Interne Verlinkung

Die interne Verlinkung für Ihre Website auf Vordermann zu bringen, das dürfte der befriedigendste Job sein, den die Suchmaschinenoptimierung Ihnen zu bieten hat! Wenn Sie noch nicht viele interne Links gesetzt haben, dann ist das zugleich eine sehr dringende Baustelle. Sie können da wenig verkehrt machen; und Sie werden jedes Mal eine gute Tat vollbracht haben. Diese fünf Punkte sollten Ihre Motivation ankurbeln:

  • Interne Links gehören zu den wichtigsten SEO-Grundlagen. Überspitzt gesagt: Interne Links sind zwar nicht alles für das Ranking – aber ohne sie ist alles nichts.
  • Sie brauchen kaum mehr als etwas gesunden Menschenverstand, um interne Verlinkungen zu platzieren. Alle wesentlichen Regeln dafür sind leicht nachvollziehbar.
  • Ihre ganze Website wird deutlich benutzerfreundlicher, weil sich der Aufwand, bestimmte Inhalte zu finden, drastisch verringert – mit den Links stehen ja an strategischen Stellen die richtigen Wegweiser.
  • Auch für die SEO ist interne Verlinkung einer der zentralen Schlüssel: Diese Links helfen den Suchmaschinen u. a. dadurch, dass sie ihnen ebenfalls den Weg zu Content weisen, den sie teils nur so in Suchergebnissen präsentieren können.
  • Das Ganze hat auch einen „hygienischen“ Nebeneffekt: Wenn Sie interne Links neu setzen oder vorhandene Links überprüfen, stolpern Sie garantiert über vermoderte, seit ewigen Zeiten nicht mehr aktualisierte Seiten. Oder aber Ihnen fallen fehlende Inhalte auf. Internes Verlinken ist sehr oft auch ein wirkungsvolles Benchmarking-Tool für Ihre Website.

SEO-Grundlagen: Wozu interne Links gut sind und wie sie funktionieren

Praktische Hinweise für die interne Verlinkung haben einen wesentlichen Vorzug: Die meisten Überlegungen, die Sie für ein besseres Nutzererlebnis anstellen, gelten analog auch für die Suchmaschinenoptimierung. Auf SEO-Aspekte wird im Folgenden also meist nur bei Bedarf gesondert eingegangen. Doch zunächst zu den Begriffen:

Der interne Link selbst ist eine Webadresse, die zu einer Seite oder einem Dokument auf Ihrer Domain führt. Damit sie das tut, muss sie das entsprechende HTML-Format haben. Die meisten Systeme verwenden dazu im Editor das Symbol „“.

Der Ankertext ist jener hervorgehobene Text, der durch Anklicken den Link öffnet. Statt Text können Sie auch Bilder, Animationen usw. als Anker verwenden – solange Sie dabei auf Nutzer- und Suchmaschinenfreundlichkeit achten (s. u.).

Linkziel bzw. -adresse, auch Target genannt, ist die verlinkte Seite bzw. das verlinkte Objekt selbst.

Hauptvorteil von internen Links ist, dass darüber auch Inhalte, die sich z. B. tief in Untermenüs verbergen, mühelos erreichbar sind. Außerdem lassen sich damit Wegabkürzungen zu übergeordneten Seiten oder zur Startseite bahnen. Eine intelligente interne Verlinkung erleichtert also ganz erheblich die Navigation, die ansonsten immer auf das Menü zurückgreifen müsste.

Das Zusammenspiel zwischen internen Links und solchen von anderen Seiten darf aber nicht aus dem Blickfeld geraten. Ihre Seite mit den hochwertigsten externen Links ist der beste Hebel, um dieses von außen verliehene Ansehen auf andere Seiten weiterzuleiten. Google bewertet das nicht viel anders als ein menschlicher Benutzer etwa ein Hotel: Die externen Links entsprechen den Sternchen auf TripAdvisor; die internen Links sind das (hoffentlich) freundliche und kompetente Personal in der Rezeption…

