Google AdWords Smart Goals
Um intelligent werben zu können, muss man intelligent messen. Mit dem Spruch stellten Software Engineer Abishek Sethi und Product Manager Joan Arensman im Dezember ihre neueste Errungenschaft vor: intelligente Zielvorhaben (Smart Goals). Gut gebrüllt, Löwe – oder in diesem Fall: Google. Wozu Zielvorhaben gut sind und wie man sie definiert, haben wir hier  vor Kurzem erläutert. Sich in die Materie reinzufuchsen, kann aber zugegebenermaßen Zeit und Nerven kosten. Nach Angaben von Google scheuen nach wie vor „hunderttausende kleine und mittelgroße Unternehmen“ davor zurück, ihre Conversions zu messen. Manche aus Mangel an Möglichkeiten, andere, weil sie nicht das technische Know-how haben, um Conversion Tracking auf ihren Seiten zu implementieren.

Genau dafür hat Google die intelligenten Zielvorhaben erfunden. Sie sollen es ermöglichen, Werbekampagnen auch ohne Conversion Tracking zu optimieren. Das Zauberwort heißt maschinelles Lernen: Google hat nach eigenen Angaben Conversion-Daten von tausenden Websites analysiert, die diese freiwillig zur Verfügung gestellt haben. Daraus wurden Schlüsselfaktoren abgeleitet, die mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Conversion führen.

Wie funktioniert es – und: Was bringt’s?

Alle Besucher der eigenen Seite werden in die Auswertung einbezogen. Das Verhalten der besten 5 % der mit  AdWords generierten Zugriffe, beispielsweise die aktivsten Käufer, wird auf das Gesamtverhalten aller Besucher umgelegt. Daraus lassen sich dann die intelligenten Zielvorhaben bilden, die wiederum in AdWords importiert werden können. Kurz: Die gesamte AdWords-Kampagne kann somit anhand des Verhaltens der qualitativ hochwertigsten Besucher optimiert werden, ohne sich mit Conversion Tracking auskennen oder aufhalten zu müssen.

Um die intelligenten Zielvorhaben nutzen zu können, muss das Google-Analytics- mit dem AdWords-Konto verknüpft sein. Zudem dürfen in den vergangenen 30 Tagen nicht weniger als 500 Klicks über das AdWords-Konto an die ausgewählte Analytics-Datenansicht gesendet worden sein. Last but not least muss die Option „Google-Produkte und Dienste“ im Analytics-Konto unter „Einstellungen für die Datenfreigabe“ aktiviert sein. Und so geht’s dann weiter:

  • Nach der Anmeldung bei Google Analytics den Tab „Verwalten“ und dann die gewünschte Datenansicht auswählen.
  • Dort auf Zielvorhaben klicken, danach auf „Neues Zielvorhaben“.
  • Sind die oben genannten Voraussetzungen erfüllt, steht dort die Option „Intelligentes Zielvorhaben“ zur Verfügung.
  • Nun muss nur noch ein Name eingegeben und das Ganze gespeichert werden.

Google empfiehlt, vor einer AdWords-Optimierung mithilfe der intelligenten Zielvorhaben einige Wochen zu warten, damit genügend Daten gesammelt werden können.

Fazit: Halten Sie das Heft besser selbst in der Hand!

Webseitenoptimierung im Handumdrehen? Und das Conversion Tracking einfach der Maschine überlassen? Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Tatsächlich werden die intelligenten Zielvorhaben überwiegend kritisch gesehen. Während einige sie rundweg ablehnen und eher für dumm als intelligent halten, heben andere zumindest hervor, dass sie für alle, die aus welchen Gründen auch immer gar kein Conversion Tracking haben, besser als nichts sind.

Hauptkritikpunkt ist, dass das Verhalten weniger Nutzer auf alle umgelegt wird. Damit dürfte man zwar nicht ganz verkehrt liegen, aber echtes Tracking ist und bleibt sehr viel aussagekräftiger. Hinzu kommt, dass Google seine Erfahrungswerte aus den verschiedensten Branchen bezogen hat. Das Kaufverhalten kann aber sehr unterschiedlich sein, je nachdem, ob ich gerade ein Buch oder ein Auto kaufen will. Die eigene Marketing-Strategie allein aufgrund solcher Daten zu optimieren, ist risikoreich. Langfristig führt also kein Weg daran vorbei, sich doch selbst schlau zu machen – oder jemanden zu fragen, der sich auskennt.

 

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