Online-Shop-Grundlagen

Produkte und Dienstleistungen im Internet präsentieren: Ja, sowieso. Und warum dann nicht auch gleich im Netz verkaufen, also da, wo sich Ihre potenziellen Kunden jetzt gerade aufhalten? Webshop, Online-Shop, Internet-Versand – mit diesen Stichworten verbindet man meist die Großen dieses Sektors, z.B. Amazon, Apple oder in Deutschland Otto. Die Perfektion in Präsentation und Service bei diesen Marktführern ist durchaus Respekt gebietend. Kann ein mittelständischer Einzelhändler das auch? Und lohnt es sich?

Vorteile des Online-Handels für Anbieter und Verbraucher

Das Verbraucherinteresse am Online-Kauf ist branchenabhängig nicht überall gleich hoch. Insgesamt gibt es aber ein kontinuierliches Wachstum. Das hängt einerseits mit dem Kundenerlebnis zusammen, das offenbar für einen wachsenden Teil der Verbraucher attraktiv ist. Attraktiv am Online-Shopping sind aus Sicht der Endkunden z.B.

  • Einkaufszeiten rund um die Uhr und Sofa-Shopping,
  • schnelle Produkt- und Preisvergleiche,
  • die Anonymität,
  • der Zugang zu Produktbewertungen anderer Käufer,
  • die Warenprüfung zu Hause mit Rückgaberecht und
  • teils auch Preisvorteile durch Gratisversand.

Aber auch Verkäufer haben Vorteile:

  • Kapazitäten und Ressourcen für Verkaufsräume können reduziert oder eingespart werden,
  • ebenso Lagerkosten, soweit Direktliefervereinbarungen mit Herstellern möglich sind, und
  • der Personalbedarf braucht weniger an Spitzenzeiten ausgerichtet zu sein.

In der Praxis finden beide Seiten allerdings nicht selten etwas an der Abwicklung übers Internet auszusetzen. Häufiger Gegenstand der Kritik bei Käufern sind Waren, die nicht der Beschreibung entsprechen, Unregelmäßigkeiten bei der Lieferung oder bei Reklamationen sowie ein Missbrauch der Kundendaten. Zunehmend lästig für Händler ist, dass das Rückgaberecht überstrapaziert wird – etwa wenn umfangreiche Kollektionen nur zur Ansicht bestellt oder gar quasi als Leihware betrachtet werden (typisch z.B. bei Brautmoden). Käuferseitige Betrugsversuche und entsprechende Gegenstrategien sind bereits ein Thema.

Erster Überblick: Die Regeln im Online-Handel sind komplex

Auch schon für sehr kleine Sortimente sollten Sie eine Reihe von rechtlichen und organisatorischen Regeln im weitesten Sinn beachten, bevor Sie sich in den Betrieb eines eigenen Webshops stürzen.

Für den Verkauf von Waren über Webshops gelten besondere gesetzliche Bestimmungen, die sich im BGB unter § 312b und folgende finden. Hier geht es besonders um Informationspflichten und Verbraucherrechte, z.B. hinsichtlich Widerruf bzw. Rückgabe. Auch aktuelles europäisches Recht müssen Sie berücksichtigen. Grundsätzlich beraten auch die IHK über Rahmenbedingungen bei Webshops und veröffentlichen Checklisten und Markteinschätzungen dazu.

Neben der Frage, inwieweit Ihre Produkte bzw. Dienste überhaupt für eine Online-Vermarktung geeignet und konkurrenzfähig sind, sollten Sie auch die Einbindung des Webshops in die bestehende Buchhaltung, Lagerhaltung etc. gut planen, damit keine unnötigen Doppelbelastungen entstehen. Dazu zählt natürlich auch die Integration in die Unternehmenswebsite.

Flexibilität hinsichtlich Größe des Webshops, Sortimentswechsel usw. ist eins der zentralen Kriterien bei der Auswahl des Shopsystems. Ebenso stehen Sie vor der Entscheidung, welche Zahlungsweisen Sie anbieten wollen, wie viel Ihnen die Analyse Ihrer Kundendaten wert ist (hoffentlich viel!), wie Sie den Shop mit Social-Media-Kanälen verknüpfen und wie Sie den Versand organisieren.

Grundsatzfrage: Shop im Eigenbau oder als Service?

Vorweg: Es gibt die komfortable Lösung Webshop als Service und die je nach Umfang auch für Einsteiger mehr oder weniger handliche (bzw. äußerst komplexe) Eigenbauvariante. Falls Sie aber überhaupt unsicher sind, ob ein eigener Webshop das Richtige für Ihr Unternehmen ist, können Sie auch noch unter dem Dach einer der großen Plattformen Unterschlupf finden, z.B. bei eBay oder Amazon; das nur der Vollständigkeit halber.

Einen eigenen Webshop nach Maß von einem Dienstleister einrichten zu lassen, empfiehlt sich vor allem dann, wenn die Grundsatzentscheidung für das eigene Online-Geschäft feststeht, wenn der zu erwartende Umsatz die Investition rechtfertigt und ein längerfristiges Engagement geplant ist. Seriöse Anbieter werden Sie eingehend nach Ihren Erwartungen, Ihrer generellen Marketing-Strategie und relevanten betrieblichen Kennzahlen fragen, bevor sie Ihnen ein konkretes Modell präsentieren und es entwickeln. Bei Heise-Homepages z.B. bekommen Sie einen raschen Überblick, was in einem Shop-Paket enthalten sein kann bzw. soll.

Für einen Do-it-yourself-Shop gibt es keine Patentrezepte, da allein schon die einfachen Baukastensysteme je nach den Anforderungen des Händlers in der Eignung stark variieren, ganz abgesehen von komplexen Systemen wie Magento, die ein gerütteltes Maß an Expertise voraussetzen.

Stellvertretend für die brauchbarsten kleineren Fertig-Shops sei Jimdo genannt. Dieses System bietet neben einfacher Bedienbarkeit den Vorteil, dass die eingebauten Funktionen deutschen Vorschriften gerecht werden. Mit bis zu fünf Produkten lässt sich der Shop sogar kostenlos ausprobieren. Auf der auch sonst für Einsteiger sehr nützlichen Seite von websitetooltester.de findet sich eine genauere Beschreibung und ein Link zu einer Vergleichsseite, schließlich zahlreiche Praxistipps.

Fazit: Der Weg zum Online-Erfolg führt über ein solides Konzept

Die breite Palette der Möglichkeiten, online über einen Shop zu verkaufen, bietet tatsächlich für fast jeden Zweck eine Lösung. Der Zweck sollte allerdings schlüssig aus der Gesamtstrategie des Unternehmens hervorgehen. Denn mit einem Webshop trendy sein zu wollen, reicht als Motiv nicht aus – wie generell im Online-Marketing.

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