Anzeigenlayout Google

Google hat mitgeteilt, dass künftig keine Anzeigen mehr in der rechten Spalte der Suchergebnisseiten erscheinen, sondern nur noch über und unter den organischen Treffern. Relevant ist diese Änderung nur für die Darstellung auf Desktops. Sie wird gegenwärtig weltweit länder- und sprachenübergreifend eingeführt.

Google ist schneller als die eigenen Hilfe-Seiten

Offenbar ist die Nachricht von der Einführung des neuen Anzeigenlayouts geleakt worden: Nicht nur, dass seit dem 19. Januar 2016 vor allem Online-Medien die Neuigkeit in Massen verbreiten, während Google dazu offiziell schweigt – die AdWords-Hilfe in der englischen wie der deutschen Version weist auch drei Tage später noch ausdrücklich auf die Position neben den Suchergebnissen hin. Tatsächlich befand sich zu diesem Zeitpunkt neben den Suchergebnissen nur noch bei einigen Suchen der bekannte Knowledge Graph, der dort auch bleiben soll. Angeblich gibt es auch noch die Möglichkeit, Anzeigen innerhalb dieses Kastens sowie Anzeigen mit Produktinformationen (PLA-Boxes) in der rechten Spalte zu schalten.

HRC_2016-153_Google-Adwords-Hilfe_22.2.16

Die zweite Änderung, die den meisten Usern aber kaum auffallen dürfte: Statt drei gibt es jetzt manchmal vier  bezahlte Suchergebnisse über der Liste der  organischen Suchergebnisse – übereinstimmenden Berichten zufolge bei vorwiegend kommerziellen Suchen. Ein kurzer Test (Suche nach „Flüge Frankfurt New York“ oder „Hotels Köln“) bestätigte das. Bis zu drei Anzeigen können außerdem am Fuß der Ergebnisseite auftauchen.

Spekulationen über Motive und Auswirkungen

Die Gerüchte- und Spekulationsküche brodelt mangels einer offiziellen Aussage von Google ziemlich heftig. Die vierte Anzeige über den Suchergebnissen fiel Beobachtern schon seit Monaten in der Testphase auf. Vermutet wird nun, dass Google damit dem Trend folgt, das Sucherlebnis am Desktop dem der mobilen Nutzung anzugleichen. Für diese gab und gibt es ohnehin nur eine Spalte. Damit wäre – für Google – auch eine Standardisierung verbunden. Eine weitere Vermutung besagt, dass womöglich die zunehmenden PLA-Boxes und Knowledge Graphs die „normalen“ Anzeigen in der rechten Spalte nach unten, teils sogar „below the fold“ (aus dem Bildschirm) gedrückt haben, was zu einer gewissen Verärgerung geführt haben könnte.

Für Anzeigenkunden ist zu erwarten, dass die Klickraten jetzt schwieriger zu halten sind, da pro Seite einfach weniger Anzeigen geschaltet werden. Das bedeutet: mehr Konkurrenz. Andererseits findet im Gegenzug ein Ausbau des Top-Treffer-Bereichs statt, was für Werbeschaltende attraktiv sein kann. Im Detail werden Unternehmen in Zusammenarbeit mit ihren Agenturen beobachten müssen, ob es spürbare Auswirkungen bei der  CTR, aber auch bei den  CPC-Preisen gibt. Es ist durchaus denkbar, dass man etwas mehr auf den Tisch legen muss, um dieselbe Performance von den AdWords-Anzeigen zu bekommen.

Der normale User sieht dafür mehr Anzeigen pro Seite, die den organischen Ergebnissen allerdings deutlich ähnlicher sind als die Randwerbung. Ob das dazu führt, dass er sich (bevor er zur zweiten Ergebnisseite klickt) aus reiner Verzweiflung mehr als bisher auch in die Anzeigen vertieft – wer kann das wissen?

Updates zu diesem Artikel gibt es, sobald belastbare Nachrichten vorliegen. Ein erster nachgeschobener Report von TheSEMPost beruft sich immerhin auf eine „Google spokesperson“ als Quelle.

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