black hat seo

 

„Meine Website wird von allen Kunden hoch gelobt. Aber Google checkt es einfach nicht!“ – Nur sehr wenige Unternehmen dürften mit den Rankingkriterien der Suchmaschinen wirklich zufrieden sein. Es hilft ja ziemlich wenig, wenn Sie nur dann auf Seite 1 der Suchergebnisse stehen, weil jemand direkt nach Ihrem Firmennamen gesucht hat. Was Sie brauchen, ist ein gutes Ranking, wenn jemand nach einem Angebot wie Ihrem googelt!

SEO, also die Optimierung Ihrer Website für Suchmaschinen, soll Google und Co überzeugen, dass Sie ein Anbieter sind, der zu Recht ganz oben bei den Suchergebnissen erscheint. Nur, genau das wollen alle anderen in Ihrer Branche auch. Deswegen gibt es hier, genauso wie bei Auftragsvergaben, einen unlauteren Wettbewerb: Black Hat SEO, die Suchmaschinenoptimierung der Bad Guys.

Zwei einfache, aber leider falsche Wahrheiten über Black-Hat-SEO-Techniken

Die Empfehlung lautet überwiegend: Lassen Sie’s bleiben. Doch der grobe Eindruck, den man leicht bekommt, wenn man sich über Black Hat SEO informiert, scheint widersprüchlich zu sein. Meist kommen dabei einige nicht unwesentliche Feinheiten unter die Räder.

Erstens: SEO mit faulen Tricks funktioniert immer noch – und wird immer funktionieren, heißt es. Das große Aber ist, dass die leicht nachvollziehbaren Black-Hat-Methoden von früher eben nicht mehr oder nur ganz kurzfristig greifen – also auch alte Kniffe, wie sich z.B. 1000 Links aus der Massenlinkhaltung (Linkfarmen) zu kaufen und seine Seiten mit passenden Suchbegriffen vollzustopfen (Keyword-Stuffing). Black Hat ist mittlerweile schlauer und feiner geworden.

Zweitens: SEO mit faulen Tricks funktioniert angeblich gar nicht mehr, weil die Updates der Google-Algorithmen Black-Hat-SEO gnadenlos abstrafen. Keiner weiß wirklich, wie, aber das Risiko ist unkalkulierbar geworden. – Ja und nein: Das Hase-und-Igel-Rennen zwischen Google und Black Hat SEO hat es für die SEO-Seite deutlich aufwendiger gemacht, sich Rankingerfolge zu erschleichen. Und die plumpen Methoden fallen praktisch sofort auf den zurück, der sich ihrer bedient. Deswegen funktionieren sie aber auch quasi als umgedrehter Spieß: Faule Links auf Ihre Seite etwa kann auch ein Konkurrent setzen und somit Ihr Ranking beschädigen. Wenn Sie sich in einem hart umkämpften Markt bewegen, brauchen Sie also auch defensive SEO.

White Hat, Grey Hat, Black Hat: Orientierungshilfe im SEO-Dschungel

Einwandfreie SEO-Tipps – suchen Sie sich ein Thema aus dem riesigen Spektrum aus! – bieten für Webmaster schon mehr als genug an Beschäftigung. Besonders kleine und mittlere Unternehmen kämpfen hier mit Kapazitäts- und Expertisegrenzen. Warum sich also auch noch mit Black Hat SEO beschäftigen? – Ganz einfach, um dumme Fehler zu vermeiden. Drei gute Gründe:

  1. Ein und dieselbe SEO-Maßnahme kann Black Hat, White Hat (Good Guy) oder im Graubereich dazwischen (Grey Hat) sein. Dann ist es z. B. manchmal nötig, Google zu erklären, dass Sie gerade eben nichts Böses im Schilde führen.
  2. Vor allem – aber nicht nur! – im Bestreben, Ihre Website mit reichhaltigem Content zu füllen, können Sie besten Gewissens zum Black Hat werden. Weil auch hier Unwissenheit nicht vor Strafe schützt, sollten Sie wissen, was ein No-go, was ein wenig riskant und was OK ist.
  3. Um die erwähnten Black-Hat-Attacken auf Ihr Ranking von dritter Seite zu bemerken und Maßnahmen dagegen ergreifen zu können, müssen Sie wissen, aus welcher Richtung der Angriff kommen kann, und sich über aktuelle Tricks immer auf dem Laufenden halten, denn das Methodenkarussell dreht sich recht schnell.

