Handmade at Amazon

Mehr als 140 Mio. Euro Handelsvolumen bei Dawanda im vergangenen Jahr, 196 Mio. US$ Umsatz bei Etsy – der Markt für handgemachte und personalisierte Produkte boomt. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis einer der ganz großen Online-Händler ins Geschäft einsteigt: In den USA steht die Einführung des neuen Marktplatzes „Handmade at Amazon“ kurz bevor.

Ein Starttermin ist zwar noch nicht bekannt, doch häufen sich die Anzeichen, dass es in den nächsten Wochen losgehen wird. Nach einem erfolgreichen Stapellauf in den Vereinigten Staaten dürfte es erfahrungsgemäß nicht lange dauern, bis der neue Vertriebskanal auch in Deutschland eröffnet wird.

Handmade at Amazon

© Amazon.de

Was Etsy kann, können wir noch besser

Bereits im Mai hatte Amazon ausgewählte Händler zur Registrierung eingeladen, und dabei auch vor Anbietern des Mitbewerbers Etsy nicht haltgemacht. Einen Monat später folgten detailliertere Informationen und die Freischaltung einer vorläufigen Startseite. H@A, wie das Projekt im Netz bereits verschiedentlich getauft wurde, wird sich in einigen Punkten von den klassischen Amazon-Vorgaben unterscheiden und den Besonderheiten des Marktsegments Rechnung tragen:

  • Bei den Shops wird großer Wert auf individuelle Gestaltbarkeit gelegt, damit Händler sich, ihre Geschichte und ihre Produkte ausführlich vorstellen können. Dazu zählt laut Amazon neben vielen Fotos ebenso viel Platz zur Beschreibung der Produkte. Für jedes davon kann man eine eigene Seite gestalten, auf der zusätzlich weitere individuelle Anpassungen angeboten werden können.
  • Handgemachte Produkte sind keine Stangenware. Daher rückt der Online-Riese aus Seattle von seiner Maxime eines möglichst schnellen Versands ab und räumt den Verkäufern bis zu 30 Tage Lieferzeit ein.
  • Geschlossene Gesellschaft – zumindest zum US-Start: Handmade sei eine „invite-only community“ von handverlesenen Kunsthandwerkern, hob Amazon in seiner Einladungsmail hervor. Voraussetzung zur Teilnahme ist zudem ein Professional Seller Account. Auf der provisorischen Startseite können sich Händler derzeit um eine Einladung bewerben.
  • Gehandelt werden dürfen nur Produkte, die entweder vollständig per Hand hergestellt, veredelt oder zusammengesetzt wurden – Bausätze zählen nicht.
Handmade at Amazon - Verkäufer

© Amazon.de

Verlockendes Angebot für Händler

Allein die schiere Marktmacht von Amazon dürfte die Platzhirsche der Branche aufgeschreckt haben. Die Verkäufer lockt der Handelsriese mit der Aussicht auf mehr als 250 Mio. potenzielle Kunden und zusätzliche Erstattungen bei der Teilnahme am Amazon-Associates-Programm. Das gibt’s nicht umsonst: Wie auch die Profi-Seller-Accounts auf Amazons Marketplace beträgt die Grundgebühr 39,99 US$ monatlich – auf die bei Handmade aber unter bestimmten Bedingungen bis zum 1. August 2016 verzichtet wird. Hinzu kommt eine Verkaufsgebühr von 12 % pro Artikel, mindestens aber 50 US-Cent.

Hinter den Kulissen wird derzeit offensichtlich mit Hochdruck am Markstart gewerkelt. Zumindest kurzzeitig offensichtlich: Ein Blogger entdeckte in seinem Profi-Seller-Account umfangreiche Anleitungen und Styleguides für den neuen Marktplatz, die einen Tag später jedoch nicht mehr aufzufinden waren. Zur Freude aller interessierten Händler, die dem Start von Handmade at Amazon bereits entgegenfiebern, hat er die Seiten auf zahlreichen Screenshots dokumentiert.

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