Sieben Praktische Hinweise zur internen Verlinkung

  1. Wo setzt man am besten interne Links?
    Wenn Sie optimal intern verlinken wollen, sollten Sie möglichst den gesamten Content im Sinn haben. Wenn Sie dann beim Durchkämmen einzelner Seiteninhalte eine gedankliche Verbindung zu einer anderen Seite bemerken – verlinken Sie dorthin. Besonders zu Unterseiten finden sich leicht sinnvolle Verlinkungen. Wichtige interne Links sind auch Calls to Action, z. B. zum Bestellformular oder zum Infochat.
  2. Links im Text oder in Bildern?
    Für Ihre Kunden ist es egal, auf was sie klicken – solange ein Link eindeutig signalisiert, wohin er führt. Suchmaschinen brauchen dann allerdings doch wieder zusätzliche Signale. Grafiken und Fotos sollten also jedenfalls Dateinamen und Alt-Texte enthalten, die wie Keywords funktionieren, also auch für Menschen sinnvoll wären, z. B. „Produktbeschreibung Staubsauger“.
  3. Welche Ankertexte funktionieren gut?
    Die schlechteste Lösung zuerst: Wenn am Ende eines Absatzes der Ankertext „mehr dazu“ oder Ähnliches steht, verschenken Sie ein starkes Signal für die Suchmaschine. Denn die Relevanz Ihrer Staubsaugerseite wird für Google genau damit unterstrichen, dass der Ankertext des Links dasselbe Keyword „Staubsauger“ enthält, das zugleich zentrales Keyword der Zielseite ist. Ebenso eignen sich Longtailkeywords, die jemand als Googleanfrage eingeben könnte, z. B. „Staubsauger mit langem Stromkabel“. Die Suchmaschine selbst empfiehlt für die SEO: „Je besser der Ankertext ist, desto einfacher fällt den Nutzern die Navigation und desto besser versteht Google, wovon die Seite, auf die verlinkt wird, handelt.“
  4. Wie viele interne Links setzt man pro Seite?
    Es gibt keine Verdachtsmomente dafür, dass Google sachlich gerechtfertigte Links ab einer bestimmten Menge abstraft, solange Sie nicht offenkundig Verlinkung um der Verlinkung willen betreiben. Zehnmal derselbe Link im selben Absatz würde also Suchmaschinen ärgern – und auch die Nutzer irritieren. Vorsicht aber bei mehreren (auch sinnvollen) Links kurz nacheinander: Wenn sie auf kleinen Smartphonescreens leicht falsch angeklickt werden können, registriert auch Google das schlechte Nutzererlebnis und zieht Punkte bei der Mobile Friendliness ab. Insgesamt ist der richtige Maßstab für die absolute Anzahl von Links auf einer Seite der Nutzwert für menschliche Besucher.
  5. Wo soll sich die verlinkte Seite öffnen?
    Bei der Linksetzung haben Sie die Wahl, dass der User das Linkziel im selben Fenster angezeigt bekommt oder in einem neuen Fenster bzw. Tab. Die Faustregel lautet: Links auf externe Seiten öffnen ein neues Fenster, damit der User nach dem Besuch des Linkziels auch sicher wieder bei Ihnen ist. Interne Links öffnen im selben Fenster – weil es unfreundlich ist, den Browser zuzumüllen. Eine Notlösung, falls es extrem wichtig ist, dass der User die aktuelle Seite bis zum Schluss liest: Setzen Sie Ihren Link nicht mitten in den Text, sondern verlinken Sie am Textende.
  6. Eine Sitemap als interne „Linkfarm“ und anderes Kleinvieh, das auch Mist macht:
    Wenn Ihre Top- und Dropdown-Menüs in die Breite und die Länge gehen, wird es Zeit für eine Sitemap, in der selbstverständlich alle übersichtlich gelisteten Seiten auch verlinkt sind. Nutzen Sie die Gelegenheit, Seitentitel, die im Menünamen aus Platzgründen knapp ausgefallen sind, nutzer- und SEO-freundlich klarer zu formulieren. Der Dank beider Seiten ist Ihnen gewiss.
    Interne Links so wie Brotkrumen (Breadcrumbs; hier stehen auch Beispiele) auszustreuen, hilft ebenfalls in alle Richtungen. Gemeint sind solche nützlichen Verweise wie „Zurück zu Produkte“ oder ein Hinweis auf die aktuelle Position auf dem Pfad, auf welchem ein Nutzer die Seiten besucht hat.
  7. Grobe Fehler bei der internen Verlinkung vermeiden!
    Besonders ärgerlich: Seiten, die nicht mehr da sind. Vermeiden lässt sich das entweder mithilfe des Berichts Interne Links in der Google Search Console (Voraussetzung dafür ist ein Google-Account, in dem die „Property“ über die eigene Website bestätigt ist) oder mit einem der am Schluss dieses Artikels erwähnten Tools.

Beispiele für eine nutzer- und SEO-freundliche interne Verlinkung

Die bekannteste Website mit unangefochtenem Ranking ist zugleich ein exzellentes Beispiel für interne Verlinkungen, sozusagen „bis der Arzt kommt“: Wikipedia. Aber auch von zahlreichen anderen Websites lassen sich Anregungen gewinnen. Sistrix hat einige Beispiele für interne Verlinkung in einer anschaulichen Präsentation zusammengestellt.

Fazit: Zeigen Sie allen, wie gut Ihre Website aufgestellt ist!

Interne Links sind insgesamt ein machtvolles Instrument im Rahmen einer gut sortierten SEO-Strategie. Die Hinweise in diesem Beitrag bieten auch für Anwender ohne Detailkenntnisse auf der technischen SEO-Ebene bereits erhebliche Fortschritte bei der internen Verlinkung. Wenn Sie tiefer in diese spannende Materie einsteigen wollen, gibt es eine Reihe von teils kostenlosen Tools, die dabei nützlich sind, z. B. Screamingfrog, die bereits genannte Search Console von Google oder Xenu (nicht für Mac). Weitere Tipps hat u. a. MOZ parat.

Da Keywords bei der internen Verlinkung eine zentrale Rolle spielen – und das nicht nur bei der Formulierung der Ankertexte – empfehlen wir Ihnen abschließend noch unseren Schwerpunktartikel zu Keywords. (mp)

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