Das WWW? Für die einen ist es das „World Wide Wait“, für die anderen die wahrscheinlich längste Leitung der Welt. Es birgt eine gewisse Ironie: Das Internet hat wie kein anderes Medium zur Beschleunigung von Kommunikation und E-Commerce beigetragen. Gleichwohl ist die Ladezeit vieler Websites bis heute eines der größten Ärgernisse, vor allem im Mobile Marketing.

Und ewig heißt hier bereits drei Sekunden. Unter dem Motto „Slow is the new downtime“ veröffentlichte Dyn 2015 das Ergebnis einer Befragung von mehr als 1400 Konsumenten weltweit. Das Unternehmen verdient sein Geld zwar mit der Steigerung der Internet-Performance. Die Resultate decken sich aber grundsätzlich mit denen vergleichbarer Studien. Demnach waren nahezu 65 % der Befragten nicht bereit, länger als drei Sekunden auf den Seitenaufbau zu warten. 86 % gaben zudem an, dass die Geschwindigkeit der Ladezeiten eines Online-Shops das Vertrauen in ihn beeinflusst. Drei Sekunden sind der Unterschied zwischen einem loyalen und einem verlorenen Kunden, so das Fazit von Dyn.

Lahmer Pagespeed ade – von nun an geht’s blitzschnell

Das weiß natürlich auch Google. Im Februar 2016 ging Google AMP an den Start. „AMP“ steht für „Accelerated Mobile Pages“, also beschleunigte Mobil-Seiten. Sie werden in einer speziell entwickelten Programmiersprache namens AMP HTML geschrieben. Ein Kernpunkt ist, dass dabei auf Schnickschnack, der zur Verlangsamung des Ladevorgangs beitragen kann, verzichtet wird. Google-AMP-Artikel sind mit einem Blitz gekennzeichnet, werden in einem Karussell über den Suchergebnissen angezeigt und lassen sich mittels Wischen durchblättern. Im Hintergrund lädt Google bereits das Gerüst der Seiten, sodass sie beim Klick auf einen Artikel in Sekundenbruchteilen zur Verfügung stehen. Währenddessen werden bereits weitere Inhalte nachgeladen.

Das klingt bekannt? Nicht ganz, aber natürlich dürfte die Entwicklung auch von Facebooks Instant Articles befeuert worden sein. „Es bleibt spannend“, hatten wir in unserem letzten Beitrag zum Thema geschrieben, und so ist es in der Tat. Das liegt zum einen an den technischen Unterschieden zu Facebooks Instant Articles: Google AMP basiert auf einer Open-Source-Initiative. Zudem müssen die Inhalte nicht auf die Server des Unternehmens geladen werden. Stattdessen zieht sich Google eine Kopie in den Cache.

Das liegt zum anderen aber auch an den jüngsten Entwicklungen. Zunächst war der schlanke Code nämlich für News gedacht. Google hatte zum Start eine Vielzahl von namhaften Medienhäusern ins Boot geholt. Nachdem bis August bereits 150 Mio. Google-AMP-Seiten registriert waren, kündigte Google an, die Seiten mit dem schlanken Code bald auch auf normale mobile Suchergebnisse auszuweiten. Was liegt da näher, als Google AMP dort einzusetzen, wo es besonders großen Nutzen bringen kann: beim Online-Shopping? Genau dazu hat das AMP-Projekt vor kurzer Zeit aufgerufen – und eine ausführliche Hilfestellung ins Netz gestellt, wie man Shop-Funktionalitäten mittels AMP HTML abbilden kann.

Fazit: Google AMP verschafft Ihnen den kleinen, aber entscheidenden Vorsprung

Auch wenn einem die eigene Seite recht schnell vorkommt: Wer Kunden gewinnen – oder nicht verlieren – will, sollte zunächst eine objektive Analyse der Website-Ladezeit durchführen, beispielsweise mit GTmetrix oder dem WebPagetest. Die meisten solcher Tools liefern sinnvolle Tipps, wo Sand im Getriebe sein könnte, und wie sich die Probleme beheben lassen.

Auch der Suchmaschinenriese selbst liefert allen, die auf den Google-AMP-Schnellzug aufspringen wollen, mittlerweile Anleitungen noch und nöcher. Dazu zählen eine grundlegende Erklärung, ein Tutorial, um die erste eigene Google-AMP-Seite zu entwerfen, Hinweise zur Verbindung mit Googles Search Console und Tipps zur Problembehebung. Ein bisschen viel Aufwand, damit die Ladezeit um wenige Sekunden beschleunigt wird? Vielleicht. Aber es können genau die Sekunden sein, um die man der Konkurrenz voraus ist.

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