Google Penguin Update 4.0

Wann kommt es denn endlich? Weit mehr als ein Jahr lang wartete die Netzgemeinde auf das angekündigte Update von Googles Penguin-Algorithmus. Jeder kleine Ausschlag im Seismograf der Suchergebnis-Statistiken wurde von den Web-Geologen als mögliches Vorbeben oder heimlicher Roll-out diskutiert. Der Berg kreißte und gebar – lange Zeit nichts.

Die Aufregung war verständlich: Schließlich rief Google den Algorithmus 2012 ins Leben, um hochwertige Websites zu belohnen und „SEO-Methoden ins Visier [zu] nehmen, die die Grenze zum Spamming überschreiten“. Betroffen waren seinerzeit rund drei Prozent der Suchanfragen in englischer, deutscher oder chinesischer Sprache. In Sprachen, in denen Spam besonders weit verbreitet ist – etwa Polnisch – , lag die Quote laut Google bei fünf Prozent.

Verstöße und Optimierungen nimmt der Pinguin nun in Echtzeit wahr

Am 23. September 2016 war es schließlich so weit: Google kündigte das lange erwartete Update 4.0 an – und gab im selben Atemzug bekannt, dass es das letzte seiner Art sein würde. Der Grund ist gleichzeitig eine der wichtigsten Neuerungen, die mit dem Update einhergehen: Penguin wurde in den Google-Kernalgorithmus integriert und funktioniert von nun an in Echtzeit. Bislang wurde die Liste der von Penguin betroffenen Websites nur zu bestimmten Zeiten aktualisiert. Das war ein Ärgernis für die Betreiber: Selbst, wenn sie die Makel umgehend behoben, konnte es eine ganze Weile dauern, bis die Penguin-Datenbasis aufgefrischt wurde. Ihr Ranking ging in den Keller und blieb mitunter lange dort. Das ist nun passé, denn bereits kurz nach einem erneuten Crawlen und Indexieren der Website registriert Penguin die Änderungen. Die logische Konsequenz der Integration: Es wird künftig keine weiteren angekündigten und versionierten Penguin-Updates mehr geben.

Während betroffene Website-Betreiber nicht mehr monatelang für Fehler in der Vergangenheit büßen müssen, könnte die Umstellung allerdings auch neuen Manipulationen die Türe öffnen. Wer sogenannter Black-Hat-SEO, also unsauberen Tricks und einer bewussten Verletzung von SEO-Richtlinien, nicht abgeneigt ist, hat nun weniger zu befürchten. Viele Tricks können ungefährdeter ausprobiert werden, denn werden sie tatsächlich erkannt und die Seite heruntergestuft, lassen sie sich schnell und ohne länger anhaltenden Schaden rückgängig machen. Die Rehabilitierung erfolgt schließlich auch in Echtzeit.

Penguin 4.0 knöpft sich einzelne Seiten separat vor

Eine weitere signifikante Neuerung ist, dass nicht mehr eine ganze Website in Sippenhaft genommen wird, wenn der Penguin-Algorithmus vereinzelt Verstöße registriert: „Die Auswirkungen sind jetzt detaillierter“, berichtet Gary Illyes vom Google Search Ranking-Team. Die Platzierung wird nun von den Spam-Signalen – zu denen etwa Keyword Stuffing, Link Schemes, Cloaking oder minderwertige Backlinks zählen – abhängig gemacht. Werden etwa Spam-Links identifiziert, gibt es lediglich noch für ihre Ziel-URLs eine Abstrafung, nicht mehr für die komplette Website.

Fazit: Bleiben Sie mit Ihrer SEO auf der guten Seite – Google dankt es Ihnen!

Die monatelangen und aufgeregten Diskussionen um Penguin 4.0 stehen in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Auswirkungen des Updates. Die sind zweifelsohne wichtig für Website-Betreiber, stellen ihre Welt aber nicht auf den Kopf. Es gelten nach wie vor die guten Regeln der SEO, über die wir an dieser Stelle regelmäßig berichten. Auch über den Umgang mit den Neuerungen durch den aufgefrischten Pinguin haben wir bereits frühzeitig informiert. Google selbst verweist zudem darauf, dass „ein Update wie Penguin nur eines von mehr als 200 Signalen ist, die wir zur Ermittlung des Rankings verwenden“. Ehrlich währt auch hier am längsten: Das Marketing-Budget ist in der Verbesserung der Seitenqualität und in anerkannten SEO-Maßnahmen – genau, der White-Hat-SEO – tausendmal besser angelegt als bei dubiosen Linkverkäufern.

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