Trends im Mobile Marketing

Wohl jeder weiß inzwischen, dass immer mehr Menschen das Haus nicht ohne ihr Smartphone verlassen – und dass sie auch immer öfter damit suchen, bestellen und kaufen. Und jeder weiß, dass man das nicht verpassen darf.

„Wer im Jahr 2015 keine exzellente Mobile-Präsenz im Mobile Web hat, ist für den Smartphone-Nutzer nicht visibel und daher auch nicht präsent. Eine mobil-optimierte Website, entsprechende Mobile SEO und gezieltes Mobile Marketing […] sind heute Pflicht“, zitierte mobilbranche.de Mark Wächter, der die Fokusgruppe Mobile im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) vertritt. Das war vor sechs Monaten, aber der Druck hat seitdem beileibe nicht nachgelassen.

Wettlauf der Trendpropheten

Was bedeutet das für Unternehmen, die ja auch noch ein paar andere Sorgen haben? Besonders kleine und mittlere Betriebe kommen da schnell in Stress, da sie weder eine Marketing-Abteilung auf die nötigen Strategien ansetzen können noch eine eigene IT auf die technische Realisierung. Worum überhaupt geht es in erster Linie?

Antwort 1: Hinschauen, aber nur keine Panik – auch wenn die Ergebnisse einer Google-Suche nach „Mobile Marketing Trends“ (wenn überhaupt, dann auf das letzte Jahr einschränken!) einander mit Alarmrufen zu überbieten scheinen. Denn erstens bestimmt vorrangig die Entwicklung Ihrer eigenen einschlägigen Kennzahlen die Basics fürs Mobile Marketing. Zweitens sind nicht alle Trends im Online-Marketing für jede Branche oder jede Vertriebsstruktur gleich relevant. Und drittens stimmt nicht alles, was im Web so geschrieben wird. Die Besinnung auf diese nüchternen Feststellungen entlasten Sie vom ersten Schock im Getümmel der Trendpropheten.

Als Richtschnur: 5 belastbare Orientierungspunkte

  1. Die drei Aspekte im anfangs erwähnten Weckruf von Mark Wächter gelten umso mehr, je größer der Anteil jener Kundenentscheidungen ist, die mobil vorbereitet und getroffen werden. Immobilien, Geldanlagen oder Autos sind da deutlich seltener betroffen als etwa Restaurants, Kinos und kurzlebige Konsumgüter oder Ad-hoc-Dienstleistungen.
  2. Wenn Sie überhaupt auf Internet-Präsenz angewiesen sind, muss die jetzt mobile friendly werden, sonst können Sie sie fast schon ganz vergessen. Ein paar grundlegende und wenig aufwendige SEO-Maßnahmen für Mobilgeräte können Sie im gleichen Zug mit erledigen.
  3. Wenn Mobile Marketing, dann inklusive Social Media! Ganz einfach deshalb, weil die Facebook, Twitter usw. einen Löwenanteil der Nutzerzeit auf Mobilgeräten einnehmen. Die Wahl der bevorzugten Plattformen ist natürlich stark zielgruppenabhängig.
  4. Auf den Touchscreen Ihrer Kunden wollen nicht nur Sie. Eine der Chancen für die Pole Position Ihrer Botschaft liegt in attraktiven Push-Nachrichten.
  5. Je wichtiger die geografische Lage Ihres Unternehmens für Ihre Umsätze ist, desto mehr Gewicht müssen Sie auf Local Marketing setzen, z.B. mit Google My Business oder Facebook Place Tips.

Generell bleiben Sie über unsere Blog-Beiträge in der Kategorie Mobile Marketing immer auf dem Laufenden.

Echte Tops und schnelle Flops

Trendanalysen – und mehr noch gewagte Prognosen – im Bereich Mobile Marketing mit seiner rasanten Entwicklung sollten Sie kritisch lesen. Zu den genannten Einschränkungen hinsichtlich konkreter Praxistipps für mobiles Marketing kommt hinzu, dass Trends oft zuerst in den USA bzw. weltweit untersucht werden; inwieweit die Ergebnisse auf europäische bzw. deutsche Märkte übertragbar sind, muss differenziert betrachtet werden. Außerdem beruhen viele Artikel nicht auf eigenen Untersuchungen, sondern kolportieren, was andere Quellen – teils auch schon aus zweiter Hand – veröffentlicht haben (was ehrlich gesagt zum Teil auch für diesen Artikel gilt).

Oft erwähnt, plausibel argumentiert und auf die relevantesten Kernbotschaften konzentriert, lässt sich Folgendes vom Trendradar ablesen (eine Auswahl):

  • Ob nun mobile first oder gar mobile only: Wer verschiedene Marketing-Kanäle kombiniert, etwa von Push-Nachrichten über Advertising auf Instagram, Webshop oder eigene App bis zum Mobile Payment, multipliziert die Wirkung. Dabei gilt jedoch strikt, Umwege für den User zu vermeiden.
  • Kampagnen und Botschaften müssen zunehmend auf das spezifische Nutzerverhalten segmentierter Zielgruppen (Target-Marketing) genau abgestimmt sein – anstatt das gesamte Marketing flächendeckend mit denselben Werbeformen zu munitionieren.
  • Im Rahmen eigener Kampagnen recht aussichtsreich, in anderen Medienumgebungen eher mit Vorsicht zu genießen: Native Advertising, dessen Umfang unbestreitbar zunimmt.
  • Visuellen sozialen Netzwerken wie Instagram, Pinterest und Snapchat wird das schnell wachsende Potenzial zugesprochen, für den Einzelhandel gute Marketing-Kanäle zu bieten – stets abhängig davon, welche Nutzergruppen sich auf bestimmten Kanälen tummeln. Ähnliches gilt für Messenger-Apps.
  • Welche Strategie Sie auch aus gutem Grund priorisieren – in einem halben Jahr kann die Welt schon wieder anders aussehen. Und dieser Trend bleibt sicher aktuell. Sorgen Sie also dafür, die entscheidenden Analysedaten über Ihre Nutzer und deren Verhalten aktuell zu halten.

Fazit: Im Mobile Marketing kommt zuerst die Pflicht, dann die Kür

Für viele Unternehmen gilt es zunächst, allerlei Rückstände aus dem laufenden Pflichtenheft abzuarbeiten, und dann mit professioneller Beratung maßgeschneiderte Prioritäten bei den weiteren Maßnahmen fürs Mobile Marketing zu setzen. Bis das geschehen ist, werden ohnehin wohl die allerneuesten Trends für 2017 im Kaffeesatz schwimmen – weswegen hier die allzu ferne Zukunftsmusik vernachlässigt wurde.

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