AdWords Automatisierung

Martin Röttgerding gab in seinem Vortrag „Das AdWords-Update 2016“ ein kleines Update zu den Entwicklungen und Neuerungen bei Google AdWords.
Zu den Entwicklungen zählte Martin vier Wesentliche aus dem Jahr 2015:

1.      Video-Kampagnen in AdWords integriert

Google hat die Video-Kampagnen als neuen Kampagnentyp in das AdWords-Interface integriert. Die neuen Video-Kampagnen folgen nun den gewohnten AdWords-Strukturen, was die Bedienung und vor allem auch den Einstieg erheblich vereinfacht.

2.      URL-Umstellung

Eine große Entwicklung betrifft die Umstellung der URLs. Früher war es gebräuchlich und auch notwendig, dass die Ziel-URLs immer alle Tracking-Parameter beinhalten mussten, was gerade das granulare Tracking kompliziert und fehleranfällig machte. Dies wird durch die Einführung der Tracking-Vorlagen erheblich vereinfacht. Das Prinzip dahinter gestaltet sich so, dass zentral pflegbare Tracking-Elemente getrennt werden von der eigentlichen URL.

3.      Manufacturer Center

Markeninhaber bzw. Hersteller können mit dem neuen Manufacturer Center ihre Produktdaten zentral pflegen. Diese Daten fließen dann in andere Google Produkte wie beispielsweise Google Shopping. Für Händler wird die Angabe von EANs somit wichtiger und auch für bestimmte Marken zwingend erforderlich, wenn sie das Merchant Center mit ihren Feeds bespielen, um Google Shopping zu nutzen. Der große Vorteil liegt allerdings darin, dass die Hersteller sehr viele und detaillierte Produktdaten liefern können, worum sich die Händler dann nicht mehr selbst kümmern brauchen. Die Produktdaten werden somit standardisiert. Google verspricht sich davon vor allem eine Verbesserung der Nutzererfahrung, wovon letztendlich alle Marktteilnehmer profitieren.

4.      Display: Sichtbare Impressionen

Für Kampagnen im Google Displaynetzwerk gibt es nun die Option und Gebotsstrategie „Sichtbarer CPM“. Bei Verwendung dieser Option zahlen Werbetreibende nur noch für Anzeigenimpressionen, die auch tatsächlich für den Nutzer sichtbar waren. Diese sinnvolle Einschränkung betrifft auch das Frequency Capping. Weiterhin sind zusätzliche Metriken hinzugekommen, die eine Abwandlung der bekannten Metriken wie Impressionen und CTR darstellen. Sie berücksichtigen ebenfalls, ob eine Impression sichtbar war. Diese Gruppe der Metriken, die man als Spalten der Auswertung hinzufügen kann, nennt sich „Leistung (Active View)“.

Online Marketing Event

Im zweiten Abschnitt der Präsentation zeigte Martin Röttgerding „8 + 1“ neue Features, die man im Jahr 2016 kennen sollte.

1.      Berichtseditor

Im neuen Berichtseditor lassen sich die gewünschten Metriken einfach per Drag-and-Drop in das Berichtsfeld hineinziehen, um eine den Wünschen entsprechende Tabelle zu erstellen. Dies lässt sich außerdem mit Filtern kombinieren, was den Report sehr mächtig macht und dem User den Umweg über Excel und Pivot erspart. Praktisch ist außerdem, dass sich verschiedene Diagrammtypen auswählen und erstellen lassen. Auch wenn es auf dem ersten Blick wie eine Spielerei wirkt, gelingen so manche Auswertungen merklich schneller.

2.      Snippet-Erweiterung

Bei den Snippet-Erweiterungen handelt es sich um eine neue Anzeigenerweiterung, die seit kurzem auch in Deutschland verwendbar ist, da die 13 vordefinierten Kategorien nun endlich ins Deutsche übersetzt wurden. Die Erweiterung reichert die Anzeige um bis zu zwei zusätzliche Zeilen an, die eine Art Aufzählung zu einer Kategorie beinhalten. Bei der Kategorie „Marke“ lassen sich beispielsweise die angebotenen Marken des Shops aufführen.

