Push-Nachrichten

Wenn man zur Mittagspause vom Italiener um die Ecke benachrichtigt wird, dass jetzt das große Antipasti-Buffet öffnet und noch Tische frei sind; wenn die In-Boutique notorischen Schnäppchenjägerinnen schreibt, dass gerade ein Sonderposten Seidentücher hereingekommen ist; wenn die Lokalzeitung den Borussia-Fan vom Trainerrücktritt informiert („… mehr im Sportportal“) – dann sind das alles Top-Beispiele für Push-Nachrichten. Sie werden beachtet, weil sie gewollt sind; ein Marketing-Kanal mit mächtigem Potenzial also.

Was sind Push-Benachrichtigungen – und warum funktionieren sie?

Push heißen solche Nachrichten, weil Sie vom Provider ange-stoßen (gepusht) sind, im Gegensatz zum Pull-Verfahren, bei dem User selbst Inhalte vom Provider be-ziehen. Wer Push-Mitteilungen auf dem Smartphone, Tablet oder Desktop bekommt, hat das irgendwann einem Provider, also dem Versender der Nachrichten, erlaubt. Das kann über Einstellungen in Plattformen wie Facebook oder Skype geschehen, aber auch über viele Unternehmens-Apps, die ein User sich auf sein Mobilgerät herunterlädt. Wie das Ganze technisch funktioniert, ist für Ihre Marketing-Zwecke nur insofern interessant, als dass Sie immer die ganze Palette der wichtigsten Systeme (iOS, Android, Windows Phone) einbeziehen sollten.

Der Vorteil von Push-Nachrichten besonders auf Smartphones: Abfragen auf gut Glück sind überflüssig und die jeweilige Anwendung muss nicht aktiviert sein. Die Mitteilung macht sich akustisch, durch Vibration und/oder durch ein Pop-up mit einem Text in SMS-Länge bemerkbar und verschwindet dann wieder. Anders als Spam-Mails oder Bannerwerbung registrieren User solche Signale recht aufmerksam, schließlich haben sie irgendwann selbst entschieden, dass Informationen von den Absendern dieser Nachrichten für sie vorteilhaft sind – anderenfalls werden sie die Benachrichtigungsfunktion schnell wieder deaktivieren.

Nur nützliche Nachrichten sind gute Nachrichten

Damit liegt schon das oberste Gesetz für erfolgreiche Push-Benachrichtigungen auf dem Tisch: Kein User nutzt dauerhaft eine App, die ihm etwas anderes liefert als das, was er erwartet. Die Nachricht erreicht den Nutzer entweder als willkommene Abwechslung oder eher als Störung. Deshalb muss die Botschaft sich durch ihren Inhalt legitimieren. Eine App mit Benachrichtigungsfunktion sollte also so anschaulich wie möglich ankündigen, womit sie im Alltag aufwarten wird.

Weitere Tipps für wirkungsvolle Push-Nachrichten:

  • Von wem sie kommen und worum es geht, muss auf den ersten Blick unmissverständlich klar sein.
  • Keine Dubletten – wenn der User dieselbe Nachricht etwa durch einen Newsletter erhält, macht das die Push-Nachricht zu Müll.
  • Kein Advertising, kein Advertising, kein Advertising! – Außer es ist zu 99 % sicher, dass der User darauf wartet oder einen exklusiven Vorteil erhält.
  • Sorgfältiges Target-Marketing bahnt dafür den Weg. Das Opt-in-Feld lautet dann z.B. „Informieren Sie mich bei Sonderangeboten“ – und nicht einfach „Benachrichtigungen erlauben“.
  • Leicht auffindbare und bedienbare Einstellungsoptionen erlauben es dem User, die Nachrichten auf seinen Bedarf abzustimmen, bevor er womöglich die ganze App löscht. Das gilt auch für die Auswahl der Signale (optisch, akustisch, vibrierend).

Hinweise wie diese werden übrigens auch von Google Developers publiziert, dürften also gut fundiert sein. Unabhängig davon gilt es vor allem, die Möglichkeiten von Local Marketing bei Push-Nachrichten optimal auszuschöpfen.

Wo kann man mit Push-Nachrichten gut landen?

Für die beste Dosierung und den inhaltlichen Mix von Push-Mitteilungen sind einige Zahlen interessant, die eine beachtenswerte Loyalytics-Studie vom Oktober 2015 liefert: Immerhin 52 % der App-User empfinden Push-Nachrichten eher als lästige Ablenkung. Und die Bereitschaft, ihnen zuzustimmen, ist von 2014 auf 2015 um drei Prozentpunkte gesunken. Andererseits: Wer die Benachrichtigungen aktiviert hat, benutzt die App fast dreimal so häufig wie User, die diese Funktion ablehnen.

Das Vertrauen in die Vorteile einer App spielt in diesem Zusammenhang – wenig überraschend – eine überragende Rolle: 70 % der User, die eine App bereits vier- bis sechsmal genutzt hatten, stimmen auch Push-Mitteilungen zu. Wird eine Erlaubnis früher erbeten, gibt es nur halb soviel Opt-ins. Schließlich: Segmentierte, also individuell zugeschnittene Push-Nachrichten erzielen eine dreimal so hohe Conversion-Rate wie nicht segmentierte.

Fazit: Geben Sie Ihrem Marketing-Konzept einen Push!

Push-Nachrichten können für das eigene Unternehmen als effizientes Instrument im Online-Marketing einen wirksamen Beitrag zur Kundenbindung und zur Conversion-Rate leisten. Sie zu installieren, ist eine klassische Aufgabe für vertrauenswürdige Agenturen, die im Umgang mit den APIs der Systeme von Apple, Google und Microsoft oder etwa dem cloudbasierten MbaaS versiert sind.

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