Seit das Internet als „weltweites Netz“ auf Smartphones mobil geworden ist, interessiert die Menschen viel mehr, was vor Ort los ist. Kleine Unternehmen und Händler hinken dieser Entwicklung meist noch hinterher: Oft hat die Pizzeria oder der Blumenhändler um die Ecke noch nicht einmal eine Visitenkarte im Netz. Es lohnt sich aber, ein wenig Zeit und Geld zu investieren.

„Jüngere, besser gebildete und besser verdienende Bundesbürger tendieren mehr und mehr zu den online- und mobilen Angeboten“, heißt es etwa in einer aktuellen [vdav]/vft-Studie zur Nutzung von Auskunfts- und Verzeichnismedien. Und wer nur eine Querstraße von meiner Bäckerei entfernt steht, Hunger hat und online nach Brötchen sucht, wird ziemlich sicher zu meinem Kunden – wenn er findet, was er sucht.

Local Search so leicht wie möglich machen

Was – und wie – der Kunde sucht, das hat Google genauer untersucht. Die Lektüre der 2014er-Studie „Understanding Consumers’ Local Search Behavior“ lohnt sich. Hier die Kernergebnisse:

  • Vier von fünf potenziellen Kunden suchen über eine Suchmaschine, und zwar vor allem nach Ladenadressen, Öffnungszeiten, Produktverfügbarkeiten und Wegbeschreibungen.
  • Für Händler noch wichtiger: Die Hälfte der Smartphone- und 34 % der Desktop-PC-Nutzer standen innerhalb eines Tages nach der lokalen Suche im Laden.
  • Verbraucher bevorzugen Werbung mit Regionalbezug – und reagieren darauf. Über 60 % der Befragten nutzen bereits lokale Informationen aus Anzeigen. So wünschen sie sich z.B. einen Call Button in Smartphone-Ads – für Unternehmen ist der Kunde also wortwörtlich nur noch einen Fingertipp entfernt.

Die Folgerungen aus den Befragungsergebnissen liegen auf der Hand: Die gewünschten lokalen Angaben sollten schnell im Web und in Online-Anzeigen zu finden sein.

Dazu gibt es einige Möglichkeiten. Wer noch nicht bei Google My Business registriert ist, sollte dies schnellstens nachholen. Dies ist die Eintrittskarte in den Index von Suchmaschine, Google Maps und der Google+Dienste. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ist das bequem, denn dazu braucht es nicht einmal unbedingt eine eigene Homepage, und der Service ist kostenfrei. Händler mit ausgebautem Internet-Auftritt und mehreren Filialen können zudem ihre Standorte gesammelt eintragen.

Google liebt Fotos und Verzeichnisse

Wie Google daran verdient? Beispielsweise mit Mehrwerten wie Google Business View: Der Suchmaschinenbetreiber vermittelt den Kontakt zu zertifizierten Fotografen, die 360-Grad-Panoramen der Geschäftsräume anfertigen. So können auch kleine Unternehmen mit wenig Geld buchstäblich groß rauskommen.

Eine weitere Möglichkeit für Unternehmen mit mehreren Standorten, den Kunden online zum nächsten Point of Sale zu lenken, ist eine in die Unternehmenshomepage integrierte Filialsuche – per Coding oder mit entsprechenden Tools, wie sie etwa BatchGeo anbietet. Die Präsenz auf Ortsportalen wie meinestadt.de ist für Location-based Services ebenfalls ratsam. Die zunehmende Segmentierung der Zielgruppen und die wachsende Anzahl an Regionalportalen und -verzeichnissen machen es allerdings fast schon zur Pflicht, sich bei der Verteilung seines Budgets professionell beraten zu lassen oder gleich einen Eintragsservice in Anspruch zu nehmen.

Fazit: An Local SEO führt kein Weg vorbei

Allein auf die Suchmaschinenbetreiber wollen sich die wenigsten Händler gern verlassen. So startete der Börsenverein des deutschen Buchhandels, der sich das leisten kann, vor einigen Wochen mit buchandlung-finden.de eine eigene lokale Suchmaschine, die der Pressestelle zufolge „alle rund 5000 Buchhandlungen im Land“ kennt. Ganz ohne Google geht es aber auch hier nicht: Die Kartendaten stammen von – genau.

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