Online-Marketing-Strategie ändern

Handydaumen und WhatsAppitis – Jugendliche und junge Erwachsene quälen sich des Öfteren mit Krankheiten herum, die ältere Menschen nicht einmal vom Hörensagen kennen. Die sogenannten Millennials, Menschen zwischen 16 und 30 Jahren, sind mit Internet und Smartphone aufgewachsen. In Deutschland verbringen sie einer aktuellen Studie des Beratungsinstituts TNS zufolge durchschnittlich 3,2 Stunden mit ihren mobilen Geräten – jeden Tag. Das verleitet viele Unternehmen dazu, ihr digitales Marketing vor allem auf diese Zielgruppe zu konzentrieren. Ein Fehler, denn Ältere verfügen über ein höheres Einkommen, und auch sie nutzen das Internet immer öfter. Natürlich haben sie andere Einkaufsgewohnheiten als die jungen Hüpfer.

Generationenorientiertes Marketing! Denn alle auf einen Streich – das funktioniert so nicht

Was die Sache für die Online-Händler obendrein erschwert, ist die zunehmende Anzahl der Kommunikationskanäle. Der aktuelle Online-Report des Bundesverbands Digitale Wirtschaft zeigt, dass bei der Display-Werbung zwar noch TV (35,2 %) und Tageszeitungen (23,3 %) die Nase vorn haben, dann aber schon die Bereiche Online und Mobile mit 11 % folgen. An die Stelle der klassischen Medien treten bei den Millennials soziale Medien und Online-Videos, die 63 bzw. 59 % der Jüngeren täglich nutzen. Und 5 % der Deutschen zwischen 16 und 30 Jahren bezahlen bereits täglich mit ihrem mobilen Endgerät.

Die Frage ist, welche Schlüsse Online-Händler daraus für ihre Marketing-Strategie ziehen können. Die Berater von TNS haben dazu eine eindeutige Meinung: „Es ist falsch, wenn Marken versuchen, orientiert an den Millennials all ihre Zielgruppen nur noch über die neuen Kanäle zu erreichen und an sich zu binden“. Zwar ändere sich das Einkaufsverhalten der Älteren auch, aber „sehr viel langsamer“ als in der jungen Generation. Es geht also vor allem darum, optimale Inhalte für die jeweilige Zielgruppe zu produzieren und sie auf den für sie jeweils relevanten Kanälen zu verbreiten. Unternehmen sollten nicht vergessen, wo die tatsächliche Kaufkraft steckt, empfehlen die Studienautoren. Um diese kaufkräftige Kundschaft anzusprechen, bedarf es laut Walter Freese von TNS Infratest „einer sehr granularen und zielgenauen Ansprache“.

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Und wie könnte die aussehen? Das hängt unter anderem vom Budget und vom Sortiment bzw. der Dienstleistung ab, die Sie anbieten. Grundsätzlich kann man jedoch sagen, dass virales Marketing und hippe YouTube-Videos eher bei den Jüngeren angesagt sind, während das nüchterne Informationsbedürfnis mit dem Alter steigt. Für die sogenannten Babyboomer ab 46 Jahren sind damit beispielsweise Suchmaschinen ein äußerst effektiver Werbekanal.

Außerdem haben weitere Untersuchungen gezeigt, dass ältere Semester eher mit dem heimischen Rechner oder per Tablet als mit dem Smartphone online gehen. Die eigene Marketing-Strategie für Kunden fortgeschrittenen Alters sollte mobile Anwendungen also nicht aus dem Auge verlieren, zunächst aber die Steigerung der Website-Usability zum Ziel haben. Wer Schwierigkeiten hat, hier den richtigen Mix zu finden, sollte auf die Hilfe von externen Marketing-Experten zurückgreifen.

Übrigens: Die meisten älteren Menschen mögen es nicht, als alt bezeichnet zu werden. Die Werbebranche hat mittlerweile eine Vielzahl an Wortschöpfungen kreiert, die sich viel attraktiver anhören: von Senioren über die Generation 50+ bzw. 60+ bis hin zu den Silver und Golden Agern oder schlicht den Master Consumern 

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