Die folgende Sammlung aktueller Beispiele ist vor allem auf typische Situationen von KMU-Websites zugeschnitten. Weiterführende Links finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Black-Hat- und andere SEO: Beispiele aus der Praxis

  • Private Blog Networks (auch: Satelliten-Domains): Die Black-Hat-Methode, Blogs und andere Seiten, die auf eine eigene Website verlinken, einfach selbst zu machen, ist über die Jahre verfeinert worden und kann für Zeiträume von z. B. einem Jahr das Ranking durchaus steigern. Reine Linkfarmen alten Zuschnitts sind dafür wegen ihres minderwertigen Contents allerdings untauglich geworden. Längerfristig ist es aber ratsam, den Aufwand in die eigene Website zu stecken. Es gibt natürlich legitime Gründe, mehrere Websites zu betreiben, die aufeinander verweisen (z. B. eine Unternehmensseite und ergänzende Produkt-Microsites), die Verlinkungen untereinander sollten Sie aber nicht exzessiv betreiben.
  • Content Scraping: Wenn Sie in dem gut gemeinten Bestreben, Rich Content auf Ihre Website zu schaufeln, fremde Inhalte benutzen (egal ob mit oder ohne Erlaubnis), ist das für Ihr Ranking wenig hilfreich, wie ein Blick in die Google Guidelines zeigt. Vielleicht können Sie ein paar unerfahrene User damit beeindrucken, doch sobald Suchmaschinen merken, dass das Original woanders steht, haben Sie ein Problem namens Duplicate Content. (In unserem Schwerpunktartikel finden Sie auch Lösungswege aus dem Dilemma, dass Zitate zwar sinnvoll, aber eben per Definition „Duplikate“ sind.)
  • Negative SEO: Bei diesem Thema hat sich gezeigt, dass Google im Laufe der Jahre begonnen hat, feindliche SEO-Attacken zunehmend für ein ernsthaftes Problem zu halten – auch wenn es keine tatsächliche Massenerscheinung ist. Zugleich lassen sich Websitebetreiber durch entsprechende Nachrichten schnell in Panik versetzen, obwohl sich z. B. hinter verdächtigen Backlinks auch ganz andere, banale Ursachen verbergen können. Ein gelegentlicher Blick in die relevante Seite der Google Search Console kann übrigens auch beruhigen.

Fazit: Informieren Sie sich über die dunkle Seite der SEO-Macht!

Unsere exemplarisch aufgelisteten Black-Hat-Techniken präsentieren nur einen kleinen Ausschnitt zur Veranschaulichung. Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema beschäftigen wollen, empfehlen wir Ihnen einige weitere Artikel:

  • Einen allgemeinen Überblick auf aktuellem Stand hauptsächlich zu den zahlreichen Detail-Techniken bietet die englischsprachige Wikipedia unter dem Stichwort Spamdexing.
  • Prägnante und anschauliche Beispiele vor allem zu Blog-Networks und Text-Spinning bringt Julian Dzikis Beitrag „Black Hat SEO: Tote Pferde reiten wieder ganz gut?“
  • Eine immer noch verbreitete SEO-Technik ist die Nutzung von Expired Domains, also Websites, die frei geworden sind, aber noch gut ranken. OnPageWiki erklärt, warum es kein Langstreckenerfolg ist, wenn man sich die Sporen nicht selbst weiter verdient.
  • Black Hat SEO funktioniert 2016, 2017, 2018… prophezeit Mike Rogers auf affiliatemarketertraining.com – mit Schwerpunkt auf einigen der auch hier beschriebenen Techniken. Erfreulich: Alternativen zu den auch seiner Meinung nach nur kurzlebigen Erfolgen benennt er ebenfalls.
  • 20 Minuten auf dem Video (engl.) von Chase Reiner zeigen, welche unethischen SEO-Methoden auch 2017 noch funktionieren. (mp)

 

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