Keyworddichte in Online-Texten

Die richtigen Suchworte (Keywords) direkt in einem Webtext und vielleicht auch noch im Hintergrund der eigenen Website – Stichwort: Tags bzw. Meta Descriptions – zu platzieren, das ist ausschlaggebend dafür, dass Suchmaschinen Ihre Webseite über die gewünschten Suchbegriffe finden. Weitgehend bekannt ist mittlerweile, dass man Keywords im Text, in Überschriften und Zwischentiteln, in Bildtexten usw. maßvoll wiederholen soll, damit Google & Co. kapieren, dass es bei Ihnen genau um diesen Begriff geht. „Maßvoll“ deshalb, weil die Suchmaschinen gegen faule Tricks allergisch sind und diese auch abstrafen. Etwa den Trick, Suchworte nur deswegen x-mal einzustreuen, damit das Suchergebnis möglichst hoch gerankt wird – das ist das sogenannte Keyword Stuffing. Preisfrage: Wo liegt die Grenze?

Suchmaschinenoptimierung ist immer ein bisschen Schuss ins Blaue

Wenn Sie eine exakte Antwort für die ideale Keyworddichte erwarten, so etwas wie „Fügen Sie die Keywords A, B und C auf der Landingpage für Produkt XYZ 2,5-mal pro 100 Worte ein!“, dann haben Sie wahrscheinlich viel Geld für eine Big-Data-Analyse bei einer SEO-Agentur bezahlt. Sie dürfen sich auch gerne daran halten. Aber Sie sollen wissen, dass das auch nicht viel sinnvoller ist als eine Eieruhr, die Millisekunden angibt.

Zwei Hauptgründe dafür: Der „Leuchtturm“ für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) sind die Algorithmen von Google als mächtigste Suchmaschine weltweit. Die Orientierung an diesen Algorithmen funktioniert hauptsächlich

  1. direkt über die Empfehlungen, die Google selbst gibt, und
  2. mithilfe von SEO-Analysetools, die eine Messung der Auswirkung bestimmter Keyworddichten auf das Ranking in den Suchergebnisseiten (SERPs) ermöglichen.

Der Haken: Im Detail sind die Algorithmen ein gut gehütetes Geheimnis in Larry Pages’ Reich; außerdem ändern sie sich, und der Wettbewerb ähnlicher Websites um die besten Suchergebnisplätze ist ebenfalls nicht statisch. Das alles ähnelt einer Situation auf hoher See bei Sturm – Sie dürfen also schon froh sein, wenn Sie Kurs halten können und nicht untergehen.

Eckdaten für erfolgreiche Keywords – und gesunder Menschenverstand

Das Lehramt von Google für die Suchmaschinenoptimierung sind die Richtlinien für Webmaster. Hier gibt es keine Empfehlung für eine bestimmte Keyworddichte! Das ständige Credo lautet, Text auf Websites für Menschen, nicht für Suchmaschinen zu formulieren. Schon 2011 fand sich in einer 32-seitigen SEO-Einführung von Google das Stichwort „Keywords“ überhaupt nur noch im Zusammenhang mit Warnungen vor einem Zuviel.

Seriöse SEO-Plattformen bestätigen das. Bei Sistrix wird das Thema – wieder unter Berufung auf Google-Quellen – im Zusammenhang mit allgemeinen Empfehlungen zur Texterstellung sehr breit und praxisnah bearbeitet. Der Tenor: Es kommt vor allem darauf an, dass der Inhalt „compelling“, also überzeugend, fesselnd ist. Nicht einmal die Länge an sich zählt – und schon deswegen nicht die Anzahl der Keywords.

Zum Schluss noch einmal die wirklich ultimative Quelle: Mit den Google Guidelines von 2015 werden die sogenannten Evaluatoren zur Überprüfung der Google-Algorithmen dargelegt. Auch hier: kein Prozentsatz oder Ähnliches zur Beurteilung der Keyworddichte. Stattdessen ein deutlicher Hinweis, dass der Mensch das Maß sein soll: „Keyword Stuffing kann sich zwischen leicht nervig für den User bis hin zu völligem Wortsalat bewegen.“ Und das Stuffing wird als eines der typischen Merkmale für die miesesten Websites ever gewertet.

Es geht also mehr um die Wahl als um die Zahl

Keywords müssen vor allem intelligent ausgewählt sein. Was heißt das? – Der Texter muss sich den Kopf darüber zerbrechen, welche Suchbegriffe relevante Nutzer für genau den Inhalt, das Produkt oder sonstige Angebot, um das es auf der Seite geht, wahrscheinlich eingeben werden. Der Texter selbst, der Webmaster oder die Agentur unterstützen und ergänzen diesen menschlichen Denkprozess noch durch Keyword-Analysen mit speziellen Tools.

Die Kunst besteht dann darin, die eventuell vielfältigen Keyword-Varianten und -kombinationen so unterzubringen, dass das Ganze auch noch für einen menschlichen Leser gut verdaulich ist. Zu den einfachen Grundwahrheiten der SEO gehört weiterhin z.B., dass wichtige Keywords zusätzliches Gewicht haben, wenn sie in Domain- und Menünamen stehen, in Überschriften aller Hierarchiestufen und in den sogenannten Alt-Texten, die für den User unsichtbar hinter Bildern eingefügt werden können (etwa in dieser Reihenfolge).

Ganz wichtig sind auch noch Backlinks, die von Seiten mit einer hohen Page Authority kommen. Backlinks erhalten Sie zum Beispiel über Gastbeiträge oder wenn Sie hochwertige Inhalte veröffentlichen, die andere verlinken – gute Beziehungen zum Betreiber der verlinkenden Seite können dabei natürlich helfen.

Fazit: Keywords sind nur ein Teil einer sauberen SEO-Strategie

Insgesamt ist jedenfalls derzeit die (übertriebene) Dichte von Keywords zunehmend nur noch ein Ausschlusskriterium. Wie viele, welche und wie platzierte Keywords ist nur einer von vielen Punkten im Benchmarking einer professionellen Suchmaschinenoptimierung. Schließlich, so das Versprechen, wird Google alle diese Bemühungen mit einem entsprechenden Ranking honorieren.

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