Snippet Erweiterung

3.      Sortimentsberichte im Merchant Center

Das nächste Feature betrifft wieder die Händler unter den Werbetreibenden. Die Sortimentsberichte zeigen die Produkte, die sehr oft angeklickt werden, die sich aber nicht im eigenen Sortiment befinden. Pro Kategorie werden bis zu 100 Produkte angezeigt. Auch wenn sich viel „Schrott“ unter den angezeigten Produkten befindet, so kann das eine oder andere Ergebnis durchaus als Inspiration herhalten, so dass ein Händler das eigene Sortiment ggf. erweitert.

4.      CPA Gebotssimulator

Mit dem CPA-Gebotssimulator lässt sich rückwirkend auf Kampagnen-Ebene simulieren, was unterschiedliche CPA-Gebote bewirkt hätten. Es zeigt sich somit also das Zusammenspiel zwischen Kosten und Conversions. Auch wenn sich die Simulation lediglich auf die Daten der Vergangenheit bezieht, so lässt sie sich dennoch für eine Abschätzung und Prognose in die nahe Zukunft nutzen.

5.      Detailreports

Die Detailreports zeigen auf Kampagnen- und Anzeigengruppen-Ebene an, wie viele Sitelinks, wie viele aktive Telefonnummern, welche Gebotsanpassungen für Mobilgeräte etc. vorzufinden sind. Die Detailreports lassen sich unter den Dimensionen aufrufen und sind ein nützliches Werkzeug, um Inkonsistenzen aufzudecken.

6.      Anzeigenanpassungen nach Standort

Ein Feature für Fortgeschrittene sind die Anzeigenanpassungen nach Standort. Eine zu hinterlegende Tabelle beinhaltet Zielregionen und dazugehörige Daten für einen Platzhalter. Im Anzeigentext lässt sich nun dieser Platzhalter in den Text integrieren und bei der Anzeigenschaltung wird dieser Platzhalter in Abhängigkeit der Zielregion des Users und in Abhängigkeit der Zuordnung durch die Tabelle gefüllt. Die Tabelle fungiert also als eine Art Mapping von Zielregion und Platzhalter-Inhalt.

7.      AdWords App für Android

Mit der AdWords App für Android lassen sich auf dem Smartphone oder Tablet Statistiken abrufen, Gebote und Budgets ändern und auch Elemente aktivieren oder pausieren. Über den Nutzen dieser App lässt sich sicher streiten, aber wer gerne auch mobil sein AdWords-Konto im Auge hat, ist sicherlich gut bedient. Zum Zeitpunkt der BLOO:CON gab es noch keine Version für iOS, doch inzwischen hat Google auch für iPhone und iPad nachgezogen. Die iOS-App erfordert iOS 7.0 oder höher.

8.      Customer Match

Unternehmen können nun die E-Mail Adressen Ihrer Kunden bei Google hochladen. Google vergleicht diese E-Mail Adressen mit den für Google bekannten Adressen, die die User bei der Erstellung eines Google-Kontos angegeben haben. Google kann die User somit identifizieren und dem werbetreibenden Unternehmen stehen die User als Zielgruppe für AdWords-Kampagnen zur Verfügung. Diese Zielgruppe lässt sich somit in besondere Weise ansprechen und auch die Gebote können angepasst werden. Die Verwendung der Zielgruppe entspricht also im Wesentlichen der von Remarketing-Listen. Datenschutzrechtlich ist dieses Verfahren in Deutschland allerdings bedenklich. Unternehmen müssen ggf. Ihre Datenschutzerklärung prüfen und anpassen.

9.      Benutzerdefinierte Spalten mit Formeln

Die benutzerdefinierten Spalten gab es schon eine Weile, doch Google hat eine sehr nützliche Erweiterung vorgenommen. Und zwar lassen sich nun auch einfache Formeln verwenden. Was die Anwendungsfälle anbelangt, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.  Als Ideen führt Martin eine Gewinn/Verlust Rechnung sowie eine Abweichung zu einer festgelegten Zielgröße auf.

Fazit von Martin Röttgerding

Auch wenn es nur wenige „Knaller“ unter den Entwicklungen und Neuerungen gibt, so sollte man dennoch von den meisten zumindest gehört haben. Es gibt auch einige nützliche Dinge, die man für sich ausprobieren kann.

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© Ines Schaffranek / Bloofusion

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