Google Guidelines

Der neue Katechismus für die Suchmaschinenoptimierung liegt jetzt auf dem Tisch. Googles Richtlinien für die Bewertung der Suchqualität werden zwar laufend aktualisiert, doch öffentlich bekannt sind meist nur Häppchen davon – auch wenn der Predigtdienst des Webmasterblogs die Gläubigen regelmäßig auf dem Laufenden hält (in der englischen Fassung übrigens immer etwas früher). Jetzt gibt es also erstmals einen Gesamtüberblick, an dem sich die SEO-Gemeinde fast tagesaktuell abarbeiten kann.

Orientierungsschwerpunkt Mobilgeräte: Ihre User suchen mobil

Die Geschmeidigkeit der Google-Suche lässt leicht vergessen, wie extrem komplex die Prozesse im Hintergrund sind. Google steuert das mit seinen legendären Algorithmen – die von Google ebenso knapp wie Demut gebietend skizziert werden. Doch Webseiten müssen sich trotz aller Raffinesse dieser Algorithmen bestimmten Regeln beugen, um als gutes Suchergebnis im Megadschungel des Internets auffindbar zu sein. Die General Guidelines breiten diese Regeln jetzt auf 160 Seiten aus.
Als einen Hauptgrund für den kompletten Relaunch der Richtlinien führt Google an, dass inzwischen mehr Suchen über mobile Geräte als über Desktops laufen und sich dementsprechend die Muster der Suchanfragen stark verändert haben.
Die Richtlinien verraten umfassend, wie Seitenbetreiber dafür sorgen können, dass ihre Inhalte auf Smartphones, Tablets etc. mindestens so gut dargestellt werden wie auf stationären Geräten. Die Chancen auf ein gutes Google-Ranking für Websites, die sich dieser Entwicklung nicht anpassen, werden absehbar weiter sinken. Ein eigenes 20-seitiges Kapitel beschäftigt sich allein damit, die Bedürfnisse mobiler Nutzer richtig zu verstehen. Aber es geht noch um weit mehr.

Das empfehlen die Google Guidelines

Wer einigermaßen auf dem Laufenden geblieben ist, wird in den Guidelines zuhauf alte Bekannte des SEO-Handlings wiederfinden. Wenig überraschend: Reichlicher, gut aktualisierter und eifrig vernetzter Inhalt wird wahrscheinlich nie aufhören, eines der Top-Kriterien des Rankings zu sein. Diese und zahllose weitere SEO-Empfehlungen sind eben zeitlos – teils aber auch in dynamischer Entwicklung.
Ein paar nützliche Tipps liefert schon ein kurzer Blick auf einige der bisher noch nicht so bekannten Richtlinien:

• Geld-oder-Leben-Seiten (YMYL/Your Money or Your Life Pages) nennt Google jetzt Seiten, die mit Finanztransaktionen, Vermögens- und Gesundheitsberatung und anderen für Nutzer eventuell folgenreichen Vorgängen zu tun haben. Das kann durchaus auch manche Webshops betreffen. Solche Seiten müssen alle wesentlichen allgemeinen Qualitätsanforderungen in deutlich höherem Maße erfüllen als andere Seiten, um nicht als geringwertig eingestuft zu werden.
• Vertrauenswürdigkeit ist eine dieser zentralen Anforderungen, die je nach Relevanz einer Seite abgestuft zur Beurteilung herangezogen wird. Google ist zunehmend bestrebt, auch die nachweisliche Korrektheit von Inhalten in das Ranking einzubeziehen, wie schon ein Forschungspapier Anfang 2015 vermuten ließ. Die Google-Bewerter achten speziell auf „Expertise/Authoritativeness/Trustworthiness“. Renommierte Autoren, seriöse Quellen…kurz, alles, was auch im sonstigen Informationsgeschäft für Glaubwürdigkeit bürgt, sollte also ebenso auf Websites vorgezeigt werden.
Ergänzende Inhalte (supplementary content) können weiterführende Informationen sein, Querverweise, kleine Tools etc. – bis hin zur Umrechnungshilfe für Mengenangaben in Kochrezepten. Was immer dem User hilft, sich – vor allem auf umfangreichen Websites – zurechtzufinden oder ähnliche Informationen aufzuspüren, und zwar neben dem eigentlichen Content, bringt Bonuspunkte. Hier können z.B. Randspalten nützliche Funktionen ausspielen, dem Nutzer und Google zuliebe.
Bedarfsgerechte Inhalte (needs met) sind für Google Informationen auf Webseiten, die tatsächlich und qualitativ hochwertig genau das beantworten, was die Suchanfrage gemeint hat. Es geht also darum, ob wirklich drin ist, was draufsteht. Wer mit geschickt gestreuten Keywords lediglich den Anschein erweckt, kompetente Auskünfte zum Suchbegriff parat zu haben, wird mit diesem Kriterium schnell abgestraft.

Fazit: Erstellen Sie sich eine Checkliste und testen Sie die Usability

Allein die Überschriften im dreiseitigen Inhaltsverzeichnis der Guidelines bieten schon reichlich Aufschluss über die Musts und Must-nots für Webmaster und Administratoren – obwohl diese Richtlinien eigentlich für die Evaluatoren bei Google gedacht sind, deren Aufgabe das Testen der Algorithmen ist. Die Guidelines geben aber eine überaus brauchbare Checkliste ab. Ein professioneller Stresstest der eigenen Website anhand der hier ausgebreiteten Kriterien bewahrt mit einiger Sicherheit vor unangenehmen Abstürzen im Google-Ranking.

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