Google-AMP

Während in Villarriba noch geputzt wird, wird in Villabajo schon wieder gefeiert – der Spülmittel-Spot aus den 90ern ist bis heute ein Paradebeispiel dafür, mit Zeitersparnis zu werben. Damals wie heute gilt: Langsamkeit kann nerven. In der Ära von Internet und Smartphone genügen schon einige Sekunden Wartezeit, um Online-Kunden auf Nimmerwiedersehen zu verprellen. Im Februar 2016 gründete Google die Open-Source-Initiative AMP (Accelerated Mobile Pages), mit der die Ladezeiten von mobilen Internet-Seiten drastisch verkürzt wurden. Eine Erfolgsgeschichte: Bereits im Mai 2017 sprach Jerry Dischler, Vice President Product Management Google, von zwei Milliarden AMP-Seiten aus 900.000 Domains. In der Zwischenzeit wurde die Technologie verfeinert, was den Pagespeed weiter erhöht.

Aufholjagd im Mobile Marketing mit Google AMP-Ads

Allerdings brachte der Geschwindigkeitsvorteil auch einige Nachteile mit sich. Einer davon war, dass die Seiten so schnell luden, dass im Anzeigenfeld noch ein Loch klaffte. Bis die Anzeigen nachgeliefert wurden, hatten Nutzer schon längst weggescrollt. Das machte Seitenbetreiber zunehmend sauer, manche berichteten von signifikanten Umsatzverlusten. Dabei sollte der Turbo doch eigentlich auch die Geschäfte beschleunigen. Die Lösung, die Google dafür parat hat: Google AMP-Ads.

Bei AMP liegt die Würze in der Kürze

Diese Anzeigen unterscheiden sich von herkömmlichen dadurch, dass sie ebenfalls auf der AMP-Technologie basieren: Sie nutzen AMP-HTML, AMP-JS und AMP-Cache. Kurz gesagt sind das abgespeckte Versionen der Originale und ein Zwischenspeicher bei Google, aus dem die Inhalte blitzschnell abgerufen werden können. Ted Vrountas von Instapage vergleicht das mit dem Unterschied zwischen einem Nobel- und einem Fastfood-Restaurant: Das Essen kommt in letzterem schneller, da der Bestellprozess abgekürzt ist und die Speisen schon vorbereitet sind. Dischler zufolge werden AMP-Ads 2,5-mal schneller als reguläre Anzeigen geladen. Herkömmliche Anzeigen auf AMP-Seiten wurden bereits im gesamten Google-Displaynetzwerk automatisch auf die neue Technologie umgestellt. AMP kann zudem auch für Landingpages verwendet werden.

Google beziehungsweise das AMP-Projekt umgarnt Werbetreibende unter anderem mit der Information, dass die Konversionsrate um jeweils 12 Prozent für jede Sekunde, die eine Seite länger zum Laden braucht, sinkt. Umgekehrt bedeutet das potenziell mehr Umsatz, wenn die Seite – inklusive der Anzeige – schneller lädt. Und noch etwas kommt hinzu: Google dementierte zwar, dass AMP-Seiten ein Ranking-Faktor sind. Sie erscheinen aber standardmäßig an der Spitze der Suchergebnisse. Für viele Werbende dürfte das ein Grund für den Umstieg auf AMP (gewesen) sein. Insofern spräche doch eigentlich nichts dagegen, AMP mitsamt AMP-Ads und AMP-Landingpages (ALP) einfach mal auszuprobieren. Oder?

Google erhält tiefe Einblicke in die Datenströme

Die Antwort lautet: Jein. AMP-Ads unterliegen einer ganzen Reihe von Restriktionen, etwa bei der Gestaltung von Anzeigen oder dem Einsatz von benutzerdefiniertem JavaScript, das überhaupt nicht möglich ist. Nicht nur ein Leser unseres Blogs vermutet eine Absicht dahinter: Google zieht damit noch mehr Publisher in sein Ökosystem und bekommt so außerdem Zugriff auf zahlreiche zusätzliche Nutzerdaten.

Das stört auch Felix Gessert, CEO von Baqend. AMPs werden über die Server von Google ausgeliefert. User und Traffic bleiben damit effektiv beim Konzern. Zudem kritisiert er, dass Webseiten für AMP von Grund auf neu konzipiert werden müssen. Das sei zwar relativ einfach umsetzbar, doch limitiere der vorstrukturierte Aufbau Entwickler massiv. Der Wegfall von Suchfunktionen, Chats oder Payment-Methoden würde die Sichtbarkeits- und Performancevorteile in vielen Fällen wieder aufheben. Webentwickler Herbert Braun geht sogar noch weiter: „AMP ist ein Danaergeschenk in Form eines nützlichen Mobile-Web-Frameworks, dessen Ziel es ist, die Website-Publisher noch enger an Google zu ketten.“

Fazit: Mit Google AMP-Ads wechseln Sie auf die Überholspur!

Googles AMP funktioniert rasend schnell, und mit den AMP-Ads und den AMP-Landingpages wurden einige der größten Probleme, die Publisher und Vermarkter damit hatten, behoben. Für den Nutzer, der mit seinem Smartphone mobil unterwegs ist, machen die gewonnenen Sekunden auf jeden Fall einen Unterschied zwischen Surflust und Wartefrust. Es gibt jedoch auch gute Gründe, sich gegen die Allmacht großer Konzerne zu stemmen. Die Frage ist, ob Besucher und Käufer die Verwendung von Alternativen honorieren – oder die Bequemlichkeit am Ende doch über die eigenen Ideale siegt. Wer also gut und gerne mit Google zusammenarbeitet, dem können AMP-Ads entscheidende Geschwindigkeitsvorteile bescheren.

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