unternehmens Usern direkt weiterhelfen kann (Produktverwendung, Verbraucherberatung usw.), wobei die Schwerpunkte, mit denen sich Verkäufer und Kundendienst im Alltag herumschlagen, einen guten Kompass für die Themenwahl abgeben. Hier sind Regelmäßigkeit und gute Ankündigung wesentlich.
  • Sonderverkäufe, neue Waren, Blicke hinter die Kulissen der Fertigung … – je nach Branche und Unternehmensgröße bieten sich unterschiedlichste Ansätze, das Interesse von Nutzern auf sich zu ziehen. Wichtig ist dabei die inhaltliche Perspektive, dass der Livestream idealerweise beim User den Wunsch weckt, tatsächlich dabei zu sein oder bei nächster Gelegenheit selbst kennenzulernen, was da gerade gezeigt wird.

Fazit: Hauchen Sie mit einem Livestream Ihrem Marketing neues Leben ein!

Der Erfolg von Videos – ob live oder nicht – ist schwer zu planen. Oder was soll man daraus lernen, dass 2010 das meistgesehene YouTube-Video zeigte, wie ein Kind ein anderes in den Finger beißt? Heute sind es meist Musikvideos. Weitgehend unbestritten ist, dass Regelmäßigkeit im Livegeschäft ausschlaggebend ist. Wer viel Promotion braucht, findet dazu wahrscheinlich wieder bei YouTube die breitesten Optionen. Eine langfristige Prognose über Social-Media-Livestreaming ist derzeit völlig ungewiss. Der Test mit einer kreativen Idee, mit begrenztem Einsatz und eventuell etwas professioneller Unterstützung lohnt sich aber in den meisten Fällen.

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