Black Hat SEO

Wer ein Lied von zehn verschiedenen Freunden empfohlen bekommt, wird neugierig: Die Wahrscheinlichkeit, dass es einem selbst gefällt, ist groß. Wer es dagegen zehn Mal von ein und demselben Unbekannten aufgeschwatzt bekommt, ist genervt – zumal, wenn sich der Song als mäßig berauschend entpuppt. Willkommen in der Welt von Suchmaschinen-Spam!

Google & Co. werten unter anderem die Anzahl und Inhalte der Links aus, die auf ein bestimmtes Internet-Angebot führen. Das führt prompt dazu, dass schlaue Leute Seiten mit einer Vielzahl von extra für diesen Zweck angelegten Verweisen anlegen oder einen bestimmten Link massenweise in verschiedenen Foren und Gästebüchern unterbringen. Und das sind nur zwei von vielen Mitteln, um sich bessere Suchergebnisse zu erschleichen. Grundsätzlich fallen unter Suchmaschinen-Spamming alle Schummeleien, die dazu dienen, sich in den Trefferlisten an die Spitze zu mogeln.

Suchmaschinen leben von nützlichen Links

Es ist ein andauerndes Wettrüsten zwischen den Betreibern von Suchangeboten und denen, die nach Schwächen im System fahnden und sie ausnutzen. Tricks wie das massenhafte Verwenden von Keywords ohne entsprechende Inhalte, versteckte Texte oder Brückenseiten, die der Suchmaschine eine andere Seite als dem User anzeigen, sind seit längerer Zeit bekannt. Google durchschaut sie längst. Das wiederum hat zur Folge, dass es mittlerweile eine Vielzahl an unseriösen Black-Hat-SEO-Unternehmen gibt, die sich auf sehr viel ausgefeiltere Techniken des Spammings spezialisiert haben.

„Erstellen Sie Seiten in erster Linie für Nutzer, nicht für Suchmaschinen“, mahnt Google in seinen Qualitätsrichtlinien für Webmaster. Freundlich, aber bestimmt wird darauf hingewiesen, was nicht gern gesehen ist: automatisch generierte Inhalte, die Teilnahme an Linktauschprogrammen, irreführende Weiterleitungen bzw. Keywords sowie kopierte Inhalte. Google selbst gibt in den Webmaster-Tools eine Nachricht aus, sobald Spam-Verdacht besteht; unter „Suchanfragen“ und „Manuelle Maßnahmen“ kann man sich seinen Persilschein zur Beruhigung seit 2013 auch selbst abholen. Oder man erfährt von einer Google Penalty. Denn nutzlose Links untergraben letztlich das Geschäftsmodell der Suchmaschinen – und da verstehen sie keinen Spaß.

Drakonische Strafen sollen abschrecken

Die Grenzen zur zulässigen und durchaus wirkungsvollen Search Engine Optimization sind mitunter fließend. Wer nicht genau weiß, was er tut, setzt viel aufs Spiel. Denn die Suchmaschinenbetreiber sitzen auf Dauer am längeren Hebel. Im besten Fall ist die SEO-Investition ins Spamming verloren, sobald Google seine Algorithmen ändert. Eine Penalty und die Strafversetzung auf die hinteren Plätze im Ranking sind temporär vielleicht auch noch verschmerzbar. Aber Seiten, Domains und IP-Adressen, die Google komplett blockt, sind gar nicht mehr auffindbar. Angesichts eines Marktanteils von aktuell 94,84 % bei den Suchmaschinen kann das insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen schnell das digitale Todesurteil bedeuten. Dann heißt es: das Linkprofil drastisch säubern lassen – aber flott. Eine ordentliche SEO-Agentur von Anfang an wäre, ehrlich gesagt, billiger gewesen.

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