autocomplete

Google kann ganz schön nerven: Man gibt Suchbegriffe ein, und die Suchmaschine versucht, die Anfrage automatisch zu vervollständigen. Das meiste ist nicht zu gebrauchen, unfreiwillig komisch oder herzlich albern. Zum Beispiel, wenn die Google-auf-gut-Glück-Suche darauf verweist, dass Chuck Norris unauffindbar ist, „because you don’t find Chuck Norris, he finds you“.

Aber Autocomplete kann der Suchmaschinenoptimierung auch helfen, im Ranking und bei dem Zugriffszahlen Verbesserungen zu erzielen. Die Funktion selbst beruht nämlich auf Googles Auswertung thematisch ähnlicher Suchanfragen und der Inhalte auf den gefundenen Seiten. Allerdings greifen Google-Auswerter gelegentlich ein, wenn Begriffe allzu problematisch sind, etwa indem sie auf rechtlich zweifelhafte Download-Dienste verweisen.

Keywords ergänzen lassen – und Seiten dazu basteln

Der Nutzen von Autocomplete liegt auf der Hand: Wenn ich als Ausgangspunkt Suchbegriffe nehme, mit denen mein eigener Web-Auftritt gefunden wird, helfen mir die Vorschläge dabei, neue Keywords zu finden. Der australische Blogger und SEO-Experte Jamie Press erklärt auf Moz.com in einer inspirierenden Geschichte und in drei Schritten, wie das funktioniert:

    1. Press wollte – was sonst? – den Traffic auf der Website eines Kunden verbessern. Er begann, mithilfe von Autocomplete längere Suchbegriffe in Halbsatzform zu entwickeln. Dazu tippte er einfach Keywords ein, die ihn zu seinem Kunden (einem Hersteller von Dieselgeneratoren) führen würden. Der Google AdWords Keyword Planner zeigte ihm, welche Begriffe stark nachgefragt waren. Für die wären Werber also wohl auch bereit, Geld auszugeben.
    2. Im zweiten Schritt untersuchte er, welche Seiten bei diesen Suchbegriffen ein gutes Ranking bekamen – und mit welchen Inhalten die eigenen Seiten sie übertrumpfen könnten. Wichtig hier war, bessere und treffendere Formulierungen zu finden: die Lücke, die gesucht, aber noch nicht optimal besetzt ist. Die neuen Wendungen baute er dann in Posts auf der Seite ein – und zwar in den Seitentitel, die Meta Description, die URL und einmal in den Text selbst.
    3. Der dritte Schritt bestand darin, den neuen Content bekannt zu machen. Press suchte also in verschiedenen Foren, bei Quora und bei Reddit nach Threads, die thematisch zu seinen neuen Inhalten passten. Dort beteiligte er sich an Diskussionen, beantwortete Fragen und hinterließ Links zu den neuen Inhalten. (Allerdings weist der Beitrag ausdrücklich darauf hin, dass diese SEO-Taktik in der Vergangenheit sehr stark strapaziert wurde. Deswegen ist es wichtig, sich die jeweiligen Forenregeln anzusehen und sich vorher genau über die Grundlagen von Marketing in dieser Umgebung zu informieren.)

Fazit: Verstand, Fachkenntnis und fünf Stunden Zeit

Jamie Press war mit den Ergebnissen seiner Arbeit zufrieden. Er hatte rund fünf Stunden gebraucht und konnte dann zusehen, wie seine Seite in den Rankings nach oben ging und vermehrt Zugriffe verzeichnete. Die Geschichte ist aber nicht deshalb so wunderschön, weil sie zeigt, wie simpel SEO sein kann. Sondern weil sie zeigt, wie simpel SEO sein kann, wenn man

a ) nicht auf den Kopf gefallen ist,
b) einen guten Begriff davon hat, wie Suchmaschinen funktionieren,
c) mit dem passenden Werkzeug umzugehen versteht und
d) fünf Stunden Zeit übrig hat. Das auch noch.

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